1. Biomarker bei Eierstockkrebs verstehen

Was sind Biomarker?

Biomarker sind messbare Merkmale, die bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten helfen. Sie geben Auskunft darüber, ob eine Erkrankung vorliegt, wie sie sich entwickelt und wie gut eine Therapie wirkt.

Biomarker können sehr unterschiedlich sein, zum Beispiel:

  • Eiweiße (Proteine) im Blut, die von Tumorzellen freigesetzt werden
  • Laborwerte, die im Blut oder Gewebe bestimmt werden
  • Bilder aus CT oder MRT , die Veränderungen im Körper sichtbar machen
  • Genetische Informationen, etwa Mutationen im Erbgut einer Person oder in den Tumorzellen

Bei Eierstockkrebs werden Biomarker genutzt, um die Therapie individuell auf die Patientin abzustimmen. Dies nennt man Präzisionsmedizin und bedeutet, dass eine Behandlung genau auf die Eigenschaften des Tumors und der Patientin zugeschnitten wird. Mit Hilfe von Biomarkern kann das Behandlungsteam besser einschätzen, welche Medikamente besonders wirksam sind, mögliche Nebenwirkungen begrenzen und den Erfolg der Therapie genauer vorhersagen.

Welche Biomarker spielen bei Eierstockkrebs eine Rolle?

Bei Eierstockkrebs unterscheidet man genetische Biomarker und Tumormarker .

  • Genetische Biomarker wie BRCA1, BRCA2 und HRD zeigen Veränderungen im Erbgut, die Tumorzellen empfindlicher für bestimmte Therapien machen. Sie sind entscheidend für die Therapieplanung, den Einsatz gezielter Medikamente und die Beratung von Angehörigen.
  • Tumormarker wie CA125 oder HE4 werden von Tumorzellen ins Blut abgegeben und helfen, den Verlauf der Erkrankung und das Ansprechen auf Therapien zu überwachen. Für die Früherkennung sind sie allerdings weniger geeignet.

Forschung zu Biomarkern

In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien gezeigt, wie wichtig Biomarker wie BRCA und HRD bei Eierstockkrebs sind. Sie helfen nicht nur, die Entstehung und Entwicklung der Erkrankung besser zu verstehen, sondern auch, Therapien gezielter auszuwählen und den Behandlungserfolg zu verbessern. Dank der Forschung können Ärzt:innen heute frühzeitig erkennen, welche Patientinnen besonders von modernen Medikamenten profitieren, und Familienangehörige gezielt beraten.

Warum sind Biomarker wichtig für die Behandlung bei Eierstockkrebs?

Biomarker beeinflussen, welche Therapie eine Patientin erhält und wie erfolgreich sie ist. Bei jeder Patientin mit Eierstockkrebs wird eine Testung der genetischen Biomarker BRCA1, BRCA2 und, falls diese unauffällig sind, auch HRD empfohlen. Liegen Veränderungen vor, können gezielte Medikamente wie PARP-Hemmer in der Erhaltungstherapie besonders wirksam eingesetzt werden – also bei der Behandlung, die den Therapieerfolg möglichst lange stabil halten soll. Genauere Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Kurs Alltag mit Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs.

Genetische Biomarker sind auch für die Familie wichtig: Angehörige können ein erhöhtes Risiko für Brust- oder Eierstockkrebs haben. Genetische Beratung und Vorsorgeprogramme können helfen, Risiken zu erkennen und Erkrankungen frühzeitig zu behandeln.

Tumormarker wie CA125 und HE4 dienen der Verlaufskontrolle. Sie zeigen, ob eine Therapie wirkt, Behandlungen angepasst werden sollten oder der Tumor zurückgekehrt ist (Rezidiv ).

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    Geprüft Prof. Dr. med. Dr. h.c. Alexander Mustea: Stand April 2026 | Quellen und Bildnachweis
    BRCA
    (Abkürzung des englischen "BReast CAncer")
    Mutationen der Gene BRCA1 und BRCA2 führen zu einem höheren Risiko an Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Prostatakrebs zu erkranken.
    CT
    (Computertomografie)
    Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
    Eiweiße
    (Proteine)
    Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
    Erhaltungstherapie
    Eine Erhaltungstherapie wird nach der erfolgreichen Erstbehandlung einer Erkrankung eingesetzt, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen. Sie kann über einen längeren Zeitraum erfolgen und besteht oft aus Medikamenten, die regelmäßig verabreicht werden.
    MRT
    (Magnetresonanztomografie, auch Kernspintomografie)
    Bildgebendes Verfahren, das sich besonders zur Darstellung von Weichteilen wie Muskeln oder Fettgewebe eignet. Magnetfelder lösen in den verschiedenen Geweben unterschiedliche Signale aus. Diese werden zu Bildern umgewandelt. Die Untersuchung ist schmerzlos und hat keine Strahlenbelastung.
    Mutation
    Eine Veränderung im Erbgut (DNA), die dazu führen kann, dass ein Gen anders oder nicht richtig funktioniert.
    Rezidiv
    (Rückfall)
    Wiederauftreten einer Krankheit nach zunächst erfolgreicher Behandlung mit Heilung oder Verbesserung.
    Tumor
    („Geschwulst“)
    Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.
    Tumormarker
    Tumormarker sind Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie dienen zur Verlaufskontrolle oder als Hinweis auf eine mögliche Erkrankung, sind jedoch meist nicht allein aussagekräftig für eine Diagnose.