1. Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs im Alltag

Welche Arten von Erhaltungstherapie gibt es bei Eierstockkrebs und warum sind sie wichtig?

Die Erhaltungstherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Eierstockkrebs. Nach Operation und Chemotherapie trägt sie dazu bei, den Behandlungserfolg zu sichern und ein Wiederauftreten der Erkrankung möglichst lange hinauszuzögern.

Es gibt zwei Hauptformen: Die Antikörpertherapie wird über die Vene verabreicht und hemmt die Bildung neuer Blutgefäße, die der Tumor zum Wachsen benötigt. Sie beginnt meist parallel zur Chemotherapie und wird anschließend noch rund 15 Monate fortgeführt.

Die PARP-Inhibitoren sind Tabletten, die bestimmte Enzyme in den Krebszellen blockieren und so die DNA-Reparatur verhindern. Sie wirken besonders bei Patientinnen mit BRCA1- oder BRCA2-Mutation oder HRD-Positivität. Die Einnahme startet nach Abschluss der Chemotherapie und dauert je nach Präparat zwei bis drei Jahre. In ausgewählten Fällen kann auch eine Kombination aus beiden Therapien sinnvoll sein, wenn die genetischen Voraussetzungen gegeben sind.

Wie sieht ein typischer Tag mit einer Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs aus?

Wie ein Tag unter Erhaltungstherapie aussieht, hängt stark davon ab, welche Behandlung Sie erhalten.

Wenn Sie eine Antikörpertherapie bekommen, haben Sie alle drei Wochen einen Infusionstermin in der Praxis oder im Krankenhaus. Während der Infusion stehen Sie unter ärztlicher Aufsicht. An den übrigen Tagen können Sie Ihren Alltag weitgehend normal gestalten, denn körperlich belastend ist diese Therapieform in der Regel nicht.

Wenn Sie eine Tablettentherapie mit PARP-Inhibitoren erhalten, nehmen Sie die Tabletten täglich meist zu Hause und zu einer festen Tageszeit ein. Zu Beginn ist eine engmaschige Betreuung wichtig, damit Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beobachten kann, wie gut Sie die Therapie vertragen. In den ersten Wochen finden deshalb häufigere Kontrolltermine statt. Wenn sich die Einnahme gut eingespielt hat, können die Abstände zwischen den Terminen verlängert werden – manchmal bis zu drei Monate.

Gestalten Sie Ihren Alltag

Versuchen Sie, Ihren Alltag möglichst normal weiterzuführen. Planen Sie schöne Aktivitäten ein und gönnen Sie sich Ruhepausen, wenn Sie sie brauchen. Das unterstützt Ihre Lebensqualität und hilft, nicht ständig an die Erkrankung zu denken.

Wie kann ich die Erhaltungstherapie gut in meinen Alltag integrieren?

Gerade bei einer Tablettentherapie ist Regelmäßigkeit entscheidend. So gelingt das gut:

  • Nehmen Sie Ihre Tabletten täglich zur gleichen Zeit.
  • Nutzen Sie Erinnerungen, z. B. am Handy oder durch einen Wecker.
  • Haben Sie eine Tablette einmal vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis. Fahren Sie am nächsten Tag wie gewohnt fort.

Sowohl für eine Therapie mit Tabletten als auch mit Infusionen gilt: Planen Sie Arzttermine so, dass sie gut in Ihren Alltag passen. Wenn Urlaube oder besondere Ereignisse anstehen, sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam – Infusionstermine lassen sich in der Regel verschieben.

Mit Konsequenz den Therapieerfolg sichern

Die Erhaltungstherapie ist langfristig angelegt. Sie wirkt am besten, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Kleine Hilfsmittel im Alltag können helfen, die Routine beizubehalten.

Wie gehe ich mit unvorhergesehenen Ereignissen im Tagesablauf um?

Während einer längeren Therapie können unerwartete Situationen auftreten, etwa Müdigkeit, Termine oder Reisen. Wichtig ist, gelassen zu bleiben und flexibel zu reagieren. Bei Bedarf können Sie die Therapie nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auch kurzzeitig pausieren.

Sprechen Sie Veränderungen oder Beschwerden offen an, damit gemeinsam überlegt werden kann, wie Sie unterstützt werden – sei es durch Medikamente oder Anpassungen im Alltag. Gegen Müdigkeit und Erschöpfung helfen sanfte Bewegung, Spaziergänge, Yoga oder regelmäßige Treffen mit Freunden. So können Sie Ihren Alltag aktiv gestalten und sind nicht nur auf die Erkrankung konzentriert.

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    Geprüft Prof.in Dr.in Pauline Wimberger: Stand ??? | Quellen und Bildnachweis
    Antikörpertherapie
    Therapie mit Eiweißmolekülen, die bestimmte Merkmale von schädlichen Zellen oder Eiweiße erkennen. Dadurch können schädliche Zellen beispielsweise im Wachstum gebremst oder gezielt zerstört werden.
    Chemotherapie
    Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
    Erhaltungstherapie
    Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
    Infusion
    Verabreichung einer Flüssigkeit (mit oder ohne darin gelösten Medikamente) über einen Zugang in ein Blutgefäß.
    PARP-Inhibitor
    PARP-Inhibitoren sind Medikamente, die in bestimmte Reparaturmechanismen von Zellen eingreifen. Sie werden häufig bei bestimmten genetischen Veränderungen eingesetzt, um die Vermehrung von Tumorzellen zu verlangsamen oder zu stoppen.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.
    Vene
    Venen sind Blutgefäße, die dafür verantwortlich sind, sauerstoffarmes Blut aus den verschiedenen Körperbereichen aufzunehmen und zurück zum Herzen zu transportieren.