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Bakterienherde in der Wohnung – an diesen sieben Orten lauern die meisten Keime

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Während und kurz nach einer Chemotherapie sind Krebspatienten und Krebspatientinnen oft anfälliger für Infektionen durch Bakterien. Um unnötige Erkrankungen zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, wo sich die meisten Erreger verstecken und wie sich diese am besten beseitigen lassen.

1. Wischlappen und Küchenschwamm

Der keimbelastetste Ort in Ihrer Wohnung ist nicht Ihre Toilette, sondern Ihre Spüle. Vor allem Wischlappen und Schwämme bieten ideale Nährböden für Bakterien, da sie fast immer feucht sind und sich Essensreste in ihren Fasern ansammeln. Ohne es zu bemerken, verbreiten Sie die Krankheitserreger beim Wischen in Ihrer ganzen Küche.

Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Spülschwamm wirklich nur zum Spülen zu verwenden, nach Gebrauch unter heißem Wasser auszuwaschen und wöchentlich auszuwechseln. Geschirrhandtücher und Putzlappen sollten Sie ebenfalls einmal pro Woche austauschen und bei 60 Grad in der Waschmaschine reinigen. Ihre Spülbürste wird bei 60 °C in der Spülmaschine wieder keimfrei.

2. Kühlschrank

Trotz der dort herrschenden kühlen Temperaturen zählt der Kühlschrank zu den schmutzigsten Orten innerhalb Ihrer vier Wände. Wissenschaftler der University of Arizona fanden mehr als 11,4 Millionen Keime pro Quadratzentimeter. Eine südkoreanische Studie erbrachte außerdem das unappetitliche Ergebnis, dass die Keimvielfalt im Gemüsefach größer ist, als auf Toilettensitzen.

Um dem Problem entgegenzuwirken, sollten Sie Ihren Kühlschrank mindestens viermal im Jahr gründlich reinigen. Als Putzmittel genügt Essigwasser, das auf natürliche Weise antibakteriell wirkt. Verschließen Sie außerdem alle Lebensmittel-Behälter gut, um den Inhalt vor einer Kontamination durch eventuell vorhandene Keime zu schützen.

3. Waschmaschine

Niedrige Waschtemperaturen und Energiesparprogramme benötigen weniger Strom und schonen die Umwelt. Die Zahl der Mikroorganismen wird jedoch bei Temperaturen von 30 bis 40 °C kaum verringert. Im Gegenteil: In der warmen, feuchten Umgebung fühlen sich Bakterien besonders wohl.

Waschen Sie deshalb keimbelastete Textilien wie Unterwäsche, Hand- und Geschirrtücher sowie Spül- und Putzlappen stets bei 60 °C und mit einem bleichmittelhaltigen Waschmittel. Der Kochwaschgang ist für gewöhnlich nur dann nötig, wenn eine Person in Ihrem Haushalt an einer akut ansteckenden Krankheit leidet.

4. Fernseher

Auf den Bildschirmen von TV-Geräten findet sich ebenfalls ein vielfältiges mikrobiologisches Leben. Grund hierfür ist wahrscheinlich, dass die horizontalen Flächen nur selten gereinigt werden. Reichlich besiedelt ist auch die Fernbedienung, die meist von der gesamten Familie genutzt wird.

Während Sie den Monitor am besten mit einem speziellen Bildschirmreiniger von den Erregern befreien, können Sie den Keimen auf der Fernbedienung optimal mit Brillenputztüchern zu Leibe rücken.

5. Abflüsse

In den Abflüssen von Duschen, Waschbecken und Spülen sammeln sich Hautschuppen, Haare und Speisereste, die für Krankheitserreger eine ideale Nahrungsquelle darstellen. Tun Sie nichts dagegen, bilden die Keime mit der Zeit einen glitschigen, modrig riechenden Biofilm.

Sorgen Sie mit einem Abflusssieb dafür, dass möglichst wenige Feststoffe ins Rohr rutschen, und waschen Sie den Abfluss ein bis zweimal wöchentlich mit einem Desinfektionsreiniger aus. Gegen Ablagerungen im Abflussrohr hilft ein Teelöffel Bleichmittel, verdünnt mit Wasser.

6. Herd-Knöpfe

Dieser Bakterienherd wird oft unterschätzt. Dabei sammeln sich hier mit die meisten Keime an. Während des Kochens spritzt das Essen darauf und nicht immer werden vor dem Berühren der Regler die Hände gewaschen und abgetrocknet.

Schrauben Sie die Knöpfe regelmäßig ab und reinigen Sie sie gründlich in heißem Wasser mit Spülmittel. Bei dieser Gelegenheit können Sie sich auch gleich um Ihre Dunstabzugshaube kümmern, an der sich durch den Fettdunst ebenfalls gesundheitsgefährdende Erreger sammeln.

7. Zahnbürstenhalter

Auch wenn Sie Ihre Zahnbürste nach jedem Zähneputzen gründlich ausspülen, tropft immer etwas Flüssigkeit auf Ihren Bürstenhalter. Nicht selten wird dieser im Laufe der Zeit von Staphylokokken und Kolibakterien besiedelt.

Säubern Sie den Halter regelmäßig mit heißem Wasser und Seife oder stecken Sie ihn einmal pro Woche in die Spülmaschine. Lässt es das Material zu, empfiehlt sich außerdem eine wöchentliche Behandlung mit einem Desinfektionsmittel.

Doch auch außerhalb Ihrer Wohnung lauern Bakterienfallen. Wo diese sind und was Sie dagegen tun können, verraten wir Ihnen in unserem Artikel: Bakterienfallen außerhalb der eigenen vier Wände – an diesen sieben Orten ist Achtsamkeit geboten.

Autorin: Dr. med. Iris Herscovici

Bildnachweis: tab62 | Bigstock

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