Bei niedriggradigen Gliomen kann in einigen Situationen eine zusätzliche Chemo- oder zielgerichtete Therapie notwendig sein. Bestimmte Risikofaktoren sprechen für eine frühzeitige medikamentöse Behandlung. Dazu zählen ein Alter über 40 Jahre, ein eingeschränkter Allgemeinzustand oder das Auftreten neurologischer Beschwerden.
- Zytostatische Therapie (Chemotherapie): Eine Chemotherapie kommt vor allem dann in Frage, wenn nach der Operation und Strahlentherapie noch ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Tumor nicht optimal entfernt werden konnte oder nach der Strahlentherapie weiter wächst. Sie wird meist nach der Strahlentherapie begonnen. Sollte eine Bestrahlung nicht möglich sein, kann sie in Einzelfällen auch direkt im Anschluss an die Operation erfolgen. Die Chemotherapie ist auch eine Option, wenn es nach einer längeren stabilen Phase zu erneutem Wachstum des Tumors kommt.
- Zielgerichtete Therapie: Niedriggradigen Gliomen weisen eine IDH-Mutation vor. Dabei handelt es sich um eine genetische Veränderung in den Tumorzellen, die deren Wachstum beeinflusst. Findet sich diese genetische Veränderung in den Tumorzellen, kommt eine zielgerichtete Therapie in Frage. Sie kommt nach einer Operation in Frage, wenn zunächst keine Strahlen- oder Chemotherapie geplant ist.

