Beim Rückfall des Multiplen Myeloms gibt es heute viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Oft wird dabei nicht nur ein Medikament, sondern eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen eingesetzt.
Warum werden Kombinationstherapien eingesetzt?
Das Multiple Myelom ist eine komplexe Erkrankung. Im Laufe der Zeit kann die Krankheit Widerstandsmechanismen entwickeln, um sich gegen bestimmte Medikamente zu wehren. Wenn man aber mehrere Medikamente mit unterschiedlichen Wirkprinzipien kombiniert, wird es für die Myelomzellen deutlich schwieriger, sich anzupassen oder zu „entkommen“. Die Medikamente wirken dabei von verschiedenen Seiten – manche greifen direkt die Krebszellen an, andere unterstützen das Immunsystem oder blockieren bestimmte Wachstumsprozesse.
Studien zeigen eindeutig: Kombinationstherapien sind meist wirksamer als Einzeltherapien, verlängern die Zeit bis zum nächsten Rückfall und können oft tiefere Remissionen. Deshalb gelten Kombinationstherapien heute beim Rezidiv als Standardbehandlung.
Welche Faktoren beeinflussen die Therapieentscheidung?
Die Wahl der Therapie ist immer individuell. Es gibt nicht „die eine richtige Behandlung“. Aus verschiedenen Möglichkeiten werden diejenigen gewählt, die zu Ihrer persönlichen Situation passen. Ärzt:innen berücksichtigen dabei viele Faktoren, zum Beispiel:
- Bisherige Behandlungen: Welche Medikamente wurden bereits eingesetzt? Wie gut haben sie gewirkt?
- Krankheitsverlauf: Wie stark ist die Erkrankung aktuell? Gibt es Organschäden oder eine hohe Tumorlast?
- Nebenwirkungen früherer Therapien: Welche Medikamente wurden gut vertragen, und welche haben Beschwerden verursacht (z. B. Nervenschäden oder Müdigkeit)?
- Genetische Risikofaktoren: Bestimmte genetische Merkmale der Myelomzellen können beeinflussen, welche Therapien besonders wirksam sind.
- Gesundheitszustand und Vorerkrankungen: Wie fit sind Sie? Gibt es Begleiterkrankungen (z. B. Herz, Niere, Nerven)?
- Therapieziele: Geht es vor allem um Krankheitskontrolle, lange Remission oder möglichst gute Lebensqualität?
- Alltag und persönliche Lebenssituation: Sind Sie noch berufstätig? Reisen Sie viel? Wie wichtig ist Ihnen eine ambulante Behandlung?
- Zulassung und Studien: Welche Therapien sind in Ihrer Situation zugelassen? Gibt es Studien, an denen Sie teilnehmen könnten?
Das alles fließt in die Entscheidung ein, um die Therapie zu finden, die am besten zu Ihnen passt.
Wie kann ich mich aktiv an der Entscheidung beteiligen?
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind ein wichtiger Teil der Therapieentscheidung. Je mehr Sie über Ihre Erkrankung und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten wissen, desto besser können Sie mitentscheiden. Das können Sie konkret tun:
- Fragen stellen: Bitten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, alle Optionen und deren Ziele zu erklären – auch mögliche Nebenwirkungen.
- Zweitmeinung einholen: In spezialisierten Myelom-Zentren oder Studienzentren können Sie sich zusätzlich beraten lassen.
- Informationsquellen nutzen: Auf den Webseiten der Deutschen Krebsgesellschaft oder Deutschen Krebshilfe, sowie bei der Krebsliga der Schweiz, der Österreichischen Krebshilfe und den lokalen Myelom-Selbsthilfegruppen, finden Sie aktuelle, verlässliche Informationen.
- Eigene Lebensumstände einbeziehen: Überlegen Sie, welche Therapieform sich gut in Ihren Alltag einbauen lässt. Sprechen Sie offen über Ihre Wünsche und Grenzen.
Die beste Entscheidung entsteht immer gemeinsam – im offenen Austausch zwischen Ihnen und Ihrem Behandlungsteam.
Die Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten bedeutet auch: Sie sind nicht allein auf eine Therapie angewiesen. Gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam können Sie die Behandlung so gestalten, dass sie zu Ihnen, Ihrem Alltag und Ihren Zielen passt.
Wir freuen uns über Ihr Feedback
Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
