6. Nachsorge und Erholung nach einer COPD-Exazerbation

Warum ist Nachsorge nach einer COPD-Exazerbation wichtig und wie kann ich die Genesung unterstützen?

Nach einer überstandenen Exazerbation braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen – auch wenn die akuten Beschwerden bereits zurückgegangen sind. Die Nachsorge nach einer COPD-Exazerbation ist ein wichtiger Teil der Behandlung und hilft dabei, Ihre Lebensqualität und Belastbarkeit im Alltag zu verbessern.

Sie können viel zur Unterstützung Ihrer Genesung tun.

Rauchstopp
Falls Sie rauchen, ist spätestens jetzt ein guter Zeitpunkt, um ganz aufzuhören. Jede Zigarette kann eine erneute Exazerbation auslösen.

Wo finde ich Unterstützung beim Rauchstopp?

  • Viele Apotheken und Vereine (z. B. rauchfrei.at) bieten kostenlose Beratungen zur Raucherentwöhnung an.
  • Einige Krankenkassen bieten sowohl ambulante als auch stationäre Entwöhnungsprogramme an. Ähnliche Angebote gibt es auch online: https://www.rauchfrei-info.de
  • Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, wie Sie einen Rauchstopp am besten durchführen und Rückfälle vermeiden können.
  • Besuchen Sie unsere kostenlose Online-Schulung „Rauchen bei COPD“.

Ärztliche Kontrolluntersuchungen
In den ersten Wochen nach der Entlassung sollten Lungenfunktion, Sauerstoffsättigung und Blutwerte überprüft werden. Vereinbaren Sie daher rechtzeitig einen Termin in Ihrer betreuenden hausärztlichen oder lungenfachärztlichen Praxis.

Lungenrehabilitation
Eine Reha kann die körperliche Belastbarkeit verbessern und den Wiedereinstieg in den Alltag erleichtern. Sie beinhaltet unter anderem Bewegungstherapie, verschiedene Schulungsprogramme und psychologische Unterstützung. Eine Rehabilitation ist besonders nach schweren Exazerbationen empfohlen. Den Antrag können Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt stellen.

Weitere Informationen zur Lungenrehabilitation erhalten Sie in der Schulung „COPD behandeln”.

Wie kann ich mit anhaltender Kurzatmigkeit oder Schwäche umgehen?

Viele Betroffene fühlen sich in den ersten Wochen nach einer Exazerbation noch geschwächt und haben weiterhin Husten oder Atemnot. Diese Symptome können 6 bis 8 Wochen andauern. Wichtig ist, diesen Zustand ernst zu nehmen – aber auch zu wissen, dass Sie aktiv etwas zur Besserung beitragen können.

  • Bewegung
    Regelmäßige Bewegung hilft, die Muskulatur zu stärken. Schon kurze Spaziergänge oder einfache Übungen im Sitzen können die körperliche Belastbarkeit schrittweise verbessern.
  • Medikamente
    Nehmen Sie Ihre verordnete Dauertherapie regelmäßig ein und wenden Sie die Bedarfstherapie an, wenn Sie anhaltende Atembeschwerden haben. Eventuell ist auch eine Anpassung der Medikamentendosis notwendig – sprechen Sie daher rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Atemtraining
    Setzen Sie die gelernten Atemtechniken (Lippenbremse, Kutschersitz etc. – siehe Lektion „Maßnahmen zur Akutbehandlung bei COPD“) – regelmäßig fort. Falls Sie unsicher sind, wie diese Atemtechniken genau funktionieren, ist es sinnvoll, die Durchführung mit spezialisierten Physiotherapeut:innen zu üben.

Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Fachärztin oder Ihrem Facharzt, wenn sich Ihr Zustand trotz aller Maßnahmen über mehr als 8 Wochen nicht verbessert. In diesem Fall sollten mögliche Begleiterkrankungen wie zum Beispiel eine unentdeckte Infektion oder eine Herzschwäche ausgeschlossen werden.

Welche Rolle spielt die psychische Gesundheit nach einer Exazerbation?

Eine COPD-Exazerbation ist nicht nur körperlich belastend, sondern kann auch emotional nachwirken. Viele Betroffene erleben in der Zeit danach Unsicherheit und Angst vor der nächsten Verschlechterung, oder fühlen sich erschöpft und niedergeschlagen. Auch Schlafprobleme oder ein Rückzug aus dem sozialen Leben sind nicht ungewöhnlich. Es ist wichtig, seelische Belastungen ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen. Hausärztinnen und Hausärzte sind oft Ihre erste Anlaufstelle. Sprechen Sie das Thema offen an – auch psychische Beschwerden sind behandelbar.

Welche Hilfsangebote gibt es bei psychischen Problemen nach einer Exazerbation?

  • Psychosoziale Unterstützung:
Viele Kliniken, Reha-Einrichtungen, Gemeinden oder Krankenkassen bieten Beratungen an, die Sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützen können.
  • Psychotherapie: Wenn Ängste, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung über längere Zeit bestehen, kann eine psychotherapeutische Begleitung helfen. Informationen und Therapeut:innen finden Sie beispielsweise unter:
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlastend sein. In vielen Städten gibt es COPD-Selbsthilfegruppen. Informieren Sie sich über Organisationen in Ihrer Nähe wie:

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


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    Geprüft Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour: Stand ?? | Quellen und Bildnachweis
    Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
    Bedarfstherapie
    Therapie, die nur im Bedarfsfall bei akuten Beschwerden zum Einsatz kommt und diese schnell lindern soll. Anders als eine Langzeittherapie (=Prophylaxe), die regelmäßig und langfristig eingenommen wird.
    Dauertherapie
    Eine Therapie, die dauerhaft, also über mehrere Jahre hinweg, durchgeführt wird.
    Exazerbation
    Eine Exazerbation kann bei vielen chronischen Erkrankungen auftreten. Dabei kommt es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der Symptome, die akut behandelt werden muss.