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Kurs Ernährung bei Übelkeit und Erbrechen: Lektion 2 von 5

Essen und Trinken trotz Übelkeit während der Chemo?

Während einer Chemotherapie sind Ihr Appetit, Ihre Geschmackswahrnehmung und der Zustand Ihrer Mundschleimhaut vielleicht anders als gewohnt, sie verspüren Übelkeit und Erbrechen. Dadurch kann es sein, dass Ihnen viele Nahrungsmittel nicht mehr schmecken. Essen Sie in diesem Fall einfach, worauf Sie Lust haben. Das kann durchaus etwas sein, was Sie bislang weniger mochten.

Grundsätzlich gilt:

  • Sie brauchen nicht automatisch Trinknahrung, „Astronautenkost“, andere spezielle Nahrungsmittel, Vitamine oder Diäten, schon gar nicht vor Beginn der Chemotherapie.
  • Erhalten Sie die Flüssigkeits- und Nährstoffversorgung so lange wie möglich über ganz normale Lebensmittel und Mahlzeiten aufrecht.
  • Auch wenn Sie sich während der Chemotherapie vorübergehend einseitig ernähren, sollten Sie keine Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine auf eigene Faust einnehmen. Anderenfalls riskieren Sie unerwünschte Wechselwirkungen mit den Zytostatika, aber auch mit Begleitmedikamenten, die Sie vor Nebenwirkungen schützen sollen.

Ingwer gegen Übelkeit und Erbrechen

Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche spezielle Medikamente gegen die Nebenwirkungen einer Chemotherapie, aktuellen Erkenntnissen zufolge unterdrücken aber auch natürliche Wirkstoffe aus der Ingwerwurzel erfolgreich die Übelkeit. Bereits 2009 haben US-Forscher in einer Studie festgestellt, dass sich die Beschwerden durch Ingwerextrakt um 40 Prozent senken lassen.

Um sich schnell zu behelfen, können Sie ein kleines Stück von der Wurzel abschneiden, die Schale entfernen und den frischen Ingwer vorsichtig kauen. Auf diese Weise gelangen die heilenden Stoffe rasch in den Magen und entfalten dort ihre Wirkung. Das empfiehlt sich jedoch nur, wenn Ihre Mundschleimhaut intakt ist, da Ingwer scharf ist und stark brennt. Besser ist es, aus frischem Ingwer einen Tee zubereiten.

Esstipps bei Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind nicht nur unangenehm. Sie schränken auch Ihre Lebensqualität ein und können Ihren Allgemeinzustand verschlechtern, wenn Sie es nicht schaffen, etwas zu essen. Nehmen Sie deshalb immer wieder eine Kleinigkeit zu sich, auch wenn es schwerfällt. Folgende leichte Nahrungsmittel bieten sich an:

  • Joghurt
  • Kartoffelpüree
  • mildes Obst
  • Nudeln
  • gegarte Hühnerfleisch
  • Puddings aus Reis, Weizen oder Hafer
  • Kaltschalen
  • trockenes Gebäck
  • mehrmals täglich kleine „Knabber-Portionen“ wie Zwieback, Knäckebrot, Toastbrot oder Cracker

Da Hunger das Gefühl von Übelkeit verstärkt, sollten Sie essen, bevor Ihr Magen knurrt. Unter Umständen kann das Knabbern „trockener“ Nahrungsmittel wie Zwieback, Knäckebrot oder Kekse schon vor dem Aufstehen die Übelkeit lindern.

Geprüft OA Dr. Adalbert Weißmann: Stand 09.10.2016

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