Augen auf bei Doktor Google

Immer mehr Menschen informieren sich im Internet über Gesundheitsthemen. Für Laien ist es wichtig zu wissen, welche Websites seriös sind.

2.960.000 Ergebnisse mit mehr oder weniger brauchbaren Antworten spuckt „Dr. Google“ bei der Suchanfrage „Kopfschmerzen, was tun“ aus. Egal ob Magenprobleme, Hautausschlag oder Augenjucken – stimmt irgendetwas mit dem eigenen Körper nicht, ist es gängige Praxis geworden nach Hilfe im Internet zu suchen.

Die Anzahl der Seiten, die etwas zu Gesundheitsthemen beitragen, ist jedoch unüberschaubar. Und selbst wenn Websites ansprechend und Texte sachlich geschrieben sind, sagt es noch lange nichts über die Qualität aus. Umso wichtiger ist es für Laien zu wissen, wie man seriöses Wissen erhält. Es geht schließlich um Ihre Gesundheit.

Medizinische Suchmaschinen nutzen

Zunächst gibt es bereits bei der Wahl der Suchmaschine weitaus bessere Alternativen zu Google. Exemplarisch empfiehlt der Praxisleitfaden für die Internetsuche der niederösterreichischen Patientenanwaltschaft den Suchdienst www.medisuch.de. Diese Suchmaschine durchforstet ausschließlich medizinisch-relevante Seiten, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt auf unseriöse Seiten zu stoßen.

Da aber selbst die beste Suchmaschine nicht ausschließen kann, dass man sich auf eine fragwürdige Seite verirrt, sollte man selbst einen Qualitätscheck durchführen. Das Impressum gilt hierbei als erste Anlaufstelle, um zu erfahren, ob der Betreiber der Website etwa eine staatliche Stelle, zum Beispiel im Auftrag des Gesundheitsministeriums, eine Universität, ein Medien- oder etwa ein Pharmaunternehmen ist.

Sicher und qualitativ hochwertig sind selbstredend staatliche und universitäre Quellen – zum Beispiel www.gesundheit.gv.at. Ein Blick auf die Browserzeile hilft ebenso: das Endkürzel gv.at steht für staatliche Betreiber und die Seiten der österreichischen Universitäten enden mit ac.at.

Seriöse Krebs-Websites

Zu den wichtigsten Plattformen rund um das Thema Krebserkrankungen gehört das „1. Österreichische Krebsforum“ (www.krebsforum.at), in welchem sich neben Informationen auch aktuelle Termine von Selbsthilfegruppen finden. Hier findet ein reger Austausch von Betroffenen und ihren Angehörigen statt.

Spezielles Wissen über die Erkrankungen Lymphom, MDS und Myelom ist auf der Website www.myelom-lymphom. at – Betreiber ist die Selbsthilfegruppe Myelom- und Lymphomhilfe Österreich – nachzulesen, die auch Kontaktmöglichkeit bietet.

Gesundheitsinfo für die Hosentasche

Mit dem Web 2.0 gibt es auch einige Gesundheits-Apps, die das Leben erleichtern. Die kostenlose App „Meine Medizin“ bietet eine praktische Übersicht über den eigenen Medikamentenhaushalt und eine Erinnerungsfunktion, die über Einnahmezeit und Dosierung informiert. Auch Notfall-Apps wie „Notfall-Hilfe HD“ sind eine wertvolle Ergänzung für das Smartphone.

Generell gilt – nicht nur für Apps: Finger weg von Angeboten für Tests oder Diagnosen sowie Therapievorschlägen, da Nutzen und Vertrauenswürdigkeit sehr bedenklich sind. Vergessen Sie niemals: Die Expertise des Arztes Ihres Vertrauens kann niemals virtuell ersetzt werden!

Autor: Michael Mallmann

Bildnachweis: dolgachov | Bigstock

© Copyright  2018 - selpers

selpers Gesundes Lernen

Immer informiert

Ja, ich möchte den Newsletter von selpers abonnieren und regelmäßig über Blogbeiträge, Online-Kurse und Veranstaltungen informiert werden.