3. Nebenwirkungen der Erhaltungstherapie verstehen

Welche Nebenwirkungen können bei der Erhaltungstherapie auftreten?

Die Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs kann unterschiedliche Nebenwirkungen haben – je nachdem, welches Medikament eingesetzt wird.

Bei der Antikörpertherapie , die das Wachstum neuer Blutgefäße hemmt, können oft folgende Beschwerden auftreten:

  • Bluthochdruck – daher ist eine regelmäßige Blutdruckkontrolle wichtig.
  • Erhöhtes Risiko für Blutungen oder Thrombosen – vor geplanten Operationen sollte die Therapie deshalb rechtzeitig pausiert werden.
  • Eiweiß im Urin – dies wird durch regelmäßige Urinkontrollen überprüft.

Trotz dieser möglichen Nebenwirkungen wird die Therapie in der Regel gut vertragen. Nur selten sind stärkere Maßnahmen notwendig, etwa zusätzliche Medikamente zur Blutdrucksenkung.

Bei den PARP-Inhibitoren können auch andere Nebenwirkungen auftreten, insbesondere:

  • Veränderungen im Blutbild – etwa eine Abnahme roter oder weißer Blutkörperchen; diese werden regelmäßig kontrolliert.
  • Müdigkeit (Fatigue ) – Bewegung, frische Luft, Yoga oder Akupunktur können helfen, die Energie zurückzugewinnen.
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall sind meist gut behandelbar.

Selten, aber wichtig zu wissen: In Einzelfällen können schwerwiegende Blutbildveränderungen auftreten. Diese sind sehr selten und werden durch regelmäßige Kontrollen früh erkannt.

Trotz möglicher Nebenwirkungen gilt: Die Erhaltungstherapie ist ein großer Fortschritt in der Behandlung von Eierstockkrebs. Viele Patientinnen vertragen sie über Jahre gut und profitieren deutlich von der verlängerten Krankheitskontrolle.

Was kann ich selbst tun, um Nebenwirkungen vorzubeugen?

Sie können selbst aktiv dazu beitragen, Nebenwirkungen zu lindern oder vorzubeugen. Besonders hilfreich sind:

  • Bewegung und frische Luft: Regelmäßige, sanfte Aktivität wie Spazierengehen oder Yoga verbessert Kreislauf, Stimmung und Energie.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine nährstoffreiche, mediterrane Kost unterstützt das Immunsystem, fördert die Regeneration und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten.
  • Psychologische Unterstützung: Gespräche mit Psychoonkolog:innen können helfen, Ängste zu verarbeiten und innere Stärke zu fördern. Auch wer sich gut eingebunden fühlt, profitiert häufig von professioneller Begleitung.

Darüber hinaus ist der Austausch mit anderen Betroffenen wertvoll. In Selbsthilfegruppen oder Gesprächsrunden können Erfahrungen geteilt werden – oft hilft es, zu wissen, dass man mit seinen Sorgen nicht allein ist.

Warum ist es wichtig, Nebenwirkungen offen anzusprechen – und wann sollte ich mein Behandlungsteam kontaktieren?

Sprechen Sie alle Nebenwirkungen offen an – auch solche, die Ihnen zunächst unbedeutend erscheinen. Nur wenn Ihr Behandlungsteam genau weiß, wie es Ihnen geht, kann es frühzeitig reagieren und die Therapie gegebenenfalls anpassen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin hat dabei immer das Ziel, dass Sie sich mit der Behandlung wohlfühlen und Ihren Alltag so normal wie möglich gestalten können – mit Familie, Beruf und Freizeit. Eine offene und ehrliche Kommunikation ist der Schlüssel, um die Therapie optimal auf Ihre individuelle Lebenssituation abzustimmen.

Wann Sie sofort Ihr Behandlungsteam kontaktieren sollten

Wenn neue oder starke Beschwerden auftreten, melden Sie sich sofort – auch außerhalb der regulären Termine. Viele Kliniken sind rund um die Uhr erreichbar.

Kontaktieren Sie Ihr Behandlungsteam besonders bei:

  • plötzlich auftretenden Schmerzen,
  • starker Übelkeit oder Erbrechen,
  • Fieber, Atemnot oder Blutungen.

Warten Sie in solchen Fällen nicht bis zum nächsten Termin. Einige Symptome können ernst sein und müssen sofort ärztlich abgeklärt werden.

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    Geprüft Prof.in Dr.in Pauline Wimberger: Stand ??? | Quellen und Bildnachweis
    Antikörpertherapie
    Therapie mit Eiweißmolekülen, die bestimmte Merkmale von schädlichen Zellen oder Eiweiße erkennen. Dadurch können schädliche Zellen beispielsweise im Wachstum gebremst oder gezielt zerstört werden.
    Eiweiße
    (Proteine)
    Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
    Erhaltungstherapie
    Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
    Fatigue
    Häufige Begleiterkrankung von schweren Krankheiten, die mit anhaltender Müdigkeit, Kraftlosigkeit und fehlendem Antrieb einhergeht. 
    PARP-Inhibitor
    PARP-Inhibitoren sind Medikamente, die in bestimmte Reparaturmechanismen von Zellen eingreifen. Sie werden häufig bei bestimmten genetischen Veränderungen eingesetzt, um die Vermehrung von Tumorzellen zu verlangsamen oder zu stoppen.
    Psychoonkolog:innen
    Psychologische Unterstützung von Menschen, die an Krebs erkrankt sind. Hauptziel ist es, den Patienten bei der Bewältigung der emotionalen, sozialen und psychologischen Herausforderungen zu helfen, die mit der Krebsdiagnose und -behandlung verbunden sind.
    Thrombose
    Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockieren kann. Kann in Venen oder Arterien auftreten.