3. Tumormarker im Blut

Was zeigen die Tumormarker CA125 und HE4 genau an und wo liegen ihre Grenzen?

Die Tumormarker CA125 und HE4 sind Eiweiße , die im Blut gemessen werden können. Bei vielen Patientinnen mit Eierstockkrebs sind diese Werte erhöht – aber nicht bei allen. Deshalb eignen sie sich nicht zur Früherkennung, sondern vor allem dazu, den Verlauf der Erkrankung und den Erfolg einer Behandlung besser beurteilen zu können.

Ein erhöhter CA125- oder HE4-Wert bedeutet außerdem nicht automatisch, dass ein Eierstockkrebs vorliegt. Die Marker können auch aus anderen Gründen ansteigen, zum Beispiel:

  • bei Infektionen oder Entzündungen
  • während einer Schwangerschaft
  • bei Erkrankungen anderer Organe

Sie liefern also Hinweise, ersetzen aber keine eindeutige Diagnose. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel mit Bildgebung wie Ultraschall und weiteren Befunden.

Was ist der ROMA-Score?

Um das Risiko für Eierstockkrebs besser einschätzen zu können, werden manchmal CA125 und HE4 zusammen ausgewertet. Daraus berechnet man den Roma-Score, der zusätzlich das Alter und den Menopausenstatus berücksichtigt.

Der Roma-Score wird nicht für die allgemeine Bevölkerung eingesetzt, sondern nur dann, wenn im Ultraschall ein auffälliger Befund am Eierstock entdeckt wurde. Er hilft einzuschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es sich tatsächlich um Eierstockkrebs handeln könnte. In Studien wird außerdem untersucht, ob der Roma-Score auch Rückfälle früh anzeigen kann.

Was bedeutet ein Anstieg von Tumormarkern bei Eierstockkrebs?

Ein einzelner Anstieg von CA125 bedeutet nicht automatisch, dass die Erkrankung zurückgekehrt ist. Die Werte können etwa auch schwanken, wenn man eine Erkältung oder Entzündung hat, schwanger ist oder andere Erkrankungen vorliegen.

Deshalb wird ein erhöhter CA125 Wert immer zweimal kontrolliert – meist im Abstand von etwa zwei Wochen. Bleibt der Wert klar erhöht oder steigt weiter an, wird genauer nachgeschaut. Dann folgt meist eine bildgebende Untersuchung (z. B. ein CT ), um zu sehen, ob sich im Körper tatsächlich Veränderungen zeigen.

Ein Anstieg allein führt also nicht zu einer sofortigen Therapieumstellung. Wichtig ist immer Tumormarker, Symptome und bildgebenden Befunde kombiniert zu betrachten.

Wie kann man Tumormarker messen und wie oft sollten diese kontrolliert werden?

Die Bestimmung der Tumormarker erfolgt ganz einfach über eine Blutentnahme. Vielen Patientinnen wird während der Chemotherapie ohnehin regelmäßig Blut abgenommen, sodass CA125 oder HE4 dabei einfach mitbestimmt werden können.

Es gibt keine strengen Regeln, wie oft der CA125 Wert gemessen werden muss. Häufige Vorgehensweisen sind:

  • zu Beginn der Therapie,
  • nach einigen Chemotherapie-Zyklen,
  • und am Therapieende.

In klinischen Studien gibt es festgelegte Intervalle, z. B. vor jedem Zyklus oder alle drei Monate. Wichtig ist auch: Lassen Sie sich Ihre Werte erklären und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist. Nur so können Sie gut einschätzen, was die Zahlen in Ihrem Fall bedeuten.

Teilnahme an klinischen Studien

Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam aktiv auf mögliche klinische Studien an. Durch eine Studienteilnahme können Sie Zugang zu neuen, vielversprechenden Therapien erhalten, die oft besonders gut überwacht und nach klaren Plänen durchgeführt werden. Gleichzeitig profitieren Sie von einer sehr engmaschigen medizinischen Betreuung mit regelmäßigen Untersuchungen und Kontrollen.

Die Teilnahme ist immer freiwillig. Informieren Sie sich, stellen Sie Fragen und entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam, ob eine Studie für Sie infrage kommt.

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    Geprüft Prof. Dr. med. Dr. h.c. Alexander Mustea: Stand ?? | Quellen und Bildnachweis
    Bildgebende Verfahren
    Sind medizinische Techniken, mit denen Ärzte Bilder vom Inneren des Körpers erstellen können. Beispiele sind Röntgen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Diese Methoden helfen dabei, Krankheiten zu erkennen und zu überwachen, ohne dass eine Operation nötig ist.
    Chemotherapie
    Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
    CT
    (Computertomografie)
    Bildgebendes Verfahren. Dabei werden Röntgenstrahlen aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geführt. Ein Computer verarbeitet die so erzeugten Bilder zu einer Schnittbildreihe. Dadurch ist eine genaue Beurteilung des untersuchten Körperteiles möglich. So können beispielsweise Lage und Größe von Organen und Tumoren dargestellt werden. Die Untersuchung ist schmerzlos.
    Eiweiße
    (Proteine)
    Eiweiße, auch bekannt als Proteine, sind Makromoleküle, die aus Ketten von Aminosäuren bestehen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Aufbau und der Funktion von Zellen und Geweben im Körper.
    klinische Studie
    In klinischen Studien wird getestet, ob ein neues Medikament oder Therapieverfahren sicher und wirksam ist.
    Tumormarker
    Tumormarker sind Substanzen im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten, die bei bestimmten Krebserkrankungen erhöht sein können. Sie dienen zur Verlaufskontrolle oder als Hinweis auf eine mögliche Erkrankung, sind jedoch meist nicht allein aussagekräftig für eine Diagnose.