Bei einer Strahlentherapie wird gezielt Energie in Form von Strahlen eingesetzt, um Tumorzellen zu schädigen. Während gesunde Zellen Reparaturmechanismen besitzen, sind Tumorzellen empfindlicher. Sie können sich nach der Bestrahlung nicht mehr teilen und sterben im Verlauf ab.
Was ist eine Strahlentherapie und wie wirkt sie?
Welche Strahlenform kommt bei einer Strahlentherapie in Frage?
In den meisten Fällen wird mit sogenannten Photonenstrahlen bestrahlt. Diese ähneln denen bei einer Röntgenuntersuchung, sind aber deutlich energiereicher. In bestimmten Situationen kann bei Gliomen auch eine Behandlung mit Protonen sinnvoll sein. Protonen sind positiv geladene Teilchen, die das Tumorgebiet sehr präzise treffen können und das umliegende Gewebe schonen. Diese Therapie ist nur an wenigen spezialisierten Zentren möglich.
Keine dieser Strahlen macht Sie selbst radioaktiv. Sie dürfen nach der Behandlung ohne Einschränkungen Kontakt zu anderen Menschen haben – auch zu Kindern.
Wann kommt bei einem Gliom eine Strahlentherapie in Frage?
Eine Strahlentherapie ist sinnvoll, wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen, die auf ein schnelleres weiteres Wachstum des Tumors deuten. Dazu zählen: ein höheres Alter, vorhandene neurologische Beschwerden oder eine nur teilweise Entfernung des Tumors bei der Operation.
In solchen Situationen wird im interdisziplinären Tumorboard gemeinsam geprüft, ob eine zusätzliche Strahlentherapie möglich ist.
Welche Nebenwirkungen können bei der Strahlentherapie auftreten und was kann ich dagegen tun?
Die Strahlentherapie wird von den meisten Patient:innen gut vertragen. Nebenwirkungen treten zwar gelegentlich auf, sind jedoch meist mild und vorübergehend. Sie hängen unter anderem von der Lage des Tumors, der Behandlungsdauer und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Häufig berichten Betroffene über eine zunehmende Müdigkeit und raschere Erschöpfbarkeit im Alltag. Diese Beschwerden entwickeln sich oft in den ersten Wochen der Strahlentherapie, bessern sich aber in der Regel nach dem Behandlungsende.
In einigen Fällen kann es zu einem sogenannten Hirnödem kommen. Dabei kommt es zu einer Schwellung im Gehirn, bei der sich Flüssigkeit im behandelten Gewebe ansammelt. Die Schwellung kann vorübergehend zu neurologischen Symptomen führen, zum Beispiel zu Sprachstörungen oder Konzentrationsproblemen. Zur Behandlung wird häufig ein kortisonhaltiges Medikament eingesetzt, das die Schwellung reduziert und die Beschwerden lindert.
Seltener treten Nebenwirkungen erst längere Zeit nach der Strahlentherapie auf. Dazu gehören zum Beispiel leichte Einschränkungen des Denk- oder Erinnerungsvermögens.
In Ausnahmefällen kann es zu einer sogenannten Strahlennekrose kommen. Dabei handelt es sich um eine seltene Reaktion des Gehirngewebes auf die Bestrahlung, die in der Bildgebung wie ein Tumor aussehen kann. Zur weiteren Abklärung kann in diesen Fällen eine spezielle MRT-Untersuchung oder eine erneute Gewebeprobe notwendig sein. Eine Strahlennekrose kann oft medikamentös behandelt werden, zum Beispiel mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Kortison .
Was ist das Ziel der Strahlentherapie bei einem Gliom?
Mit der Strahlentherapie soll das Wachstum des Glioms gestoppt oder deutlich verlangsamt werden. In einigen Fällen kann der Tumor dadurch auch schrumpfen. Das Ziel ist dabei nicht nur eine möglichst wirksame Behandlung, sondern auch der bestmögliche Schutz des gesunden Gehirngewebes.
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