3. Therapiemöglichkeiten beim Rezidiv des Multiplen Myeloms

Wenn das Multiple Myelom nach einer erfolgreichen Behandlung zurückkehrt, gibt es heute eine Vielzahl moderner und hochwirksamer Therapieoptionen. Dank der enormen Fortschritte in der Krebsforschung kann ein Rückfall bei Multiplem Myelom meist sehr effektiv behandelt werden – in vielen Fällen mit zielgerichteten und immunbasierten Therapien, die individuell auf die Patientin oder den Patienten abgestimmt werden.

Moderne Therapieansätze beim Rezidiv des Multiplen Myeloms

Die Behandlung eines Rückfalls hängt von mehreren Faktoren ab: der bisherigen Therapie, dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Tumorlast und den Laborwerten. Grundsätzlich stehen Ärzt:innen heute mehrere moderne Therapien zur Verfügung, die oft auch miteinander kombiniert werden:

Therapien, die das Immunsystem gezielt aktivieren

Hierbei wird das körpereigene Abwehrsystem genutzt, um die Myelomzellen gezielt zu erkennen und zu zerstören. Mehr zu den gezielten Therapien erfahren Sie in der Lektion „Zielgerichtete Therapien beim Rezidiv des Multiplen Myeloms“.

Medikamente, die direkt in die Myelomzellen eingreifen

Diese Wirkstoffe zielen auf die Krebszellen selbst ab und stören lebenswichtige Abläufe in deren Innerem:

Bei allen Therapien sind regelmäßige Kontrollen des Blutbilds und der Organfunktionen wichtig, um die Wirkung und Verträglichkeit optimal im Blick zu behalten.

Welche Rolle spielen Chemotherapie und Stammzelltransplantationen beim Rezidiv des Multiplen Myeloms heute noch?

Klassische Chemotherapien haben beim Rezidiv des Multiplen Myeloms an Bedeutung verloren. Früher waren sie der wichtigste Baustein der Behandlung – heute werden sie nur noch in besonderen Situationen eingesetzt, etwa wenn:

  • die Tumorlast sehr hoch ist und schnell gesenkt werden muss, oder
  • die Erkrankung auf moderne Immuntherapien nicht ausreichend anspricht.

Auch die Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation , die früher auch im Rezidiv teils häufig durchgeführt wurde, wird heute bei einem Rückfall nur noch selten empfohlen. Grund dafür ist die Wirksamkeit neuer Immuntherapien, vor allem der CAR-T-Zell-Therapie und bispezifischer Antikörper , die oft langanhaltende Remissionen bewirkt.

Orientierung bei vielen Möglichkeiten

Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten bei Multiplem Myelom sind vielfältig – das ist eine gute Nachricht, kann aber auch verwirrend sein.

  • Lassen Sie sich die einzelnen Therapien von Ihrem Behandlungsteam in einfachen Worten erklären.
  • Bitten Sie um eine schriftliche Übersicht, damit Sie zu Hause nachlesen können.
  • Notieren Sie sich Fragen, die Ihnen später einfallen – jede Rückfrage ist wichtig und berechtigt.

So behalten Sie den Überblick und können gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam entscheiden, welche Therapie am besten zu Ihnen und Ihrem Alltag passt.

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    Geprüft Dr. med. Christoph Schaefers Stand: Januar 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Antikörper
    (Immunoglobuline)
    Eiweiße (Proteine), die von Zellen des Immunsystems gebildet werden, um Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Bei manchen Erkrankungen kann es zu einer fehlgeleiteten Bildung von Antikörpern gegen körpereigene Zellen oder Strukturen kommen.
    Eiweiße
    (Proteine)
    Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
    Infusion
    Verabreichung einer Flüssigkeit (mit oder ohne darin gelösten Medikamente) über einen Zugang in ein Blutgefäß.
    Injektionen
    Verabreichung einer Flüssigkeit, meist eines Medikaments, in den Körper mithilfe einer Spritze und einer Hohlnadel. Dabei wird die Substanz direkt in das Gewebe oder die Blutbahn eingebracht, um eine schnelle oder gezielte Wirkung zu erzielen.  
    intravenös
    (Abkürzung: IV)
    Medikamente, Flüssigkeiten oder Nährstoffe werden über eine Vene in den Blutkreislauf eingebracht. Dazu wird eine Spritze oder eine Infusion mit einer Nadel oder einem Katheter verwendet.
    Kortison
    Kortison ist ein körpereigenes Hormon. Für therapeutische Zwecke wird es meist in höheren Konzentrationen verwendet und wirkt dann vor allem entzündungshemmend. 
    Krebsforschung
    Bezeichnet die wissenschaftliche Untersuchung von Krebserkrankungen. Ziel der Forschung ist es, Ursachen von Krebs zu erforschen und neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln.
    Rezidiv
    (Rückfall)
    Wiederauftreten einer Krankheit nach zunächst erfolgreicher Behandlung mit Heilung oder Verbesserung.
    Stammzelltransplantation
    Verfahren, bei dem einer Patientin/einem Patienten gespendete Stammzellen verabreicht werden. Dadurch wird das blutbildende System und das Immunsystem nach einer Therapie (z.B. Chemotherapie oder Bestrahlung) wieder aufgebaut. Nach einer Vorbereitungsphase werden die gespendeten Stammzellen mithilfe einer Infusion verabreicht.
    subkutan
    Verabreichung von einer Injektion unter die Haut, also ins Unterhautfettgewebe.