Niedriggradige Gliome fallen in die Klassifikation der diffusen Gliome vom adulten Typ, insbesondere die sogenannten Astrozytome oder Oligodendrogliome Grad II, die anhand einer bestimmten Mutation klassifiziert werden. Die Behandlung von niedriggradigen Gliomen richtet sich nach mehreren Faktoren. Dazu zählen vor allem die Art des Tumors, seine Lage im Gehirn und bestimmte genetische Merkmale.
Der erste Behandlungsschritt ist in der Regel eine Operation. Das Ziel dabei ist die vollständige oder teilweise Entfernung des Tumors. Ist das nicht möglich, wird eine Gewebeprobe (Biopsie ) entnommen. Patholog:innen untersuchen diese anschließend mikroskopisch, um die genaue Tumorart zu bestimmen. Patholog:innen sind spezialisierte Fachärzt:innen, die Gewebeproben untersuchen – meist unter dem Mikroskop. Dabei erkennen sie, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt und welche Eigenschaften dieser hat. Ihre Befunde sind entscheidend für die Wahl der passenden Therapie.
Danach bespricht ein interdisziplinäres Tumorboard das weitere Vorgehen. In einigen Fällen sind nach der Operation zunächst keine weiteren Therapieschritte, sondern nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig. Abhängig von den Ergebnissen der Gewebeuntersuchung unter dem Mikroskop kann auch eine Strahlen- oder Chemotherapie empfohlen werden. Wenn bestimmte genetische Veränderungen vorliegen, kommt eine zielgerichtete Behandlung mit dem Wirkstoff Vorasidenib in Frage.

