Woran erkenne ich, dass sich meine Amyloidose verschlechtert?
Auf welche Beschwerden Sie achten sollten, hängt davon ab, welche Form der Amyloidose bei Ihnen vorliegt und welche Organe bei Ihnen betroffen sind. Wenn das Herz betroffen ist, sollten Sie vor allem auf Ihre körperliche Belastbarkeit achten und auf Beschwerden, die auf eine Herzschwäche hindeuten könnten. Dazu gehört eine, abnehmende Leistungsfähigkeit, zunehmende Luftnot bei Belastung, sowie die Neigung zu Wasseransammlungen, so genannte Ödeme . Außerdem sollten sie bei Vorliegen einer Herzschwäche regelmäßig Ihren Blutdruck, Ihren Puls und ihr Gewicht notieren.
Hierbei kann ein Tagebuch hilfreich sein, um frühzeitig eine Verschlechterung zu erkennen. Dieses Tagebuch können Sie auch zum Arztgespräch mitbringen. Sollten Sie an einer Herzschwäche leiden, können Sie sich auch selbst auf das Vorliegen von Wassereinlagerungen untersuchen. Hier können Sie darauf achten, ob Ihre Socken eindrücken oder ob Ihr Gewicht zugenommen hat, ohne dass Sie vermehrt Nahrung aufgenommen haben.
Im Falle eines Nervenbefalls, einer Amyloid-Neuropathie, sollten Sie besonders auf Missempfindungen, auf Ihre Sensibilität, also das Feingefühl der Füße und der Hände, achten. Auch neue Einschränkungen, gerade in der Kraft oder Beweglichkeit sollten Sie Ihrem Arzt berichten.
Ein Fortschreiten Ihrer Amyloidose zu erkennen, kann im Einzelfall schwierig sein. Daher ist es wichtig, dass sie regelmäßig zu Ihren ärztlichen Kontrollterminen gehen. Diese sind nämlich genau dazu gedacht, ein Voranschreiten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen.
Was passiert im Körper, wenn die Amyloidose fortschreitet?
Wenn die Amyloidose voranschreitet, lagert sich vermehrt Amyloid, also fehlgefaltetes Eiweiß , in verschiedenen Organen ab. Welche Beschwerden sie dadurch entwickeln, hängt maßgeblich davon ab, welche Form der Amyloidose bei Ihnen vorliegt. In frühen Stadien kann ein Fortschreiten auch asymptomatisch verlaufen, das heißt, Sie merken noch nichts. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu Kontrollen zu gehen, damit ein Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig erkannt wird.
Wie unterscheide ich eine schleichende Verschlechterung von Schüben und akuten Notfällen und wann sollte ich zum Arzt gehen?
Sie können eine akute Verschlechterung von einem schleichenden, langsamen Voranschreiten der Erkrankung am zeitlichen Verlauf unterscheiden. Entwickeln sich Beschwerden neu oder plötzlich, ist eher von dem akuten Schub auszugehen. Während eher von einem langsamen Progress auszugehen ist, wenn diese sich langsam, kontinuierlich über Wochen, Monate oder Jahre verschlechtern, eher von einem langsamen Progress auszugehen ist. Aber diese Unterscheidung ist nicht immer einfach. Daher ist es wichtig, bei neuen und akuten Beschwerden zeitnah den behandelnden Arzt aufzusuchen. Im Falle einer Herzbeteiligung sind zum Beispiel eine plötzliche Zunahme der Luftnot oder eine akute Luftnot, eine deutliche Zunahme des Gewichts oder der Wasseransammlungen oder neue Herzrhythmusstörungen mit sehr schnellem oder sehr langsamem Puls sowie ein deutlicher Blutdruckabfall Notfälle, die zur ärztlichen Vorstellung führen sollten.
Auch bei einer Nervenbeteiligung gibt es akute Notfälle, die zur sofortigen ärztlichen Vorstellung führen sollten, wie z.B. neue Lähmungen. Dazu gehören vor allem akute neurologische Beschwerden, wie zum Beispiel neue Lähmungen. Im Einzelfall kann es jedoch schwierig sein zu unterscheiden, ob es sich um eine langsame Verschlechterung oder eine akute Neuerkrankung handelt. Daher sollten Sie im Zweifel immer ärztliche Hilfe aufsuchen.
Hier geht es zum Video-Interview: „Verschlechterung bei Amyloidose erkennen“