3. Medikamente und Akutbehandlung bei COPD

Welche Medikamente kommen bei einer COPD-Exazerbation zum Einsatz?

Bei einer akuten Verschlechterung der COPD können verschiedene Medikamente helfen, die Symptome zu lindern. Dabei kommen drei unterschiedliche Medikamentengruppen zum Einsatz:

  • Bronchienerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren)
    Diese Medikamente entspannen die verkrampfte Muskulatur in den Bronchien. Besonders kurz-wirksame Bronchodilatatoren verbessern die Atmung rasch und eignen sich daher gut bei Exazerbationen. Je nach ärztlicher Anordnung können Sie die Inhalation selbstständig alle 4 bis 6 Stunden wiederholen.
  • Kortison-Präparate
    Wenn Bronchodilatatoren die Atemnot nicht ausreichend lindern, verschreibt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Kortison-Tabletten. Diese wirken entzündungshemmend und reduzieren Schwellungen der Bronchien. Das kann die Atmung erleichtern und die Dauer der Exazerbation verkürzen.
  • Antibiotika
    Antibiotika kommen nur dann zum Einsatz, wenn Bakterien an einer akuten Verschlechterung beteiligt sind. Dies ist bei etwa 50% der Exazerbationen der Fall. Meistens werden Antibiotika als Tabletten verabreicht, bei schweren Verläufen auch intravenös.

Welche Rolle spielen Antibiotika bei Exazerbationen?

Nicht jede Exazerbation wird durch Bakterien verursacht. Antibiotika kommen daher nur dann zum Einsatz, wenn Hinweise auf eine bakterielle Infektion vorliegen. Typische Anzeichen sind neu auftretender oder verstärkt eitriger Auswurf, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Auch bestimmte Laborwerte aus einer Blutuntersuchung können auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

In den meisten Fällen werden Antibiotika in Tablettenform verabreicht. In schwereren Fällen ist auch eine intravenöse Gabe möglich. Eine langfristige Einnahme ist sehr selten und kommt nur in Frage, wenn Exazerbationen besonders häufig auftreten und nicht durch andere Maßnahmen verhindert werden können.

Hinweis

Nehmen Sie Antibiotika immer genau nach ärztlicher Anweisung ein. Auch wenn sich die Beschwerden schnell bessern, ist es wichtig, die Therapie nicht frühzeitig abzubrechen. Eine zu kurze Einnahmedauer kann dazu führen, dass Bakterien im Körper verbleiben und eine erneute Infektion auslösen.

Wie lange dauert die medikamentöse Behandlung einer COPD-Exazerbation und wovon ist die Zeitdauer abhängig?

Die Dauer der medikamentösen Behandlung hängt von der Schwere der Exazerbation und von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. In den meisten Fällen reicht eine medikamentöse Behandlung über 3 bis 5 Tage aus. Das gilt sowohl für die Gabe von Kortison-Tabletten als auch für eine eventuell notwendige Antibiotikatherapie. Eine längere Therapie ist nur in Ausnahmefällen nötig, zum Beispiel bei weit fortgeschrittener COPD. Bei schwereren Verläufen, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machen, kann sich die Behandlungsdauer auf 7 bis 10 Tage verlängern.

Wichtig zu wissen:

Auch wenn die Medikamente bereits abgesetzt wurden, können die Beschwerden noch anhalten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Atemnot, Husten oder reduzierte Belastbarkeit bis zu sechs Wochen oder länger nach Beginn der Behandlung spürbar bleiben. Der Körper benötigt Zeit, um sich vollständig zu erholen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei allen Medikamenten kann es auch bei der Behandlung einer COPD-Exazerbation zu vorübergehenden Nebenwirkungen kommen. In den meisten Fällen überwiegt der Nutzen der Medikamente jedoch deutlich. Ihr Behandlungsteam unterstützt Sie dabei, eine passende und gut verträgliche Therapie zu finden. Auch wenn sie nicht bei allen Patient:innen auftreten, ist es wichtig, dass Sie über mögliche Nebenwirkungen informiert sind und diese richtig einordnen können.

  • Antibiotika führen manchmal zu unerwünschten Reaktionen wie Durchfall, Hautausschlägen , Unruhe oder Schlafstörungen.
    Wenn Sie in der Vergangenheit Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf Antibiotika hatten, sollten Sie das unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.
  • Bronchodilatatoren können bei häufiger Anwendung zu Zittern, einem beschleunigten Puls oder innerer Unruhe führen. Es gibt verschiedene Wirkstoffe und Inhalationssysteme. Sollten Sie ein Mittel nicht gut vertragen, kann man meist auf ein anderes Präparat umstellen.
  • Kortison-Tabletten können unter anderem ein Wärmegefühl oder unruhigen Schlaf verursachen. Langfristige Reaktionen wie vorübergehende Gewichtszunahme oder Wassereinlagerungen im Gesicht treten meistens nur bei dauerhafter Einnahme in höheren Dosen auf.

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    Exazerbation
    Eine Exazerbation kann bei vielen chronischen Erkrankungen auftreten. Dabei kommt es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Symptome, die akut behandelt werden muss. 
    Gen
    Ein winziger Abschnitt unserer Erbinformation, der DNA. In der DNA sind Funktionen und Merkmale des Körpers festgelegt, zum Beispiel die Augenfarbe.
    intravenös
    (Abkürzung: IV)
    Medikamente, Flüssigkeiten oder Nährstoffe werden über eine Vene in den Blutkreislauf eingebracht. Dazu wird eine Spritze oder eine Infusion mit einer Nadel oder einem Katheter verwendet.