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Kurs Darmkrebs Behandlung: Lektion 3 von 6

Tipps zu Chemotherapie und Bestrahlung bei Darmkrebs

Bei Darmkrebs werden neben einer Operation auch Therapien eingesetzt, die Krebszellen am Wachstum hindern oder Tumore verkleinern. Dazu gehören die Chemotherapie und die Bestrahlung.

Die häufigsten Nebenwirkungen bei Chemotherapie und Bestrahlung

Infektanfälligkeit

Das Immunsystem kann durch die Behandlung geschwächt sein. Informieren Sie Ihren Arzt bei Fieber, plötzlichem Unwohlsein oder grippeartigen Symptomen.

Müdigkeit und Schwäche

Müdigkeit und Abgeschlagenheit kommen häufig vor. Entwickelt sich eine sogenannten Fatigue (Erschöpfungssyndrom) können die Beschwerden auch nach der Therapie noch einige Zeit anhalten. Bei Bedarf können die Krankenkassen Hilfen im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung übernehmen.

Haarausfall

Fallen die Haare aus oder werden Sie dünner, ist das für viele Menschen sehr belastend. Doch das Gute: Die Haare wachsen nach Abschluss der Therapie im Normalfall schnell wieder nach. Informieren Sie sich vorab über die Möglichkeiten, die Perücken, Tücher und kosmetische Maßnahmen bieten. Fragen Sie in Ihrem behandelnden Klinikum nach speziellen Beratungsgesprächen zu dem Thema.

Durchfall

Durchfall lässt sich mit Medikamenten meist gut in den Griff bekommen oder normalisiert sich nach kurzer Zeit von selbst. Trinken Sie ausreichend und informieren Sie bei sehr starken Durchfällen, Schmerzen oder wenn der Durchfall mehr als 24 Stunden anhält Ihren Arzt.

Schleimhautveränderungen im Mund oder Rachen

Bei Entzündungen im Mund oder Rachen sollten Sie scharfe und saure Lebensmittel (auch Fruchtsäfte) sowie sehr heiße und sehr kalte Speisen und Getränke meiden. Gut sind weiche, flüssige Speisen wie Suppen, Brei, Nudelgerichte, Hackfleisch oder Joghurt.

Taubheit in Händen und Füßen

Das kann auf eine sogenannte periphere Neuropathie (Schädigung der Nerven) hindeuten, teilen Sie Ihrem Arzt diese Symptome immer sofort mit.

Das hilft bei Übelkeit

Die meist-gefürchteten Nebenwirkungen bei Chemotherapie und Bestrahlung sind Übelkeit und Erbrechen. Doch heute kommt dies viel seltener vor als früher. Sind Wirkstoffe bekannt dafür, dass sie häufig Übelkeit auslösen, gibt Ihnen der Arzt oft schon vorsorglich ein Antiemetikum (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen). Tritt dennoch Übelkeit auf, helfen folgende Tipps:

Kleine Portionen

Essen Sie lieber häufiger und dafür Kleinigkeiten.

Oberkörper aufrecht

Wenn Ihnen schlecht wird, essen Sie besser nicht im Liegen sondern richten sich auf.

Starke Gerüche meiden

Wenn starker Essensgeruch zur Übelkeit beiträgt, lüften Sie häufig und essen Sie kalt (warmes, dampfendes Essen riecht stärker).

Magenberuhigende Lebensmittel

Haferschleim, Zwieback oder das schluckweise Trinken von Gemüsebrühe können den Magen beruhigen. Fettige, frittierte und scharfe Speisen sollten Sie meiden.

Ablenkung

Wenn es Ihnen hilft, dann essen Sie beim Fernsehen, lesen Sie nebenbei Zeitung oder nutzen Sie Ihr Smartphone. Ablenkung kann bewirken, dass das Essen weniger „präsent“ ist und weniger Übelkeit auslöst.

Lieblingsgerichte

Essen Sie, was Ihnen schmeckt, aber verzichten Sie in Phasen großer Übelkeit auf ihr Leibgericht. Es kommt vor, dass bestimmte Gerüche vom Gehirn dauerhaft mit der Übelkeit verknüpft werden und Ihnen Ihr Lieblingsessen dann später nicht mehr schmeckt.

Keine Hausmittel

Sprechen Sie jede Behandlung der Übelkeit (auch pflanzliche Mittel) mit Ihrem Arzt ab. Er wird Ihnen sagen, ob es unerwünschte Wechselwirkungen mit der Krebstherapie geben könnte.

Weitere Tipps finden Sie in unseren Kursen Ernährung bei Übelkeit und ErbrechenErbrechen bei Krebs und Übelkeit und Krebs.

Geprüft Dr. med. Lariza Dzirlo: Stand 9.10.2016

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.