3. Abklärung einer Verschlechterung bei Amyloidose

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Wenn eine Verschlechterung vermutet wird, beginnt die Abklärung meist mit grundlegenden Untersuchungen. Diese helfen dabei, sich einen ersten Überblick über Ihre aktuelle Situation zu verschaffen. Dazu gehören ein Gespräch über Ihre Beschwerden, eine körperliche Untersuchung und Blut- und Urinuntersuchungen. Dabei ist besonders wichtig, wie sich Ihre Beschwerden im Vergleich zu früher verändert haben. Ihre eigene Wahrnehmung spielt hier eine zentrale Rolle.

Je nachdem, welche Organe betroffen sind, werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt.

  • Beim Herzen kommen häufig folgende Untersuchungen zum Einsatz:
    • EKG zur Beurteilung des Herzrhythmus
    • Herzultraschall zur Einschätzung der Herzfunktion
    • ggf. weitere Untersuchungen wie Belastungstests oder eine spezielle Bildgebung (z. B. MRT)
  • Beim Nervensystem wird geprüft, wie gut Nerven funktionieren, zum Beispiel durch Tests der Sensibilität, Reflexe und Muskelkraft.
  • Bei den Nieren wird die Funktion durch Blut- und Urinuntersuchungen beurteilt, insbesondere im Hinblick auf eine Eiweißausscheidung.
  • Bei der AL-Amyloidose ist die Bestimmung bestimmter Eiweißbestandteile im Blut (sogenannte freie Leichtketten ) besonders wichtig, da sie Hinweise darauf geben, wie aktiv die Erkrankung gerade ist.

In manchen Fällen können auch spezielle bildgebende Verfahren , also Untersuchungen wie Ultraschall, MRT CT oder spezielle nuklearmedizinische Untersuchungen (Szintigraphie), die detaillierte Aufnahmen des Körpers liefern. Zusätzlich kann eine Gewebeprobe (Biopsie ) notwendig sein, um die Diagnose oder den Verlauf genauer zu beurteilen. Dabei wird eine kleine Menge Gewebe entnommen und im Labor untersucht.

Woran erkennt man eine Verschlechterung in den Befunden?

Die Untersuchungen helfen dabei zu klären, ob und wie stark Organe betroffen sind und ob sich etwas im Vergleich zu früher verändert hat.

Hinweise auf eine Verschlechterung können zum Beispiel sein:

  • veränderte Laborwerte (z. B. steigende Herzwerte oder Leichtketten im Blut)
  • eine nachlassende Funktion von Organen, etwa des Herzens oder der Nieren
  • Veränderungen in bildgebenden Untersuchungen wie Ultraschall oder MRT, die darauf hinweisen, dass sich ein Organ verändert hat

Befunde richtig einordnen

Dabei ist wichtig: Ein einzelner Wert allein ist meist nicht entscheidend. Vielmehr betrachten Ärzt:innen immer alle Ihre Beschwerden, Untersuchungsergebnisse und den bisherigen Verlauf zusammen.

Warum verläuft die Amyloidose unterschiedlich?

Viele Patient:innen fragen sich, warum sich ihre Erkrankung anders entwickelt als bei anderen.

Der Verlauf hängt von mehreren Faktoren ab:

  • welche Form der Amyloidose vorliegt
  • welche Organe betroffen sind
  • wie früh die Erkrankung erkannt wurde
  • wie gut die Therapie wirkt und vertragen wird

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    Geprüft Dr.in Katharina Knoll: Stand Juli 2026 | Quellen und Bildnachweis
    Bildgebende Verfahren
    Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
    Biopsie
    Entnahme von verdächtigen Gewebeproben, um eine Krebserkrankung oder entartete Zellen zu diagnostizieren. Gewebeproben werden je nach Organ mit verschiedenen Techniken entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt.
    CT
    (Computertomografie)
    Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
    Leichtketten
    Leichtketten sind Bestandteile von Antikörpern, die eine wichtige Rolle bei der Bildung und Funktion des Immunsystems spielen.
    MRT
    (Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie)
    Bildgebendes Verfahren, das sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln oder Fettgewebe eignet. Magnetfelder lösen in den verschiedenen Geweben unterschiedliche Signale aus. Diese werden zu Bildern umgewandelt. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keine Strahlenbelastung.