3. Chirurgische Therapie bei Gliomen

Wann kommt bei einem Gliom eine OP in Frage?

Für die meisten Patientinnen und Patienten ist die Operation der erste Schritt nach der Diagnose. Bei niedriggradigen Gliomen kann dabei häufig ein Großteil des sichtbaren Tumors entfernt werden. Da die Tumorzellen jedoch diffus ins umliegende Gehirngewebe einwachsen, bleibt immer ein mikroskopischer Rest zurück. Wenn eine Operation nicht möglich oder zu riskant ist, wird nur eine kleine Gewebeprobe (sogenannte Biopsie ) entnommen. Diese werden mikroskopisch untersucht, um herauszufinden, um welche Tumorart es sich handelt und welche Therapie im Anschluss sinnvoll ist.

Welche Art der Operation sinnvoll ist, hängt vor allem von der Lage und Ausbreitung des Glioms ab. Entscheidend ist, ob sich der Eingriff sicher durchführen lässt, ohne wichtige Funktionen wie Sprache oder Bewegung zu beeinflussen.

Wie läuft eine OP bei einem Gliom ab?

Vor einer Operation informiert Sie eine Neurochirurgin oder ein Neurochirurg über den geplanten Eingriff und die genauen Abläufe. Jede Operation wird individuell geplant.

Dank moderner Techniken verlaufen die Eingriffe meist ohne Komplikationen. Einige der verwendeten Techniken:

  • Fluoreszenz-Verfahren: Während der Operation kann der Tumor oft nur schwer vom gesunden Gewebe abgegrenzt werden. Deshalb erhalten viele Patientinnen und Patienten vor dem Eingriff eine Flüssigkeit zu trinken, die sich gezielt vor allem im Tumorgewebe anreichert. Unter speziellem Licht beginnt dieses Gewebe dann zu leuchten. Dieser Vorgang wird Fluoreszenz genannt. So wird eine genauere Entfernung ermöglicht.
  • Intraoperative Bildgebung : In spezialisierten Kliniken besteht die Möglichkeit, während der Operation eine MRT-Untersuchung durchzuführen. So können die Neurochirurg:innen direkt beurteilen, ob noch Tumorreste vorhanden sind und diese im selben Eingriff entfernen.
  • Wachoperation: Wenn der Tumor in oder nahe an Bereichen liegt, die für wichtige Funktionen zuständig sind, kann in bestimmten Fällen eine Wachoperation notwendig sein. Dabei bleibt die Patientin oder der Patient während bestimmter Phasen der Operation ansprechbar, sodass wichtige Funktionen direkt überprüft und damit geschont werden können.

Wie lange muss ich nach der OP im Krankenhaus bleiben?

Die meisten Patient:innen erholen sich rasch von der Operation. Daher ist häufig eine Entlassung nach 5 bis 7 Tagen möglich.

Welche Risiken birgt eine OP?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch bei einer Operation am Gehirn Komplikationen auftreten. Dazu zählen zum Beispiel Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen. Wenn wichtige Hirnareale betroffen sind, sind in seltenen Fällen auch vorübergehende Einschränkungen von Sprache oder Bewegung möglich.

Schwerwiegende Komplikationen sind in spezialisierten Zentren jedoch selten. Die meisten Patientinnen und Patienten erholen sich innerhalb weniger Tage bis Wochen gut vom Eingriff.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Nach der Operation finden regelmäßige neurologische Untersuchungen statt, um Veränderungen früh zu erkennen und gezielt zu behandeln. Vorübergehende Einschränkungen bessern sich bei vielen Patient:innen im weiteren Verlauf oder bilden sich vollständig zurück.

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    Geprüft OÄ Dr.in Bernadette Calabek-Wohinz Stand: September 2025 | Quellen und Bildnachweis
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    Bildgebende Verfahren
    Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
    Biopsie
    Entnahme von verdächtigen Gewebeproben, um eine Krebserkrankung oder entartete Zellen zu diagnostizieren. Gewebeproben werden je nach Organ mit verschiedenen Techniken entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.