Etwa 25–30 % der Eierstockkrebs-Fälle sind genetisch bedingt, häufig durch Mutationen in BRCA1 oder BRCA2. Wenn diese Gene verändert sind, steigt nicht nur das Risiko für Eierstockkrebs, sondern auch für andere Krebsarten, zum Beispiel Brustkrebs. Solche Veränderungen können vererbt werden. Deshalb können auch nahe Angehörige ein höheres Risiko haben.
BRCA1- und BRCA2-Gene sind wichtig für die Reparatur von DNA-Schäden in Zellen. Wenn sie verändert sind, funktioniert diese Reparatur weniger gut, was zur Bildung von Krebszellen führen kann. Medikamente wie PARP-Inhibitoren , die in der Erhaltungstherapie eingesetzt werden, nutzen genau diese Schwäche: Sie blockieren ein zweites Reparatursystem der Tumorzellen. Dadurch können die beschädigten Zellen die DNA-Fehler nicht mehr reparieren und die Tumorzellen sterben ab. Zusammen mit Chemotherapie wird dieser Effekt noch verstärkt, weil die Tumorzellen besonders anfällig für Schäden werden.
Wenn BRCA1 und BRCA2 im Blut unauffällig sind, wird eine HRD-Testung an den Tumorzellen durchgeführt. HRD steht für „homologe Rekombinationsdefizienz“ und beschreibt eine Reparaturschwäche der Tumorzellen, ähnlich wie bei BRCA-Mutationen. Auch hier ist die Ansprechrate auf PARP-Inhibitoren erhöht.