„Watch-and-Wait“ bedeutet, dass nach einer Operation zunächst keine weitere Behandlung wie Strahlen- oder Chemotherapie folgt. Stattdessen wird der Zustand regelmäßig kontrolliert, z. B. durch MRT-Bildgebung und ärztliche Gespräche.
In diesen Fällen wird eine „Watch-and-Wait“-Strategie empfohlen:
- bei optimaler operativer Entfernung des Tumors und fehlenden Risikofaktoren
- bei niedriggradigen Gliomen mit günstigem molekularem Profil (z. B. IDH-Mutation, 1p/19q-Codeletion)
- bei jüngeren Patient:innen ohne neurologische Beschwerden und mit gutem Allgemeinzustand
Ob eine ‚Watch-and-Wait‘-Strategie sinnvoll ist, hängt nicht nur vom Resektionsgrad ab, sondern vor allem auch von molekularpathologischen Befunden, individuellen Risikofaktoren und dem Zustand des Patienten oder der Patientin. Das Ziel dieses Zuwartens ist es, mögliche Nebenwirkungen durch eine frühzeitige Therapie zu vermeiden. Der Tumor wird deshalb engmaschig überwacht, sodass bei Veränderungen frühzeitig reagiert werden kann.
Mit der Einführung neuer zielgerichteter Therapien wie Vorasidenib gibt es eine mögliche Alternative zum reinen Beobachten. Das Medikament kann das Risiko für ein weiteres Tumorwachstum nach der Operation verringern. Dadurch wird der Beginn der Strahlen- oder Chemotherapie häufig hinausgezögert.
