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Kurs CLL behandeln: Lektion 4 von 8

Antikörpertherapie bei CLL

Bei der Antikörpertherapie werden sogenannte monoklonale Antikörper verwendet. Diese erkennen bestimmte Strukturen an der Oberfläche der CLL-Zellen. Die Antikörper binden an diese Strukturen und können damit ganz gezielt die Krebszellen schädigen oder sie für das körpereigene Abwehrsystem zugänglich machen. Der bekannteste Vertreter ist Rituximab. Inzwischen stehen jedoch eine ganze Reihe weiterer monoklonaler Antikörper zur Verfügung. Die Strukturen auf der Zelloberfläche, die von monoklonalen Antikörpern erkannt werden, nennen Mediziner die Cluster of Differentiation. Sie werden mit der Abkürzung CD und einer Nummer benannt. Rituximab ist zum Beispiel ein CD20-Antikörper.

Ablauf der Antikörpertherapie

Das Medikament wird meist bei einem ambulanten Aufenthalt in der Klinik verabreicht. Dabei wird es über eine Infusion in die Vene gegeben. Die Antikörper verteilen sich dann über den Blutkreislauf im ganzen Körper.

  • Planen Sie für die Behandlung genügend Zeit ein, da die Antikörpertherapie als langsame Infusion verabreicht wird und mehrere Stunden dauert.
  • Um den Zugang für die Infusion gut legen zu können, tragen Sie am besten etwas Kurzärmliges oder locker sitzende Kleidung.
  • Da die Infusion relativ lange dauert, nehmen sie sich am besten Musik, etwas zu lesen, Rätselhefte oder andere Dinge zur Unterhaltung mit (Smartphone-Spiele eignen sich auch gut).
  • Lassen Sie sich von der Familie, Freunden oder mit einem Taxi abholen und fahren Sie nach der Behandlung besser nicht selbst. Unter Umständen fühlen Sie sich im Anschluss sehr erschöpft oder leiden unter anderen Nebenwirkungen.

Nebenwirkungen der Antikörpertherapie

In der Zeit nach der Antikörpertherapie kann es leichter zu Infektionen kommen. Das Blutbild kann verändert sein. Kurzfristig kommt es sehr häufig zu Nebenwirkungen, die einem grippalen Infekt ähneln. Direkt während der Behandlung mit Antikörpern, kann es manchmal zu Symptomen kommen, die als infusionsassoziierte Reaktionen bezeichnet werden. Es kommt zu Fieber, Schüttelfrost, Atembeschwerden, Juckreiz, Ausschlägen und Schwellungen. Im schlimmsten Fall ähnelt die Reaktion einem allergischen Schock. Dann kann sogar eine intensivmedizinische Betreuung nötig werden. Diese Reaktionen kommen durch den Zerfall der CLL-Zellen zustande. Deshalb sind sie umso stärker, je höher die Zahl Ihrer CLL-Zellen ist. Ihr Arzt wird diese Problematik genau mit Ihnen durchsprechen. Liegt bei Ihnen eine hohe Zahl an CLL-Zellen vor, kann Ihr Arzt vorab bereits Gegenmaßnahmen ergreifen und zum Beispiel versuchen, die Anzahl der Zellen zunächst durch andere Therapien abzusenken.

ATONC161882a-2016-12-20 | Geprüft Univ.-Prof. Dr. Ulrich Jäger: Stand 23.03.2017

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.