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Kurs Darmkrebs Behandlung: Lektion 4 von 6

Tipps zu Operationen bei Darmkrebs

Die Standardbehandlung bei Darmkrebs ist die operative Entfernung des Tumors. Dabei werden häufig ganze Darmbereiche mitsamt der angrenzenden Lymphknoten entnommen. Erfahren Sie hier, was Sie vor der Operation beachten sollten und wie Sie mit akuten Nebenwirkungen am besten umgehen können.

Was Sie bei der Nachsorge in den Wochen und Monaten nach der Operation beachten sollten, erfahren Sie in unserem Kurs Lebensqualität bei Darmkrebs.

Nicht rauchen

Lungeninfekte werden durch Rauchen begünstigt. Zudem haben Raucher eine schlechtere Wundheilung.

Fragen stellen

Notieren Sie sich vor den ärztlichen Aufklärungsgesprächen alle Fragen, die Sie stellen wollen. Lesen Sie dazu auch unsere Checkliste mit Fragen für den Arztbesuch.

Formalitäten klären

Wer soll über das Operationsergebnis oder bei Komplikationen informiert werden? Wer holt Sie ab, wenn Sie nach Hause dürfen? Leben Sie allein, dann kümmert sich das Klinikpersonal gerne darum, dass Sie zum Beispiel mit einem Krankentaxi nach Hause gefahren werden.

Darmreinigung

Diesen Punkt kennen Sie wahrscheinlich schon von der Darmspiegelung und denken mehr oder weniger „freudig“ daran zurück. Auch für die Operation muss der Darm völlig leer und sauber sein, damit der Operateur freie Sicht auf das Operationsfeld hat und keine Darmbakterien und Kotreste in die Wunden gelangen können. Tipps für die Darmspiegelung und Reinigung finden Sie in unserem Kurs Darmkrebs verstehen.

Ausreichend Trinken

Vergessen Sie vor Nervosität nicht, Ihrem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Meist dürfen Sie bis einige Stunden vor dem Eingriff noch Wasser trinken.

Jede Operation ist mit Risiken verbunden, über die Sie Ihr Arzt ganz genau aufklären wird. Blutungen, Infektionen oder undichte Nähte sind seltene, aber schwere Komplikationen. Doch die meisten Probleme nach der Operation sind weniger schwerwiegend und treten nur vorübergehend auf.

Beschwerden ansprechen

Sagen Sie dem Pflegepersonal oder den Ärzten immer sofort Bescheid, wenn neue Beschwerden auftreten. Diese sagen Ihnen, woher die Symptome kommen und ob sie harmlos sind oder nicht.

Durchfall

Je nach entferntem Darmbereich kann es nach der Operation zu Durchfall kommen, der sich meist von selbst wieder bessert. Lesen Sie mehr zum langfristigen Management von Ernährung und Verdauung im Kapitel „Nachsorge“.

Schmerzen

Nach einer Darmoperation erhalten Sie Schmerzmittel. Unter Umständen kommen Injektionspumpen, mit denen Sie selbst das Schmerzmittel dosieren können, oder Rückenmarksanästhesien zum Einsatz. In jedem Fall wird sichergestellt, dass sie keine starken Schmerzen erleiden müssen.

Katheter, venöser Zugang und Infusionsschläuche

Keine Angst, wenn Sie nach der Operation zunächst „verkabelt“ sind. Drainageschläuche leiten Wundflüssigkeit ab. Ein Katheter verhindert, dass Sie sich direkt nach der Operation zum Wasserlassen bewegen müssen. Ein fester, venöser Zugang erlaubt es, schnell und unkompliziert Medikamente und Infusionen zu geben. All dies haben Sie in einigen Tagen wieder los.

Kot- und / oder Harninsuffizienz

Ihr Körper muss sich erst an die anatomischen Veränderungen durch die Operation gewöhnen. Nach dem Eingriff kann es manchmal vorkommen, dass Kot oder Harn ungewollt abgehen. Das muss Ihnen weder peinlich sein noch Angst machen, die Probleme verschwinden in aller Regel bald wieder von selbst. Informieren Sie aber immer das Pflegepersonal darüber.

Wann dürfen Sie nach Hause?

Einige Tage müssen Sie grundsätzlich immer zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Je nach Schwere der Operation und Ihrem Allgemeinzustand können Sie meist zwischen drei und sieben Tagen Krankenhausaufenthalt einplanen.

Wie das Leben nach der Darmkrebstherapie bestmöglich gestaltet werden kann, erfahren Sie in unserem Kurs Lebensqualität bei Darmkrebs.

Umgang mit Sorgen und Ängsten

  • Es ist ganz normal, vor einer Operation Angst zu haben. Versuchen Sie immer wieder bewusst daran zu denken, dass die Operation eine große Chance für Sie bietet und der erste Schritt zur Heilung ist.
  • Vertrauen Sie Ihrem erfahrenen Ärzteteam und den modernen Operationstechniken, die heute viel mehr möglich machen als noch vor zehn Jahren.
  • Verbringen Sie die Tage vor der Operation möglichst ohne Stress: Gönnen Sie sich Ruhe, vereinbaren Sie eine Massagetermin oder lenken Sie sich mit Unternehmungen ab, ganz so wie es Ihnen gerade gut tut.
  • Entspannungstechniken und Musikhören können dabei helfen, Ängste zu lösen.
  • Sind Sie am Abend vor der Operation schon im Krankenhaus, können Sie nach einem Schlafmittel oder einem Beruhigungsmittel fragen.
  • Sie können sich direkt vor der Operation ein Beruhigungsmittel geben lassen, sodass Sie entspannter in die Operation gehen. Das kann auf für die Aufwachphase hilfreich sein, denn häufig wachen Patienten mit dem gleichen Gefühl aus der Narkose auf, mit dem Sie in die Narkose hineingegangen sind.
  • Nehmen Sie jede Hilfe in Anspruch, die Sie brauchen: Das Pflegepersonal, die Ärzte und auf Wunsch auch die Seelsorger des Klinikums stehen vor und nach der Operation eng an Ihrer Seite.

Geprüft Dr. med. Lariza Dzirlo: Stand 9.10.2016

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.