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Kurs Lebensqualität bei Darmkrebs: Lektion 3 von 6

Nach der Darmoperation

Bei Darmkrebs im sehr frühen Anfangsstadium reicht manchmal ein kleiner, lokalen Eingriff. In allen anderen Fällen werden größere Darmbereiche entnommen, um sicherzustellen, dass alle Tumorzellen im Umfeld des Tumors mit entfernt werden. Die offenen Darmenden werden miteinander vernäht und müssen verheilen, die ganze Verdauung muss sich auf die veränderte Anatomie des Darmes einstellen.

Schmerzen

Nach der Operation auftretende Schmerzen bessern sich nach wenigen Tagen. Bei stärkeren oder plötzlich auftretenden Schmerzen, fragen Sie bitte immer Ihren Arzt um Rat. Leichtere Schmerzen oder krampfartige Beschwerden können manchmal auch durch Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Blähungen hervorgerufen werden.

Verdauungsprobleme

Durchfall, Verstopfung, häufiger Stuhldrang oder Blähungen kommen in den ersten Wochen nach der Operation häufig vor. In der Regel lassen diese Beschwerden mit der Zeit von selbst nach. Nach eine verkürzende Dickdarmoperation dauert es oft eine Weile, bis der Darminhalt wieder vollständig eingedickt wird. Die Folge sind Durchfälle und ein erhöhter Wasserverlust. Wichtig: Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser oder Tee über den Tag verteilt. Gut gegen Durchfall oder Blähungen sind Tees mit Pfefferminze oder Fenchel.

Wundsein im Afterbereich

Durch häufigen Stuhlgang und Durchfälle kann es sein, dass die Haut um den After herum wund wird und brennt. Achten Sie darauf, die Haut nach jedem Stuhlgang mit lauwarmem Wasser oder Feuchttüchern zu reinigen. Schutzcremes „versiegeln“die Haut, andere Cremes fördern die Heilung. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker danach. Leichte Unterwäsche aus Naturstoffen (Baumwolle) lässt die Haut atmen und beugt Wundsein vor.

Unterwegs

Wenn die Verdauung nach einer Operation noch durcheinander ist, ist es oft eine Überwindung, das Haus für längere Zeit zu verlassen. Wählen Sie anfangs Orte, wo eine Toilette immer erreichbar ist (Restaurant, Kino). Packen Sie sich ein Notfallpaket, das wird Ihnen mehr Sicherheit geben. Diese Notfalltasche könnte Folgendes enthalten:

  • Feuchttücher
  • Medikamente (zum Beispiel gegen Durchfall)
  • Slipeinlagen
  • Ersatzunterhose und Ersatzhose
  • Eine verschließbare Plastiktüte („Ziploc“), zum Beispiel für verschmutzte Unterwäsche

Ernährung

Direkt nach einer Darmoperation dürfen Sie zunächst nichts essen, damit der Darm sich erholen kann. Die Ärzte, das Pflegepersonal oder spezialisierte Ernährungsberater werden mit Ihnen dann – je nach genauer Art der Operation – besprechen, wie Sie Ihre Verdauung langsam wieder an eine normale Ernährung gewöhnen.

  • Hören Sie auf Ihren Körper: Essen Sie, was Sie vertragen. Lassen Sie weg, was Sie nicht vertragen. Die nachfolgenden Tipps müssen nicht auf jeden Betroffenen gleichermaßen zutreffen.
  • Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen zu erkennen, welche Nahrungsmittel sie gut vertragen und welche nicht.
  • Kauen Sie jeden Bissen gut und essen Sie lieber öfter kleine Mengen, als große Portionen.
  • Frischmilch ist oft weniger gut verträglich als Sauermilchprodukte. Ersetzen Sie frische Milch also besser durch Buttermilch, Kefir oder Joghurt.
  • Meiden Sie in den ersten Wochen nach der Operation blähende Lebensmittel (kohlensäurehaltige Getränke, Hülsenfrüchte, Kohl, bei einigen Patienten auch Zwiebeln).
  • Rohkost wie Salate, Obst und rohes Gemüse sind vor allem bei Durchfall oft nicht gut verträglich. Weichen Sie auf gedünstetes Gemüse aus. Bananen wirken stopfend.
  • Bei Durchfall meiden Sie Körnerbrote. Besser sind Weißmehlprodukte, bis der Darm sich umgestellt hat.
  • Vollkorn ist leichter verdaulich, wenn es gekocht wird. Ersetzen Sie das Morgenmüsli zum Beispiel durch einen Haferschleim (feine Haferflocken mit kochendem Wasser übergießen, je nach Geschmack etwas Zucker zugeben und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen).
  • Leichte proteinreiche Kost wie Fisch, Huhn und Ei ist gut verdaulich und kann die Heilung fördern.

Geprüft Dr. med. Lariza Dzirlo: Stand 9.10.2016

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.