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Kurs Hämophilie Gelenke Grundlagen: Lektion 2 von 5

Gelenke fit halten

Prophylaxe und Prävention von Gelenkschäden

Prophylaxemaßnahmen zur Vorbeugung von Gelenkblutungen und den daraus resultierenden Gelenkerkrankungen sind am wirkungsvollsten, wenn sie schon im frühesten Kindesalter Anwendung finden. Mittlerweile befürworten auf Hämophilie spezialisierte Ärzte eine Prophylaxe und auch deren Beginn bis ins hohe Erwachsenenalter hinein. Zwar macht die späte Prophylaxe bereits bestehende Gelenkveränderungen nicht rückgängig, sie vermindert jedoch die Zahl und die Schwere weiterer Gelenkblutungen und ermöglicht eine physiotherapeutische Behandlung, welche die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit der Gelenke verbessern kann.

Welche vorbeugenden Maßnahmen schützen vor Gelenkblutungen?

Um Blutungen in die Gelenke zu verhindern, kommen vor allem zwei Maßnahmen zur Anwendung:

  1. die regelmäßige Gabe von Gerinnungsfaktor schon vor Auftreten der Blutung (Prophylaxe) und
  2. das regelmäßige Training der gelenkstabilisierenden Muskulatur.

Darüber hinaus empfiehlt sich für Hämophilie-Patienten die Berücksichtigung folgender Punkte:

  • schonender Einsatz der Gelenke,
  • Vermeidung von Übergewicht und
  • gesunde Ernährung.

Wie gestaltet sich das Training der gelenkstabilisierenden Muskulatur?

Zur Vorbeugung von Gelenkschäden empfiehlt es sich, die gelenkstabilisierende Muskulatur zwei- bis dreimal wöchentlich gezielt zu trainieren.

Training für Personen ohne Gelenkschäden (überwiegend Kinder)

Das Training für Hämophile ohne Gelenkschäden zielt vorrangig auf die Vorbeugung von Gelenkblutungen ab. Eine Trainingseinheit beinhaltet folgende Übungseinheiten:

  • Aufwärmen,
  • Mobilisation,
  • Dehnung,
  • Kräftigung und
  • Koordination.

Training für Personen mit Gelenkschäden (überwiegend Jugendliche und Erwachsene)

Sind Ihre Gelenke bereits geschädigt, geht es vor allem darum, deren Funktion zu erhalten. Sie sollten auf Dehnungsübungen verzichten, da diese leicht Blutungen hervorrufen können. Stattdessen empfehlen sich Übungen zur Mobilisation, die einen muskelentspannenden Effekt haben.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Prophylaxe-Injektionen und das Training zeitlich aufeinander abzustimmen, damit der Faktor-VIII-Spiegel während der Übungen ausreichend hoch ist.

Inhalte wurden in Zusammenarbeit mit dem Sportwissenschaftler Ralf Kalinowski entwickelt: Stand Mai 2017

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