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Kurs Erbrechen bei Krebs: Lektion 2 von 6

Verlaufsformen und Folgen

Verlaufsformen des Erbrechens bei der Chemotherapie

Das durch eine Chemotherapie ausgelöste Erbrechen lässt sich in verschiedene Formen einteilen: akutes, verzögert auftretendes und vorwegnehmendes Erbrechen.

Akutes Brechen

Das akute Erbrechen setzt unmittelbar nach Einnahme der Zytostatika ein und erreicht seinen Höhepunkt nach vier bis zehn Stunden. Medikamente wie Cisplatin, Carboplatin, Cyclophosphamid, Daunorubicin und Mitomycin rufen zunächst ein ausgeprägtes akutes Erbrechen hervor, dem ein etwas weniger starkes verzögertes Erbrechen folgt.

Verzögertes Erbrechen

Verzögertes Erbrechen tritt etwa 24 Stunden nach Einnahme des Zystostatikums ein und kann sich innerhalb eines Zeitraums von bis zu 120 Stunden wiederholen. Je wirksamer die vorbeugend eingenommenen Antiemetika gegen das akute Erbrechen waren, desto schwächer fällt das verzögerte Erbrechen aus.

Antizipatorisches Erbrechen

Löst eine Chemotherapie trotz vorbeugender Medikamente Übelkeit und Erbrechen aus, kann vorwegnehmendes (antizipatorisches) Erbrechen die Folge sein. Hierbei „lernt“ der Körper, bestimmte Reize, beispielsweise den Anblick eines Arztkittels oder den typischen „Klinikgeruch“ mit Unwohlsein und Brechreiz zu verknüpfen. Die Beschwerden treten in diesem Fall schon allein durch die Erwartungshaltung ein.

Folgen von häufigem Erbrechen

Für die meisten Menschen ist bereits der Moment des Erbrechens unangenehm und belastend. Der saure Mageninhalt bewirkt einen schlechten Geschmack im Mund, die Magensäure reizt die Schleimhäute und greift die Zähne an.

Ein wiederholtes Erbrechen innerhalb kurzer Zeit führt zu einem Flüssigkeitsverlust, in dessen Folge es zu Austrocknung, Kreislaufproblemen, niedrigem Blutdruck und, bei schweren Verläufen, zu Verwirrtheit kommen kann. Zum Teil zieht die Austrocknung die Nieren in Mitleidenschaft und verstärkt damit die nierenschädigende Wirkung einiger Zytostatika.

Da durch das Speien lebenswichtige Mineralstoffe verloren gehen, zählen auch Stoffwechselstörungen, Mangelernährung und Gewichtsverlust zu den Auswirkungen schweren Erbrechens. Gelangt Erbrochenes in die Luftröhre, drohen gefährliche Lungenentzündungen.

Geprüft OA Dr. Adalbert Weißmann: Stand 09.10.2016

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.