4. Dauer von Exazerbationen bei COPD

Kann ich beeinflussen, wie lange meine COPD-Exazerbation dauert und welche Vorteile hat ein frühes Eingreifen?

COPD-Patient:innen können den Verlauf und die Dauer einer Exazerbation selbst positiv beeinflussen.

Entscheidend ist, die Bedarfsmedikamente bzw. die Atemtechniken frühzeitig anzuwenden. Zögern Sie deshalb nicht, wenn Sie erste Anzeichen wie zunehmende Atemnot, verstärkten Husten oder vermehrten Auswurf bemerken: Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn trägt dazu bei, die Symptome rasch zu lindern. Auch ein Krankenhausaufenthalt lässt sich in vielen Fällen vermeiden.

Wenn innerhalb der ersten zwei Tage nach Symptombeginn keine Besserung eintritt, sollten Sie Ihre Fachärztin oder Ihren Facharzt kontaktieren, um die medikamentöse Therapie anzupassen.

Tipp:

Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam einen Plan, damit Sie im Ernstfall nicht lange überlegen müssen. Bewahren Sie diese Anleitung an einem gut sichtbaren Ort (z.B.  an einer Pinnwand oder in der Nähe Ihrer Medikamente) auf.

🟢 Grün – stabile Erkrankung

Sie fühlen sich gut und haben gar keine oder nur geringe Beschwerden.

Was ist zu tun?

  • Nehmen Sie ihre Dauermedikamente weiterhin wie verordnet ein.
  • Halten Sie Ihre Kontrolluntersuchungen bei Ihrer Lungenfachärztin oder Ihrem Lungenfacharzt ein.
  • Bleiben Sie körperlich aktiv.

 

🟡 Gelb – möglicherweise beginnende Verschlechterung

Die Atemnot und der Husten nehmen zu, der Auswurf ist dickflüssiger oder verfärbt und Sie fühlen sich erschöpft.

Was ist zu tun?

  • Nehmen Sie zusätzlich zu den Dauermedikamenten auch Ihre Bedarfsmedikamente ein.
  • Wenden Sie Atemtechniken wie die Lippenbremse oder den Kutschersitz an.
  • Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, falls sich die Beschwerden innerhalb von 24–48 Stunden nicht bessern.

 

🔴 Rot – Notfall

Sie spüren bereits in Ruhe starke Atemnot, Brustschmerzen, Schwindel oder Verwirrtheit. Ihre Lippen oder Finger sind bläulich verfärbt.

Was ist zu tun?

  • Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie den Ärztefunkdienst oder die Rettung.
  • Verwenden Sie Ihren Inhalator und nehmen Sie Ihre verordneten Notfallmedikamente (z. B. Kortison ) ein.
  • Informieren Sie Ihre Angehörigen oder Nachbarn, damit Sie nicht alleine sind, bis Hilfe eintrifft.

 

Lassen Sie diesen Plan regelmäßig von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt überprüfen und aktualisieren.

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    MAT-AT-2501161 - 1.0 - 11/2025 | Geprüft Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour: Stand November 2025 | Quellen und Bildnachweis
    Exazerbation
    Eine Exazerbation kann bei vielen chronischen Erkrankungen auftreten. Dabei kommt es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Symptome, die akut behandelt werden muss. 
    Kortison
    Kortison ist ein körpereigenes Hormon. Für therapeutische Zwecke wird es meist in höheren Konzentrationen verwendet und wirkt dann vor allem entzündungshemmend.