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Kurs Brustkrebs verstehen: Lektion 3 von 6

Medizinische Diagnoseverfahren bei Brustkrebs

Um Brustkrebs zu diagnostizieren, kommen verschiedene, sich teilweise ergänzende Untersuchungsmethoden zur Anwendung.

Abtasten

Das Abtasten der Brüste durch eine ärztliche Fachkraft ist Bestandteil der gesetzlich geförderten Krebsfrüherkennung. Ein besonderes Augenmerk legt die Medizinerin/der Mediziner dabei auch auf die Haut Ihrer Brüste und die Lymphknoten in den Achselhöhlen sowie oberhalb des Schlüsselbeins. Werden bei der Untersuchung Auffälligkeiten festgestellt, folgen weitere Diagnoseverfahren wie eine Röntgenuntersuchung (Mammografie) oder eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie).

Durch das regelmäßige Abtasten Ihrer Brüste können Sie selbst entscheidend zur Früherkennung beitragen. Der ideale Zeitpunkt hierfür ist die Woche nach Einsetzen der Regelblutung, da die Brüste in dieser Zeit weich sind und sich gut untersuchen lassen. Welches Vorgehen sich für Sie am besten eignet, erfahren Sie von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust)

Bei der Mammografie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust, die sehr kleine, nicht tastbare Tumore bereits im Frühstadium von wenigen Millimetern Größe erkennbar macht. Das Potenzial dieser Untersuchung liegt vorrangig in der Darstellung sogenannter Mikroverkalkungen, die ein erstes Zeichen für bösartige Veränderungen in der Brust sein können.

Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren kann alle zwei Jahre ein Mammografie-Screening in Anspruch nehmen. Dieses wird ausschließlich von spezialisierten Zentren angeboten. Derzeit gehen Fachleute davon aus, dass pro 1.000 Frauen, die sich zehn Jahre lang regelmäßig einem Screening unterziehen, ein bis zwei vor einem frühzeitigen Tod durch ein Mammakarzinom bewahrt werden.

Trotz allen Nutzens ist das Verfahren jedoch nicht frei von Kritik. So kommt es häufig zu ungenauen Befunden, die weitere Untersuchungen erforderlich machen. Diese finden allerdings zum Teil erst nach Wochen statt, sodass die betroffenen Frauen für eine gewisse Zeit in ständiger Angst leben, auch wenn sich der Verdacht später nicht bestätigt.

Sonografie (Ultraschalluntersuchung der Brust)

Die Ultraschalluntersuchung Ihrer Brust dient dazu, bei unklaren Mammografie-Befunden Klarheit zu schaffen. Bei jungen Frauen kommt sie auch als erstes bildgebendes Verfahren zum Einsatz, da deren relativ dichtes Brustgewebe in der Mammografie häufig schlecht darstellbar ist.

Mit dieser Untersuchungsmethode kann die Ärztin/der Arzt verschiedene Brusterkrankungen gezielt unterscheiden, beispielsweise einen festen gut- oder bösartigen Tumor von einer flüssigkeitsgefüllten Zyste. Dank des Live-Bildes auf dem Monitor ist es außerdem möglich, sogenannte ultraschallgestützte Gewebeentnahmen (Biopsien) durchzuführen.

Galaktografie (Milchgangdarstellung)

Die Galaktografie ist ein mammografisches Zusatzverfahren, mit dem sich Veränderungen in den Milchgängen feststellen lassen. Hierzu spritzt die Ärztin/der Arzt über eine Sonde ein Kontrastmittel in den Milchgang und dessen Verästelungen. Trifft die Flüssigkeit auf ein Hindernis, beispielsweise einen gutartigen Knoten (Papillom), strömt sie seitlich daran vorbei. Auf diese Weise erkennt der Mediziner oder die Medizinerin, an welcher Stelle sich der Knoten befindet, um ihn später operativ entfernen zu können.

Duktoskopie (Milchgangspiegelung)

Bei dieser minimal-invasiven Methode wird ein sehr feines Endoskop in den Milchgang eingeführt, um dessen Inneres auf einem Monitor sichtbar zu machen. Hierzu wird der Milchgang mit physiologischer Kochsalzlösung aufgefüllt und gedehnt, damit die Ärztin/der Arzt seinen Verlauf und Abzweigungen optimal erkennen kann.

Mamma-MR (Kernspintomografie der Brust)

Eine Kernspintomographie hilft dabei, Informationen über die Lage und die Größe eines bereits bekannten Tumors zu gewinnen. Die Unterscheidung zwischen gesundem und bösartigem Gewebe wird durch den oftmals unterschiedlichen Wasserstoffgehalt ermöglicht.

Die Krankenkassen zahlen die Mamma-MR bislang nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei jungen Frauen mit erblich stark erhöhtem Krebsrisiko.

Biopsie (Entnahme von Gewebeproben)

Geben Früherkennungsverfahren wie die Mammografie oder die Mammasonografie keine Auskunft darüber, ob ein auffälliger Befund gut- oder bösartig ist, erfolgt die Sicherung der Diagnose über eine feingewebliche Untersuchung. Dazu entnimmt die Ärztin/der Arzt verdächtige Zellen oder Gewebe aus Ihrer Brust und lässt diese durch einen Pathologen mikroskopisch analysieren. Auf diese Weise ist eine exaktere Klassifizierung der Erkrankung möglich. Das Ermitteln des genauen Zelltyps ist insbesondere deshalb wichtig, weil davon die weitere Therapie sowie die Prognose abhängen.

Geprüft OA Dr. med. Otto Krieger: Stand 13.10.2016

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