2. Warnzeichen erkennen

Welche Symptome deuten auf eine Thrombose oder Embolie hin?

Bei Polycythaemia Vera (PV) bildet das Knochenmark zu viele Blutzellen. Dadurch wird das Blut dicker und fließt langsamer. Das kann die Entstehung von Blutgerinnseln begünstigen.

Eine Thrombose entsteht, wenn sich ein Gerinnsel in einem Blutgefäß bildet und dieses verstopft. Meist passiert das in den Beinen.

Typische Anzeichen einer Thrombose sind:

  • plötzlich auftretende Schmerzen oder Spannungsgefühl im Bein
  • Schwellung (oft nur von einem Bein)
  • warme, gerötete Haut an der betroffenen Stelle

Eine Embolie entsteht, wenn sich ein Blutgerinnsel von seiner ursprünglichen Stelle löst und mit dem Blutstrom in einen anderen Teil des Körpers wandert. Dort kann es ein Gefäß plötzlich verstopfen. Besonders wichtig sind bei PV zwei Formen:

  • eine Lungenembolie, wenn das Gerinnsel in die Lunge gelangt.
  • ein Schlaganfall, wenn das Gerinnsel im Gehirn stecken bleibt.

Typische Anzeichen einer Lungenembolie sind:

  • plötzliche Atemnot
  • stechende Brustschmerzen
  • Herzrasen oder Schwindel

Ein Schlaganfall zeigt sich meist durch neurologische Warnzeichen, wie

  • plötzliche Sprachstörungen
  • Sehstörungen, Doppelbilder
  • anhaltenden Schwindel
  • halbseitige Lähmung oder
  • Taubheit der Arme und Beine

Auch diese Beschwerden treten sehr plötzlich auf und sollten immer als Alarmsignale angesehen werden. Sie können entweder vorübergehend sein oder länger anhalten.

Welche Beschwerden sind gefährlich und welche nicht?

Nicht jedes Ziehen im Bein oder jeder Schmerz in der Brust bedeutet gleich eine Thrombose oder Embolie. Häufig stecken harmlose Ursachen dahinter, wie Muskelverspannungen oder Kreislaufprobleme.

Gefährlich sind Beschwerden, wenn sie:

  • plötzlich auftreten,
  • stärker werden
  • oder ungewohnt sind und sich nicht erklären lassen.

Richtig reagieren bei Warnzeichen

Wenn plötzlich Beschwerden auftreten, ist es wichtig, schnell und richtig zu handeln – so können ernste Komplikationen verhindert werden.

  • Plötzliche Symptome wie Lähmungen, Sprachstörungen, starke Brustschmerzen, Atemnot oder ein geschwollenes, schmerzendes Bein: sofort 112 anrufen! Diese Notfälle müssen innerhalb kürzester Zeit behandelt werden.

  • Unklare oder neue Beschwerden (z. B. anhaltende Müdigkeit, ungewohnte Schmerzen); schnellstmöglich den Hausarzt oder Hämatologen kontaktieren.

  • Grundregel: Im Zweifel lieber einmal zu viel medizinische Hilfe holen, als zu lange zu warten.

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    Geprüft Prof.in Dr.in Konstanze Döhner Stand: Januar 2025 | Quellen und Bildnachweis
    Hämatologe
    Facharzt oder Fachärztin für Erkrankungen des Blutes und des blutbildenden Systems.
    Thrombose
    Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockieren kann. Kann in Venen oder Arterien auftreten.