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Kurs Immunsystem und Psyche: Lektion 4 von 6

Entspannung und Schlaf

Sie haben am Wochenende die Nacht zum Tag gemacht und prompt läuft am Montag die Nase? Das ist kein Zufall. Zu wenig Schlaf nimmt Ihnen Ihr Immunsystem ebenso übel wie zu seltene Entspannungsphasen. Schon bei geringem Schlafmangel schüttet Ihr Körper vermehrt Entzündungsbotenstoffe aus. Schlafen Sie dauerhaft schlecht oder zu kurz, können Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkprobleme die Folge sein, die sich beide häufig auf chronische Entzündungen zurückführen lassen.

Schlaf bringt Ihr Immunsystem in Schwung

Das menschliche Abwehrsystem unterliegt komplexen Zusammenhängen, welche die Wissenschaft noch längst nicht vollständig entschlüsseln konnte. Es steht jedoch fest, dass der Mensch im Schlaf nicht nur neue Kraft schöpft, sondern sich auch am besten von Krankheiten erholt. Zum Beispiel sinkt Fieber häufig während der Nachtruhe. In der Nacht kann sich Ihr Immunsystem voll und ganz auf die Abwehr von Krankheitserregern konzentrieren und Entzündungen eindämmen, ohne durch Ihre täglichen Aktivitäten abgelenkt zu sein. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die Tiefschlafphase, in der Ihr Abwehrsystem besonders effektiv arbeitet und eine große Menge an Immunzellen produziert. Schlafen Sie hingegen zu wenig, kann dies Ihr Immunsystem schwächen und zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko führen.

Für viele Menschen gehört Stress heute zum Alltag. Ihr Organismus reagiert auf Herausforderungen im Studium, im Beruf oder in der Familie, indem er Stresshormone ausschüttet und damit kurzfristig zusätzliche Energie bereitstellt, die Ihren Körper zu Höchstform auflaufen lässt.

Dauert der Stress jedoch über lange Zeit an, wirkt er sich negativ auf Ihr Abwehrsystem aus. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, Entspannungsinseln im hektischen Alltag zu schaffen, die ihnen helfen, zur Ruhe zu kommen.

Hierfür empfehlen sich beispielsweise aktive Entspannungstechniken wie:

  • progressive Muskelentspannung,
  • Meditation,
  • autogenes Training,
  • Yoga,
  • Qigong oder
  • Gedankenreisen.

Darüber hinaus helfen Ihnen auch einfache Mittel wie Lesen, Musik hören, Spazieren gehen, sportliche Betätigung, ein Saunabesuch oder ein Wannenbad, Ihr Immunsystem vor gesundheitsschädigendem Dauerstress zu schützen.

Ein- und Durchschlafprobleme – diese 4 Tipps helfen dagegen

Sie sind müde, können aber nicht einschlafen? Folgende Tipps helfen Ihnen sowohl beim Ein- als auch beim Durchschlafen:

Schaffen Sie sich ein persönliches Einschlafritual.

Ein solches Ritual kann darin bestehen, Ihre Kleidung für den kommenden Tag zurechtzulegen, sich im Bett vor Augen zu führen, wofür Sie dankbar sind, oder zu meditieren.

Vermeiden Sie Schwerverdauliches vor dem Zubettgehen

Zwischen deftigen Mahlzeiten und der Nachtruhe sollten mindestens zwei Stunden vergehen. Auch auf Snacks sollten Sie kurz vor dem Zubettgehen verzichten

Trinken Sie abends nicht zu viel

Sie haben tagsüber zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen und möchten dies am Abend ausgleichen? Dann müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen Ihre Blase beim Ein- und Durchschlafen einen Strich durch die Rechnung macht. Achten Sie darauf, über den Tag verteilt regelmäßig zu trinken und verringern Sie die Flüssigkeitsaufnahme circa zwei Stunden vor dem Zubettgehen.

Weg mit Handys und sonstiger Elektronik

Hantieren Sie im Bett noch lange mit Ihrem Handy oder anderen elektronischen Geräten, reduziert sich die Produktion von Schlafhormonen und Sie schlafen schlechter ein. Verzichten Sie auf das nächtliche Surfen und deaktivieren Sie sämtliche Benachrichtigungstöne oder, noch besser: Schalten Sie das Handy nachts komplett aus.

Geprüft Dr. Ursula Heck : Stand November 2017

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.