2. Verlauf einer RSV-Infektion

Wie läuft eine RSV-Erkrankung typischerweise ab?

Bleibt die Infektion in den oberen Atemwegen treten meist Husten, Schnupfen und Halsschmerzen auf.

Bei kleinen Kindern kann RSV auch zu Infektionen der Ohren wie einer Mittelohrentzündung führen. Typische Anzeichen sind z. B. Fieber oder dass das Kind oft ans Ohr greift und sehr quengelig wirkt.

Wenn das Virus in die unteren Atemwege gelangt, kann es zu Entzündungen kommen, zum Beispiel einer Bronchitis, Bronchiolitis (Entzündung der kleinen Atemwege) oder auch zu einer Lungenentzündung. Dabei verschmelzen Zellen in den Bronchien (Synzytium), es entsteht zäher Schleim der schwer abzuhusten ist und die Atemwege verlegt. Deswegen bekommt man schwerer Luft und das wiederum kann führen, dass die Organe nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und den ersten Symptomen, beträgt meist 4 bis 6 Tage (2 bis 8 Tage sind möglich). Bei gesunden Erwachsenen klingt die Erkrankung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.

Krankenhausaufenthalte durch RSV

In den meisten Fällen heilt RSV von selbst aus. Dennoch kann die Erkrankung bei Risikopersonen zu Atemnot, einer Bronchiolitis (Entzündung der kleinen Atemwege) oder Lungenentzündung führen und einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. In besonders schweren Fällen, etwa bei älteren Menschen oder Personen mit mehreren chronischen Erkrankungen, kann sogar eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich werden.

Gerade in diesen Gruppen sieht man insgesamt mehr Erkrankungen und dass Betroffene häufiger im Krankenhaus behandelt werden müssen und häufiger lebensbedrohlich erkranken.

Der Husten kann auch nach der akuten Phase noch mehrere Wochen anhalten. Bei Menschen mit Asthma oder COPD verschlimmert RSV zudem häufig bestehende Beschwerden.

Schwere RSV-Verläufe

Schwere Verläufe treten vor allem auf bei:

  • Frühgeborenen und Säuglingen, weil ihre Atemwege sehr eng sind und sich eine RSV-Infektion schnell auf die Atmung auswirken kann.
  • älteren Menschen, deren Immunsystem schwächer reagiert und Infektionen weniger effektiv abwehren kann.
  • Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD, bei denen eine RSV-Infektion die Atemwege zusätzlich belastet.
  • Patient:innen mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, die bei Infektionen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben.
  • Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da RSV das Herz-Kreislauf-System unter Stress setzen kann und bestehende Beschwerden einer Herzschwäche oder koronaren Erkrankungen häufig verschlimmert.

Wann sollte man bei RSV ärztliche Hilfe suchen?

RSV kann besonders für ältere Menschen, Kinder und Personen mit chronischen Erkrankungen belastend sein. Wenn Sie sich unsicher fühlen oder merken, dass sich Ihr Zustand verändert, ist es wichtig, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Eine rechtzeitige Abklärung hilft, Komplikationen zu vermeiden und gibt Ihnen Sicherheit.

Sie sollten sich ärztlichen Rat suchen, wenn:

  • das Fieber hoch ist oder länger als drei Tage anhält,
  • Sie merken, dass das Atmen schwerfällt (Atemnot) oder beim Atmen ein hörbares Rasseln oder Pfeifen entsteht,
  • sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern,
  • Kinder nicht ausreichend trinken oder erschöpft wirken.

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Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


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    Geprüft Dominique Moy-Wagner Stand Jänner 2026 | Quellen und Bildnachweis