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Kurs Brustkrebs verstehen: Lektion 5 von 6

Brustkrebs Nachsorge

Auch wenn ein Mammakarzinom durch eine Operation vollständig entfernt wurde und keine weitere Behandlung mehr erforderlich ist, besteht je nach Risikoprofil noch immer die Möglichkeit eines Rückfalls. Daher sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Hier verraten wir Ihnen, welche Untersuchungen dabei durchgeführt werden und wie lange die Brustkrebsnachsorge insgesamt dauert.

Rehabilitation bei Brustkrebs

Dank persönlicher, auf Ihren körperlichen Zustand und Ihre individuellen Risikofaktoren abgestimmter Therapiepläne und Behandlungsmaßnahmen ist Brustkrebs heute längst kein Todesurteil mehr. Allerdings kann die Therapie sehr anstrengend sein und eine Rückkehr in den gewohnten Alltag ist oft nicht einfach.
Eine Rehabilitation im Anschluss an die Therapie soll Ihnen helfen, schnell wieder seelisch stabil und körperlich fit zu werden. Um einen größtmöglichen Behandlungserfolg zu gewährleisten, erfolgen die Reha-Maßnahmen möglichst bald nach der OP. Schließt sich der Tumorentfernung eine Chemotherapie an, folgt Ihr Reha-Aufenthalt daran anschließend oder ein Teil der Chemo wird in einer Reha-Klinik durchgeführt.

Die Rehabilitation umfasst sowohl den Körper betreffende als auch psychosoziale Wiederherstellungsmaßnahmen. Dazu gehören unter anderem:

  • ärztliche und pflegerische Behandlung,
  • medikamentöse Therapie,
  • Ergotherapie,
  • psychosoziale Angebote zur Unterstützung der Krankheitsverarbeitung, zum Abbau von Ängsten und Depressionen sowie zur Verbesserung der Lebensqualität,
  • Sporttherapie für die Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Linderung des Erschöpfungs-Syndroms,
  • Physiotherapie gegen die Beeinträchtigung der Arm-Schulter-Beweglichkeit.

Es gibt zahlreiche Nachsorge- und Rehabilitationskliniken. Bei der Wahl der Einrichtung sollten Sie sich immer die Frage stellen, welche davon Ihren Rehabilitationsproblemen und -bedürfnissen am ehesten gerecht wird. Lassen Sie sich beraten, welche spezialisierten onkologischen Rehabilitationskliniken vorhanden sind, die bestens auf Ihre medizinischen, psychischen und sozialen Probleme eingehen können.

Untersuchungen bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt

Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen helfen dabei, die eventuelle Rückkehr eines Tumors frühzeitig zu erkennen. Wegen des erhöhten Risikos wird die Nachsorge nach einem fest vorgegebenen Schema durchgeführt. Während der ersten drei Jahre nach der Operation stehen Nachsorgeuntersuchungen mindestens alle drei Monate an, im vierten und fünften Jahr alle sechs Monate und ab dem sechsten Jahr einmal jährlich. Ist Ihr Rückfallrisiko geringer, kann das Screening nach fünf Jahren auch in zwei-jährigem Abstand erfolgen.

Die Basis einer Nachsorgeuntersuchung bildet immer ein ausführliches Gespräch. Die Ärztin/Der Arzt erkundigt sich bei Ihnen nach Ihrem aktuellen Befinden, insbesondere nach gesundheitlichen Beschwerden und möglichen Nebenwirkungen der Behandlung. Es werden außerdem die betroffene sowie die gesunde Brust nach spürbaren Veränderungen abgetastet. Nach einer Brustentfernung untersucht die Ärztin/der Arzt die Brustwand im entsprechenden Bereich und die Achselhöhlen. Ebenso wird überprüft, ob der Arm auf der betroffenen Seite durch eine Lymphstauung angeschwollen ist.

In regelmäßigen Abständen werden Mammografien durchgeführt. Manchmal sind zusätzlich Ultraschalluntersuchungen sinnvoll. Bei Auffälligkeiten werden weitere Untersuchungen eingeleitet und bei Bedarf weitere Fachkräfte wie RadiologInnen oder PsychoonkologInnen hinzugezogen.

1-3 Jahre nach OP 4-5 Jahre nach OP Ab 6 Jahre nach OP
ärztliches Gespräch, körperliche Untersuchung (Brust, Oberkörper) vierteljährlich halbjährlich jährlich
Untersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken bei Hormontherapie halbjährlich, sonst jährlich bei Hormontherapie halbjährlich, sonst jährlich jährlich
Mammographie der erkrankten Brust halbjährlich jährlich jährlich
Mammographie der gesunden Brust jährlich jährlich jährlich
Blutuntersuchungen individuell individuell individuell
Tumormarker, bildgebende Untersuchungen bei Verdacht auf Rezidiv oder Metastasen bei Verdacht auf Rezidiv oder Metastasen bei Verdacht auf Rezidiv oder Metastasen

Auch nach dem Brustkrebs zur Krebsvorsorge?

Frauen mit Mammakarzinom haben gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein leicht erhöhtes Risiko für die Ausbildung anderer Tumoren. So unterliegen Trägerinnen der als „Brustkrebsgene“ bekannten Genveränderungen (BRCA) nicht nur einem höheren Brustkrebsrisiko, sondern erkranken auch öfter an Eierstockkrebs. Weitere genetische Veränderungen können sowohl Brustkrebs als auch Darmkrebs hervorrufen. Brustkrebspatientinnen, die während ihrer Hormontherapie das Antiöstrogen Tamoxifen erhalten, haben laut der internationalen Krebsforschungsagentur IARC außerdem ein erhöhtes Risiko, ein sogenanntes Endometriumkarzinom, eine Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut, zu entwickeln. Deshalb sollten Sie die „normale“ Krebsvorsorge unbedingt weiter wahrnehmen.

Behandlung von Nebenwirkungen und Therapiefolgen

Die Brustkrebsnachsorge dient nicht zuletzt dazu, die Folgen und Nebenwirkungen der Krebstherapie zu behandeln. Eine immer größere Rolle spielt dabei die Betreuung bei Langzeittherapien, insbesondere die Behandlung von Begleitsymptomen wie Knochenschmerzen und Hitzewallungen bei einer Hormontherapie.
Welche Nebenwirkungen und Behandlungsfolgen jeweils zum Tragen kommen, hängt vom persönlichen Therapieplan ab. Des Weiteren können die Art und die Häufigkeit unerwünschter Erscheinungen bei jeder Patientin anders ausfallen. Deshalb informieren die behandelnden ÄrztInnen Sie ausführlich über das zu erwartende Risiko und mögliche Symptome ungewollter Wirkungen. Sie geben außerdem Tipps, wie sich die Folgen behandeln lassen und was Sie vielleicht selbst dagegen unternehmen können.

Geprüft OA Dr. med. Otto Krieger: Stand 13.12.2018

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