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Kurs Lungenhochdruck verstehen: Lektion 2 von 6

Wie entsteht Lungenhochdruck?

„Woher kommt das denn?“ Diese Frage stellen sich viele PatientInnen. In dieser Lektion erfahren Sie, welche Organe und Funktionen an der Entstehung von Lungenhochdruck beteiligt sind, ob die Erkrankung vererbbar ist und welche Risikofaktoren und Ursachen bekannt sind.

Der Lungenkreislauf

Lungenhochdruck kommt selten eigenständig vor, meist ist eine andere Erkrankung die Ursache. In allen Fällen spielt sich das Problem jedoch in einem wichtigen Bereich des Blutkreislaufs ab: Im „kleinen Kreislauf“ / „Lungenkreislauf“.

Rechte Herzhälfte

Sie nimmt das sauerstoffarme Blut auf, das aus dem Körper zurückkommt, und pumpt es in den Lungenkreislauf um Sauerstoff aufzunehmen. Bei zu hohem Druck im Lungenkreislauf versucht sich die rechte Herzhälfte anzupassen und der Herzmuskel verdickt sich. Auf Dauer schadet dies der Pumpleistung: Weniger Blut kann in die Lunge gepumpt werden.

Lungenarterie

Durch dieses Blutgefäß fließt Blut vom Herzen zur Lunge hin. Bei einer pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) ist die Lungenarterie verengt, sodass das Blut nicht mehr wie gewohnt fließen kann und der Druck im Lungenkreislauf steigt.

Lungenvene

Wenn das Blut in der Lunge wieder genügend Sauerstoff aufgenommen hat, fließt es über die Lungenvene zurück zur linken Herzhälfte.

Linke Herzhälfte

Hier kommt sauerstoffreiches Blut aus dem Lungenkreislauf an. Die linke Herzhälfte pumpt es dann durch den ganzen Körper und versorgt so Muskeln und Organe. Ist die linke Herzhälfte zu schwach, kann sie nicht das gesamte Blut weiterpumpen, sodass es zu einer Stauung und damit zu einer Erhöhung des Lungendrucks kommt.

Ursachen und Risikofaktoren für Lungenhochdruck

Woher Lungenhochdruck kommt, ist sehr unterschiedlich und hängt von der jeweiligen Form ab. Sehr häufig sind andere Erkrankungen die Ursache, zum Beispiel Erkrankungen des linken Herzens oder der Lunge (zum Beispiel COPD oder Lungenfibrose).

Etwas anders sieht das bei der pulmonal-arteriellen Hypertonie (PAH) aus: Dabei kann es sich um eine eigenständige Erkrankung handeln. Die Ursachen dafür sind noch nicht gänzlich geklärt, man weiß jedoch, dass es im Frühstadium der Erkrankung zu Fehlfunktionen in den Zellverbänden an der Innenwand der Blutgefäße kommt.

Genetische Faktoren, Bindegewebserkrankungen (wie systemische Sklerose oder systemischer Lupus erythematodes), angeborene Herzfehler, eine HIV-Infektion oder Lebererkrankungen sowie manche Drogen und Medikamente (insbesondere Appetitzügler und Amphetamine) können PAH verursachen.

Ist Lungenhochdruck vererbbar?

In seltenen Fällen können die Gene eine Rolle spielen, nämlich bei der sogenannten hereditären PAH, einer Unterform der pulmonal-arteriellen Hypertonie. Diese Form des Lungenhochdrucks kann in Familien gehäuft auftreten. Schuld ist die Mutation bestimmter Gene. Allerdings tritt die Erkrankung längst nicht bei allen Mutationsträgern auf: Es scheint, als müssten weitere Faktoren hinzukommen, damit tatsächlich Lungenhochdruck entsteht. Bei Frauen ist die Gefahr an hereditärer PAH zu erkranken deutlich höher als bei Männern. Allerdings: Liegt eine andere Erkrankung zugrunde, spielt Vererbung keine oder kaum eine Rolle. Die hereditäre PAH bildet eine seltene Ausnahme.

Wussten Sie schon?

Lungenhochdruck kann lange Zeit stabil bleiben, denn Ihr Herz hat große Fähigkeiten, die Probleme auszugleichen. Allerdings nimmt es auf Dauer Schaden und es kann dadurch zum “Rechtsherzversagen” kommen. Wichtig ist deshalb eine möglichst frühzeitige Behandlung.

Geprüft Dr. Matthias Paar: Stand 05.03.2018

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.