4. Biomarker und Therapieentscheidung

Wie können Biomarker zeigen, welche Behandlung bei Eierstockkrebs zu mir passt?

Genetische Biomarker wie BRCA1, BRCA2 oder ein positiver HRD-Test geben wichtige Hinweise darauf, welche Behandlung am besten wirken kann. Wenn eine dieser Veränderungen vorliegt, spricht der Tumor häufig besonders gut auf PARP-Inhibitoren an. Diese werden in der Erhaltungstherapie nach der Chemotherapie eingesetzt und sollen den Therapieerfolg möglichst lange stabil halten.

Während dieser Erhaltungstherapie wird der Tumormarker CA125 regelmäßig im Blut kontrolliert, meist alle drei Monate. Bleibt der Wert stabil oder niedrig, kann die Behandlung wie geplant weitergeführt werden. Steigt der Wert dagegen stark an, wird zur Sicherheit mit bildgebenden Verfahren (z. B. CT oder Ultraschall) überprüft, ob sich tatsächlich ein Rückfall oder Fortschreiten der Krankheit zeigt.

In unserem Kurs Alltag mit Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs finden Sie hierzu weitere Informationen.

Wie gut können Biomarker vorhersagen, ob eine Therapie bei Eierstockkrebs wirkt?

Eine der wichtigsten Standardtherapien beim Eierstockkrebs ist eine platinhaltige Chemotherapie. Manche Tumore sprechen gut darauf an, aber andere bleiben trotz Behandlung aktiv. Diese nennt man platinresistent.

Derzeit gibt es keinen sicheren Test, der schon im Voraus zeigen kann, ob ein Tumor platinempfindlich oder platinresistent ist. Genetische Biomarker wie BRCA1, BRCA2 oder HRD können aber wichtige Hinweise geben: Tumore mit solchen Kennzeichen sprechen in der Regel besser auf platinhaltige Therapien und auf anschließende Erhaltungstherapien an.

Ein weiterer Hinweis kann der Verlauf des Tumormarkers CA125 sein:

  • Sinkt der Wert während der Therapie, spricht der Tumor wahrscheinlich an.
  • Steigt der Wert deutlich trotz Chemotherapie, kann das ein Hinweis auf Platinresistenz sein. Dann wird der Verlauf genauer überwacht, meist mit CT-Untersuchungen, und die Therapie gegebenenfalls angepasst.

Wichtig ist jedoch: CA125 ist nur ein Teil der Gesamtbeurteilung und muss immer zusammen mit anderen Befunden bewertet werden.

Wie hängen Biomarker mit der Entscheidung für eine Erhaltungstherapie zusammen?

Biomarker zeigen, ob eine Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs sinnvoll ist. Liegt eine Veränderung in den Genen BRCA1, BRCA2 oder eine HRD vor, spricht der Tumor oft gut auf PARP-Inhibitoren an, und die Erhaltungstherapie kann gezielt eingesetzt werden.

Damit Biomarker sicher in die Therapieplanung einfließen, sollten Patientinnen in spezialisierten Zentren behandelt werden. Dort werden diese Tests routinemäßig durchgeführt, und die Behandlung folgt modernen Standards. So wird sichergestellt, dass keine wichtige Therapiemöglichkeit übersehen wird und die Patientinnen die bestmögliche Versorgung erhalten.

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    Geprüft Prof. Dr. med. Dr. h.c. Alexander Mustea: Stand ?? | Quellen und Bildnachweis
    Chemotherapie
    Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
    CT
    (Computertomografie)
    Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
    Erhaltungstherapie
    Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
    PARP-Inhibitor
    PARP-Inhibitoren sind Medikamente, die in bestimmte Reparaturmechanismen von Zellen eingreifen. Sie werden häufig bei bestimmten genetischen Veränderungen eingesetzt, um die Vermehrung von Tumorzellen zu verlangsamen oder zu stoppen.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.
    Tumormarker
    Tumormarker sind Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie dienen zur Verlaufskontrolle oder als Hinweis auf eine mögliche Erkrankung, sind jedoch meist nicht allein aussagekräftig für eine Diagnose.