1. Begleittherapie verstehen

Was sind Begleittherapien bei Multiplem Myelom?

Begleittherapien, auch supportive Therapien genannt, sind zusätzliche medizinische Maßnahmen, die parallel zu Ihrer eigentlichen Myelom-Behandlung eingesetzt werden. Während die Haupttherapie darauf abzielt, die Krebszellen zu bekämpfen, haben Begleittherapien ein anderes wichtiges Ziel: Sie sollen Ihren Körper schützen, Beschwerden lindern und das Risiko für Komplikationen reduzieren.

Das Multiple Myelom wirkt sich auf viele Bereiche des Körpers aus, beispielsweise auf Knochen, Nieren, Immunsystem und Blutbild. Auch die Therapie kann Nebenwirkungen mit sich bringen.
Begleittherapien greifen genau dort ein, wo Unterstützung nötig ist:

  • Sie verhindern Nebenwirkungen, bevor sie entstehen.
  • Sie behandeln Beschwerden, die bereits aufgetreten sind.
  • Sie helfen, dass Sie die Haupttherapie besser vertragen und ohne Unterbrechungen fortführen können.
  • Sie verbessern Ihre Lebensqualität im Alltag.

Beispiele für solche unterstützenden Maßnahmen sind: Knochenschutz, Schmerztherapie, Vorbeugung von Thrombosen , Impfungen und anderer Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen, Therapien bei Veränderungen des Blutbildes oder der Nierenwerte. Mehr dazu erfahren Sie in Lektion 3: Begleittherapien bei Nebenwirkungen.

Viele Patient:innen berichten, dass sie sich durch Begleittherapien sicherer und stabiler fühlen und die Krebstherapie insgesamt besser bewältigen.

Beschwerden durch das Multiple Myelom und die Behandlung

Während einer Myelom-Behandlung können verschiedene Beschwerden auftreten. Das ist nicht ungewöhnlich, denn der Körper arbeitet in dieser Zeit auf mehreren Ebenen: Er setzt sich mit der Erkrankung auseinander und verarbeitet gleichzeitig die Therapie. Beides kann Veränderungen im Blutbild, im Immunsystem oder in einzelnen Organen auslösen.

Um besser zu verstehen, woher bestimmte Beschwerden kommen, hilft eine Einteilung in zwei Gruppen:

Veränderungen, die durch das Multiple Myelom selbst entstehen

Das Myelom kann gesunde Blut- und Abwehrzellen verdrängen, die Knochen schwächen oder die Nieren belasten. Daher entwickeln sich manche Beschwerden schrittweise – zum Beispiel Müdigkeit, eine erhöhte Infektanfälligkeit oder Knochenschmerzen. Diese Veränderungen entstehen durch die Erkrankung selbst und werden in den regelmäßigen Kontrollen früh erkannt.

Nebenwirkungen, die durch die Behandlung verursacht werden

Die Therapie greift bewusst in das Immunsystem, das Blutbild oder den Stoffwechsel ein, um die Myelomzellen zu bekämpfen. Dadurch können vorübergehend Beschwerden auftreten, etwa Infektionen, Müdigkeit, Veränderungen des Blutbilds oder Magen-Darm-Probleme. Solche Nebenwirkungen sind in der Regel gut behandelbar, besonders wenn sie früh angesprochen werden.

Einige Beschwerden können jedoch auch beide Ursachen haben, weil Erkrankung und Therapie oft in denselben Bereichen wirken. Dazu gehören zum Beispiel Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder eine Blutungsneigung. Ihr Behandlungsteam erkennt im Verlauf sehr gut, woher eine Veränderung kommt, und passt die Behandlung bei Bedarf frühzeitig an. So bleiben Nebenwirkungen gut behandelbar und werden rasch aufgefangen.

In Lektion 2 erklären wir Ihnen, welche Nebenwirkungen auftreten können.

Wie Begleittherapien Ihre Lebensqualität verbessern

Begleittherapien sollen nicht nur Komplikationen verhindern, sondern auch dafür sorgen, dass Sie sich im Alltag stabiler, sicherer und entlastet fühlen.

Begleittherapien können Ihre Lebensqualität verbessern, indem sie:

  • Schmerzen reduzieren
  • Infekte verhindern
  • Beweglichkeit erhalten
  • Therapieunterbrechungen vermeiden
  • Ihr allgemeines Wohlbefinden stärken

Viele Patient:innen berichten, dass eine gut abgestimmte supportive Therapie ihre Behandlung erträglicher macht und ihnen das Gefühl gibt, aktiv unterstützt zu werden.

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    Geprüft Priv.-Doz.in Dr.in Amelie Boquoi Stand: Februar 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Stoffwechsel
    Biochemische Vorgänge, die innerhalb und zwischen den Zellen ablaufen und zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen notwendig sind.
    Thrombose
    Bildung eines Blutgerinnsels in einem Blutgefäß, das den Blutfluss blockieren kann. Kann in Venen oder Arterien auftreten.