1. Akute Verschlechterungen bei COPD erkennen

Was ist eine COPD-Exazerbation und wie fühlt sie sich an?

Eine plötzliche, deutliche Verschlechterung der COPD-Symptome wird als Exazerbation bezeichnet. Dabei schwellen die Bronchien an, ziehen sich zusammen und produzieren zäheren Schleim. Es kommt zu einer plötzlichen Zunahme der COPD-Symptome, die weit über die täglichen Schwankungen hinausgeht.

Etwa ein Drittel aller Patient:innen mit COPD erlebt im Laufe eines Jahres mindestens eine Exazerbation. Eine frühzeitige Behandlung der Symptome kann Komplikationen oft verhindern.

Wie kann ich eine COPD-Exazerbation erkennen?

Bei einer Exazerbation ist es wichtig, dass Sie frühzeitig auf beginnende Symptome achten:

  • Atemnot und Engegefühl in der Brust
    Atembeschwerden treten plötzlich oder verstärkt auf – oft auch in Ruhe oder bei geringer Belastung.
  • Veränderter Husten und Auswurf
    Der Husten wird kräftiger oder häufiger. Der Auswurf kann gelblich, grünlich oder bräunlich verfärbt sein und ist schwerer abzuhusten.
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
    Infektionen sind der häufigste Grund für eine COPD-Exazerbation. Fieber, Frösteln oder Müdigkeit sind erste Anzeichen dafür.

Hinweis: Weil Exazerbationen vor allem in der kalten Jahreszeit auftreten, werden sie leicht mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechselt. Achten Sie deshalb besonders genau auf Veränderungen Ihrer COPD-Erkrankung.

Was löst eine Exazerbation bei COPD aus?

COPD-Exazerbationen entstehen meistens durch äußere Einflüsse, die die Atemwege reizen. Die häufigste Ursache sind Infektionen der Atemwege. Dabei kann es sich beispielsweise um Erkältungsviren oder um Influenza-, COVID-19- oder RSV-Viren handeln. Auch Bakterien können eine Exazerbation auslösen.

Neben Infektionen gibt es auch andere mögliche Ursachen für eine COPD-Exazerbation:

  • Schadstoffe in der Luft: z.B. Zigarettenrauch, Abgase, Feinstaub
  • direktes Einatmen von chemischen Reizstoffen: z.B. Putzmittel, Lacke oder Gase
  • Allergien: z.B. Pollen
  • Seelische Belastungen und Stress

Tipp: Notieren Sie, in welchen Situationen sich Ihre Symptome verschlechtern. So können Sie mögliche Auslöser erkennen. Besprechen Sie diese mit Ihrem Behandlungsteam und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie Auslöser meiden oder reduzieren können – zum Beispiel durch einen Rauchstopp, Luftfilter oder das Tragen von Schutzmasken.

Wie wird eine akute Exazerbation einer COPD diagnostiziert?

Bei einer plötzlichen Verschlechterung der Symptome ist es wichtig, rasch die Ursache abzuklären. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt orientiert sich dabei zunächst an Ihrer Beschreibung: Nehmen Atemnot, Husten oder Auswurf innerhalb kurzer Zeit zu, ist das ein wichtiger Hinweis für Ihr Behandlungsteam.

Zur weiteren Abklärung wird eine genaue Diagnostik durchgeführt:

  • Körperliche Untersuchung
    Die Ärztin oder der Arzt hört Ihre Lunge mit dem Stethoskop ab. Verengte Bronchien sind oft an typischen Atemgeräuschen erkennbar.
  • Blutabnahme
    Im Blut lassen sich Entzündungszeichen und Hinweise auf Infektionen feststellen. Zusätzlich werden Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte gemessen sowie Organfunktionen (z. B. Herz, Niere, Leber) kontrolliert.
  • Röntgen der Lunge
    Eine Röntgenaufnahme hilft, andere Ursachen für die Beschwerden (z.B. eine Lungenentzündung oder Flüssigkeit in der Lunge) auszuschließen.

Welche langfristigen Folgen kann eine Exazerbation haben?

Auch wenn sich eine Exazerbation oft gut behandeln lässt, kann sie Spuren hinterlassen – vor allem dann, wenn sie wiederholt auftritt oder erst spät erkannt wird.

Mit jeder schweren Verschlechterung kann sich die Lungenfunktion weiter verändern. Es kann zu Einschränkungen im Alltag kommen, welche die Lebensqualität beeinflussen. Häufige Exazerbationen erhöhen außerdem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die gute Nachricht: Sie können selbst viel dazu beitragen, solche Rückfälle zu vermeiden.

Eine gut abgestimmte medikamentöse Behandlung sowie empfohlene Schutzimpfungen beeinflussen den Verlauf der Erkrankung positiv. Ihre Lungenfachärztin bzw. Ihr Lungenfacharzt unterstützt Sie dabei, den für Sie passenden Behandlungsplan zu erstellen.

Für mehr Informationen zur Behandlung von COPD können Sie unsere Schulung „COPD behandeln“ besuchen.

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    Exazerbation
    Eine Exazerbation kann bei vielen chronischen Erkrankungen auftreten. Dabei kommt es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Symptome, die akut behandelt werden muss.