1. RSV verstehen

Was genau ist RSV?

RSV steht für „Respiratorisches Synzytial-Virus“.

  • „Respiratorisch“ bedeutet, dass es die Atemwege befällt – von der Nase und dem Rachen bis in die tiefen Atemwege der Lunge.
  • „Synzytial“ bezeichnet das Zusammenfließen (Verschmelzen) von Zellen, das das Virus in den Atemwegen verursacht. Die infizierten Zellen verbinden sich also miteinander. Dadurch können die Atemwege gereizt werden und es entsteht ein zäher Schleim. Das kann zu längerfristigen Beschwerden, Atemnot und sogar bis zur Lungenentzündung führen.

Das RS-Virus ist weltweit verbreitet und tritt saisonal, vor allem in den kälteren Monaten, auf. Es gibt mehrere Virus-Typen, insbesondere RSV A und RSV B, die beide Erkrankungen auslösen können. Beide Typen ähneln sich stark im Krankheitsbild, unterscheiden sich jedoch geringfügig in ihrer genetischen Struktur und darin, welche Variante in einer Saison häufiger vorkommt.

Wie steckt man sich mit RSV an?

Das Virus wird leicht über Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen:

  • Beim Husten oder Niesen gelangen kleinste Tröpfchen in die Luft und können andere Personen in ca. 2 Metern Abstand anstecken.
  • Das Virus kann auch über Hände und Oberflächen übertragen werden, wo es bis zu einer halben Stunde auf der Haut und noch länger auf Gegenständen überlebt.

Re-Infektionen mit dem RS-Virus sind möglich, weil die durchgemachte Infektion keine langanhaltende bzw. vollständige Immunität hinterlässt, zusätzlich verändert sich das RS-Virus. Das beides bedeutet: Man kann sich mehrmals im Leben infizieren, sogar innerhalb derselben Saison.

Infektionsschutz im Alltag

Waschen oder desinfizieren Sie regelmäßig Ihre Hände und lüften Sie Innenräume mehrmals täglich. Vermeiden Sie engen Kontakt zu Personen mit Husten, Fieber oder laufender Nase – besonders in der Herbst- und Wintersaison, wenn RSV vermehrt auftritt.

Wie unterscheidet sich RSV von einer Grippe oder Erkältung?

RSV beginnt häufig wie ein grippaler Infekt (Erkältung), also mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und manchmal leichtem Fieber. Viele Symptome ähneln zunächst einer normalen Erkältung, deshalb ist die Unterscheidung zu Beginn schwierig.

Im Vergleich zu anderen Atemwegsinfektionen zeigt sich jedoch ein anderer Verlauf:

  • Erkältung: meist mild, kürzer und selten mit Fieber.
  • Influenza (Grippe): beginnt sehr plötzlich, oft mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl.
  • COVID-19: kann ebenfalls grippeähnlich beginnen, geht aber häufiger mit Erschöpfung, Geschmacks- oder Geruchsverlust und längerer Erholungszeit einher.

RSV hingegen entwickelt sich langsamer und hält häufig länger an, besonders durch den oft wochenlang anhaltenden Husten. Wann RSV schwer verlaufen kann, erfahren Sie in der nächsten Lektion.
In unserer Schulung „Influenza verstehen“ können Sie sich über den Verlauf der echten Grippe genauer informieren.

Kombinierte Tests

Es gibt Tests, die RSV, Grippe und COVID-19 gleichzeitig nachweisen können. Viele Arztpraxen oder Kliniken verwenden solche Tests, wenn es für die Behandlung sinnvoll ist.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


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    Geprüft Dominique Moy-Wagner Stand Jänner 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Grippaler Infekt
    Häufige, meist harmlose Erkältungskrankheit, die durch viele verschiedene Viren ausgelöst werden kann. Die Beschwerden entwickeln sich langsamer und sind in der Regel milder: Schnupfen, Halsschmerzen, leichter Husten, manchmal Kopf- oder Gliederschmerzen sowie leichtes Fieber.
    Influenza
    Durch Influenzaviren verursachte Infektionskrankheit. Beginnt plötzlich und führt zu hohem Fieber, Schüttelfrost, starken Kopf- und Gliederschmerzen, trockenem Husten sowie starkem Krankheitsgefühl.