Alle Therapien bei Polycythaemia Vera (PV) wirken darauf, die übermäßige Blutbildung zu bremsen. Dabei kann es passieren, dass die Blutwerte zu stark absinken. In solchen Fällen passen die Ärzt:innen die Dosis an oder legen Pausen ein.
Daneben gibt es spezifische Nebenwirkungen, die von der gewählten Therapie abhängen:
- Hydroxyurea: Kann Hautveränderungen begünstigen, insbesondere weißen Hautkrebs. Diese Art von Hautkrebs ist meist weniger aggressiv als der ‚schwarze Hautkrebs‘, sollte aber früh erkannt und behandelt werden. Deshalb sind regelmäßige Hautkontrollen beim Hautarzt wichtig.
- Ruxolitinib: Kann zu Gewichtszunahme führen. Da Ruxolitinib das Abwehrsystem schwächen kann, steigt das Risiko für Infektionen wie Gürtelrose. Deshalb wird eine vorbeugende Impfung gegen Gürtelrose empfohlen.
- Pegyliertes Interferon alfa: Vor allem zu Beginn treten häufig grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Glieder- oder Kopfschmerzen auf, welche auch im Verlauf bestehen bleiben können. Sie lassen sich meist mit Paracetamol lindern. Außerdem müssen Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte regelmäßig kontrolliert werden. Interferon kann bei manchen Menschen die Stimmung beeinflussen und depressive Beschwerden verstärken. Deshalb fragen Ärzt:innen vor Beginn der Therapie gezielt nach seelischen Vorerkrankungen und begleiten die Behandlung eng. Falls während der Therapie depressive Symptome auftreten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese zu behandeln – sprechen Sie Ihr Ärzteteam frühzeitig darauf an.
- Aderlass: Häufige Aderlässe können einen Eisenmangel auslösen. Das zeigt sich durch Müdigkeit, brüchige Nägel oder Haarausfall. Dann sollte geprüft werden, ob Medikamente eventuell besser geeignet wären. Ein Wechsel nur aufgrund des Eisenmangels ist allerdings meist nicht notwendig.
