Selpers
Zurück zur Kursübersicht

Kurs Erbrechen bei Krebs: Lektion 1 von 5

Erbrechen bei Krebs

Wie die Übelkeit gehört auch das Erbrechen unter Umständen zu den Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Erbrachen sich die Betroffenen noch vor fünfzehn Jahren zum Teil mehr als zehnmal pro Tag, lässt sich diese Begleiterscheinung mittlerweile gut medikamentös behandeln.

Wir erklären Ihnen in dieser Lektion, was die Ursachen für den Brechreiz sind, was genau beim Erbrechen passiert und welche Folgen das häufige Speien hat.

Ursachen des Erbrechens

Das Erbrechen ist ein Schutzreflex, der Ihren Körper von giftigen Stoffen befreien soll. Warum genau eine Chemotherapie den Brechreiz auslöst, ist bislang nicht vollständig aufgeklärt.

Zum einen können die bei der Behandlung verabreichten Zytostatika direkt auf Rezeptoren im Umfeld des Brechzentrums im Gehirn wirken und dieses reizen. Zum anderen beeinflussen sie die Rezeptoren im Magen-Darm-Trankt und erregen dabei an der Steuerung der inneren Organe beteiligte Nervenbahnen, die wiederum das Brechzentrum aktivieren.

Darüber hinaus kann sich durch die Chemotherapie die Geschmackswahrnehmung ändern. Hierdurch wird in einigen Fällen ein Brechreiz hervorgerufen, weil Speisen ungewohnt schmecken und dadurch vom Körper als „verdächtig“ eingestuft werden.

Was passiert beim Erbrechen?

Beim Erbrechen handelt es sich um einen komplexen Reflexvorgang. Im Normalfall nehmen hierbei sogenannte Rezeptoren schädliche Substanzen im Magen-Darm-Trakt wahr und leiten diese Information über den Vagusnerv an das Brechzentrum im Gehirn weiter.

Befindet sich der Schadstoff im Blut, wie es bei der Chemotherapie der Fall ist, erkennen die Rezeptoren die Arzneimittel und Giftstoffe direkt im Zentralnervensystem, von wo aus die Information sofort zum Brechzentrum gelangt. Dieses stimuliert durch aufeinander abgestimmte Reize die Muskeln in Mund und Rachen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, sowie die Bauchmuskulatur. Der Magen erschlafft. Der Dünndarm zieht sich zusammen und presst seinen Inhalt in den Magen, wodurch dieser überdehnt wird. Gleichzeitig ziehen sich weitere Muskeln wie die Bauch- und Atemmuskulatur koordiniert zusammen und erschlaffen wieder. Durch das dadurch entstehende rhythmische Aufstoßen wird der Mageninhalt über Speiseröhre und Mund aus dem Körper befördert.

Geprüft OA Dr. Adalbert Weißmann: Stand 09.10.2016

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Arzt / Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, Patienten und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten- Kommunikation zu erleichtern.
Top