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Kurs Prostatakrebs verstehen: Lektion 2 von 5

Entstehung von Prostatakrebs

Entstehungsursachen

Um die Entstehung von Prostatakrebs zu verstehen, ist zunächst ein kurzer Ausflug in die Anatomie der Prostata hilfreich. selpers Beschriftete ProstataDie männliche Vorsteherdrüse, wie die Prostata auch genannt wird, umschließt den oberen Teil der Harnröhre. In ihrer Form und Ausprägung ist die Prostata mit einer Kastanie vergleichbar. In Richtung des Rückens grenzt die Prostata an den Enddarm, weshalb ein Facharzt die Vorsteherdrüse im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung auch mithilfe der Finger abtasten kann.

Eine wichtige Aufgabe kommt der Prostata bei der Fortpflanzung zu. Die Aktivität der Muskelfasern der Vorsteherdrüse sorgt dafür, dass bei einem Orgasmus Flüssigkeit aus der Vorsteherdrüse in die Harnröhre gepresst wird, um sich dort mit den Samenzellen sowie dem Sekret der Samenbläschen zu vermischen. Ohne diesen Vorgang wären Spermien nicht ausreichend beweglich und könnten nicht reifen. Eine Befruchtung der Eizelle wäre dann nicht möglich.

Mit Eintritt in die Pubertät und der damit verbundenen Produktion von männlichen Geschlechtshormonen, etwa Testosteron, beginnt die Prostata zu wachsen. Dieser Vorgang läuft ununterbrochen weiter, solange Testosteron zur hormonellen Stimulation gebildet wird. Aus diesem Wachstumsprozess resultiert ungefähr für jeden zweiten Mann im Alter eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die jedoch nur behandelt wird, wenn Beschwerden auftreten, beispielsweise beim Wasserlassen.

Das für das Wachstum der Vorsteherdrüse verantwortliche Sexualhormon Testosteron ist auch an Wachstumsprozessen von Karzinomen beteiligt. Bei Prostatakrebs steht der Drüsenteil der Vorsteherdrüse im Mittelpunkt. Tumorzellen können immer dann entstehen, wenn Teilungsprozesse der Zellen stattfinden. Da Prostatakrebs häufig im höheren Alter auftritt, liegt die Annahme nahe, dass mit einer steigenden Zahl an Zellteilungen auch das Risiko für fehlerhaftes Genmaterial steigt, wodurch sich statt einer gesunden Zelle eine Tumorzelle entwickelt. Krebs wächst, weil auch erkrankte Zellen sich weiterhin teilen.

Bildung von Metastasen

Auch bei Prostatakrebs besteht die Möglichkeit der Metastasenbildung, d.h. der Krebs wandert an andere Stellen des menschlichen Organismus. Einige Tumorzellen lösen sich von ihrem lokalen Tumor und gelangen über die Lymph- oder Blutbahn in andere Körperregionen. Dies trifft auch bei einem Prostatakarzinom zu. Um zu wandern, müssen die tumorösen Zellen jedoch die Bindegewebskapsel der Vorsteherdrüse zerstören. Da diese Prozesse in unmittelbare Nähe des Beckens ablaufen, breiten sich Tumorzellen bei Prostatakrebs dort aus. So kann es bei einem Prostatakarzinom zu Knochenmetastasen in anderen Regionen des Organismus kommen.

Karzinogene: Sogenannte Karzinogene, wie etwa Chemikalien oder äußere Einflüsse konnten bisher nicht mit Sicherheit für die Entstehung von Prostatakrebs verantwortlich gemacht werden.

Geprüft OA Dr. med. Otto Krieger: Stand 25.10.2016

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