4. Der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs

Welche Rolle spielt der PSA-Wert bei der Früherkennung von Prostatakrebs und was bedeutet ein erhöhter Wert?

PSA (kurz für prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweiß , das auch im gesunden Zustand von der Prostata produziert wird. Es trägt zur normalen Funktion des Spermas bei. Ein kleiner Teil davon gelangt auch ins Blut und kann dort durch eine Blutabnahme im Labor gemessen werden.

Im Falle von Prostatakrebs ist der Wert häufig erhöht. Der PSA-Wert kann jedoch auch in anderen Situationen erhöht sein. Eine gutartige Vergrößerung der Prostata, eine Entzündung, aber auch langes Radfahren können beispielsweise zu einer Erhöhung des PSA-Werts führen.

Der PSA-Wert kann im Rahmen einer Früherkennung nach ausführlicher ärztlicher Beratung bestimmt werden. Dabei werden mögliche Vor- und Nachteile besprochen, bevor Sie sich für oder gegen den Test entscheiden. Wenn Sie Ihren PSA-Wert messen lassen, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt immer Ihren Gesamtsituation beurteilen, um den PSA-Wert bestmöglich einzuschätzen.

Was sind die Vor- und Nachteile des PSA-Tests?

Der PSA-Wert kann einfach und kostengünstig über eine Blutabnahme bestimmt und im Labor standardisiert ausgewertet werden. Damit kann bereits in frühen Stadien der Erkrankung ein Prostatakrebs entdeckt werden.

Wie bereits erwähnt, kann der PSA-Wert jedoch auch in anderen Situationen erhöht sein. In manchen Fällen können durch einen erhöhten PSA-Wert daher auch nicht aggressive Formen des Prostatakrebs entdeckt werden, die wahrscheinlich keine Probleme gemacht hätten und eigentlich keine Therapie benötigen. Das nennt man Überdiagnose, welche Patienten beunruhigen kann.

Umgekehrt gibt es aber auch Formen von Prostatakrebs, bei denen zwar ein Tumor vorliegt, der PSA-Wert jedoch nicht erhöht ist. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt oder Ärztin über die Interpretation Ihres PSA-Wertes. Dieser ist immer nur einer von mehreren Bausteinen in der gesamten Vorsorgeuntersuchung und Diagnose.

Wann ist ein PSA-Test sinnvoll?

Der PSA-Test sollte im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung bei Prostatakrebs mitbedacht werden. Auch wenn Symptome bestehen, wie Probleme beim Wasserlassen, sollte ein PSA-Test durchgeführt werden, um eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Was kostet ein PSA-Test und was sollte man davor beachten?

In Österreich können Männer ab dem 50. Lebensjahr im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung auf Wunsch kostenlos einen PSA-Test durchführen lassen. Sprechen Sie dazu einfach Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin an.

Was den PSA-Wert beeinflussen kann

Im Allgemeinen kann alles, was Druck auf die Prostata verursacht, den PSA-Wert erhöhen. Daher sollten Sie circa einen Tag vor der Blutabnahme nicht Fahrradfahren. Auch Geschlechtsverkehr und ein Samenerguss können einen Einfluss auf den PSA-Wert haben. Darüber sollten Sie also offen mit Ihrem Behandlungsteam sprechen. Auch Tastuntersuchungen sollten nach der Blutabnahme stattfinden, um den PSA-Wert nicht zu verfälschen.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Wir entwickeln fortlaufend neue Kurse und lernen dabei nie aus. Dabei berücksichtigen wir gerne Ihre Wünsche und Anregungen. Wir freuen uns daher sehr über Ihr Feedback. Bitte beachten Sie, dass wir keine personenbezogenen medizinischen Auskünfte geben können. Sollten Sie dazu Fragen haben, klären Sie diese bitte in einem persönlichen Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.


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    Geprüft Prim. Dr. Thomas Alber: Stand September 2025 | Quellen und Bildnachweis
    Eiweiße
    (Proteine)
    Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
    PSA-Test
    PSA ist die Abkürzung für "Prostata-spezifisches Antigen". Mit dem Test wird die PSA-Menge im Blut untersucht. Dieses Eiweiß wird von der Prostata gebildet und ins Blut abgegeben. Bei Tumoren kann der PSA-Wert erhöht sein.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.