2. Nebenwirkungen erkennen

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Während einer Myelom-Behandlung können verschiedene Beschwerden durch die Erkrankung selbst oder durch die Therapie auftreten. Jede Person reagiert anders, und viele Patient:innen haben nur wenige oder milde Veränderungen. Wichtig ist vor allem zu wissen, worauf Sie achten sollten. So können Sie früh reagieren und sich sicher fühlen.

Auch wenn die Liste der möglichen Beschwerden lang wirkt: Die meisten Nebenwirkungen lassen sich heute sehr gut behandeln – besonders, wenn sie früh angesprochen werden. Ihr Behandlungsteam begleitet Sie aufmerksam, erkennt Veränderungen schnell und unterstützt Sie bei jedem Schritt.

  • Infektanfälligkeit: Durch das geschwächte Immunsystem können Infekte leichter auftreten, z. B. mit Fieber, Husten oder Brennen beim Wasserlassen.
  • Blutarmut (Anämie ): Kann zu Müdigkeit, geringerer Belastbarkeit oder Atemnot bei Anstrengung führen.
  • Erhöhte Blutungsneigung: Kann sich durch häufige blaue Flecken, Nasen- bzw. Zahnfleischbluten oder kleine rote Punkte auf der Haut zeigen.
  • Schmerzen: Vor allem Knochen- oder Muskelbeschwerden, die gut behandelbar sind – Schmerzen müssen nicht ausgehalten werden.
  • Nierenbelastung: Veränderungen werden durch regelmäßige Blutabnahmen meist früh erkannt und überwacht.
  • Fatigue : Eine tiefe, anhaltende Erschöpfung, die sich von normaler Müdigkeit unterscheidet.
  • Polyneuropathie : Kribbeln, Taubheit oder Brennen an Händen oder Füßen, teils auch Unsicherheiten beim Gehen.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Zum Beispiel Übelkeit, Bauchkrämpfe, Durchfall oder Verstopfung, meist gut behandelbar.
  • Thrombosen : Selten können sich Blutgerinnsel bilden, das Risiko kann durch vorbeugende Medikamente deutlich gesenkt werden.
  • Augenbeschwerden: Vorübergehende Reizungen oder verschwommenes Sehen sind möglich, klingen in der Regel jedoch wieder ab und sind reversibel.

Sie sind nicht allein und für nahezu jede Nebenwirkung gibt es eine gute Lösung.

Was soll ich tun, wenn ich neue Beschwerden bemerke?

Der wichtigste Grundsatz lautet: Im Zweifel lieber einmal zu viel melden als einmal zu wenig.

Bitte zögern Sie nicht, Ihr Behandlungsteam zu kontaktieren – auch wenn Sie unsicher sind, ob eine Veränderung wichtig ist.
Sie „belästigen“ niemanden, ganz im Gegenteil: Frühe Information schützt Ihre Gesundheit.  Melden Sie Ihrem Behandlungsteam neue Beschwerden frühzeitig. Je früher reagiert wird, desto einfacher lassen sich Nebenwirkungen behandeln – oft sogar verhindern.

Bei welchen Warnzeichen sofort ärztliche Hilfe nötig ist

Es gibt Beschwerden, die Sie nicht abwarten dürfen. Sie können auf ernste Komplikationen hinweisen.

  • Fieber über 38 °C – mögliches Zeichen einer ernsthaften Infektion
  • Plötzliche Brustschmerzen oder Atemnot – Hinweis auf Thrombose, Lungenembolie oder Herzprobleme
  • Blutungen, die nicht aufhören – zum Beispiel Nasenbluten oder Blutungen beim Zähneputzen, die ungewöhnlich lange anhalten
  • Akute Sehverschlechterung oder starke Augenbeschwerden – hier sollte rasch ein Augenarzt hinzugezogen werden.
  • Starke, neue Schmerzen

Ihr Behandlungsteam folgt dem Grundsatz: Je früher ein Problem erkannt wird, desto rascher und besser kann es behandelt werden.

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    Geprüft Priv.-Doz.in Dr.in Amelie Boquoi Stand: Februar 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Anämie
    Verminderung der roten Blutkörperchen oder des Hämoglobins im Blut, die zu einer reduzierten Sauerstoffversorgung des Körpers führt. Symptome können Müdigkeit, Schwäche und Blässe sein.
    Fatigue
    Häufige Begleiterkrankung von schweren Krankheiten, die mit anhaltender Müdigkeit, Kraftlosigkeit und fehlendem Antrieb einhergeht. 
    Polyneuropathie
    Bei einer Polyneuropathie kommt es zu einer Schädigung der Nerven. Dabei ist die Reizweiterleitung durch diese Nerven gestört. Oftmals können vor allem sensible Reize wie Berührungen nicht mehr richtig wahrgenommen werden. So kann es auch dazu kommen, dass die Betroffenen unter Gleichgewichtsstörungen leiden.
    Thrombose
    Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockieren kann. Kann in Venen oder Arterien auftreten.