5. Der Weg zur Diagnose bei Gliomen

Welche Untersuchungen sind für die Diagnose eines Glioms notwendig?

Bei dem konkreten Verdacht auf ein Gliom ist die erste wichtige Untersuchung zunächst eine Kernspintomografie (MRT ) des Kopfes. Das MRT liefert detaillierte Informationen über das Gehirn und ermöglicht es, den Tumor genau zu lokalisieren . Wichtig ist, dass bei einer solchen Bildgebung verschiedene Sequenzen durchgeführt werden können. Sequenzen sind unterschiedliche Aufnahmetechniken im Bereich der Kernspintomografie (MRT), die spezifische Gewebe- oder Struktureigenschaften hervorheben. Sie sollten dafür ein spezialisiertes Zentrum aufsuchen, das über entsprechende Erfahrung verfügt.

Im weiteren Verlauf der Abklärung können Aufnahmen des Bauch- oder Brustraums nötig sein. Sie dienen dazu, eine mögliche Metastasierung von anderen Tumoren in das Gehirn auszuschließen.

Zusätzlich kann eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquordiagnostik ), des sogenannten Liquors, sinnvoll sein. Mit dieser Methode können die Ärzt:innen entzündliche Erkrankungen wie Multiple Sklerose ausschließen, die ähnliche Symptome wie ein Gliom verursachen können.

Auch metabolische, also den Stoffwechsel betreffende Störungen oder Veränderungen, zum Beispiel in Bezug auf Hormone, können zu Veränderungen im Gehirn führen, die sehr ähnlich sind wie bei einem Gliom. Auch diese müssen ausgeschlossen werden.

Wie die einzelnen Untersuchungen genau ablaufen, erfahren Sie in der Schulung „Befunde verstehen“.

Symptome bestimmen Untersuchungen

Nicht alle Untersuchungen sind bei allen Patient:innen notwendig. Welche Untersuchungen in Ihrem Fall sinnvoll sind, hängt von Ihrem individuellen Beschwerdebild, also Ihren Symptomen ab.

Welche Untersuchungen können bei fortschreitendem Krankheitsverlauf notwendig werden?

Gliome können sehr unterschiedliche Krankheitsverläufe haben, da auch die Symptome individuell unterschiedlich sind.

  • Bei einigen Patient:innen bleiben die Tumorgröße und damit auch die Symptome des Glioms über Jahre stabil.
  • Bei anderen Betroffenen wächst der Hirntumor stetig.

Je nach Verlauf werden die Kontrollintervalle individuell angepasst:

  • Manche Patient:innen werden alle drei Monate zur MRT-Kontrolle einbestellt.
  • In anderen Fällen reicht eine Kontrolle alle sechs Monate aus.

Regelmäßige Untersuchungen sind entscheidend, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Therapie entsprechend anzupassen.

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    Geprüft Prim. Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, FEAN: Stand September 2025 | Quellen und Bildnachweis
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    Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
    Liquordiagnostik
    Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), die zur Diagnose von Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Tumoren eingesetzt wird.
    Lokalisation
    Die genaue Bestimmung des Ortes, an dem eine Veränderung, ein Schmerz oder eine Erkrankung im Körper auftritt
    MRT
    (Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie)
    Bildgebendes Verfahren, das sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln oder Fettgewebe eignet. Magnetfelder lösen in den verschiedenen Geweben unterschiedliche Signale aus. Diese werden zu Bildern umgewandelt. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keine Strahlenbelastung.
    Stoffwechsel
    Biochemische Vorgänge, die innerhalb und zwischen den Zellen ablaufen und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen notwendig sind.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.