5. Krankheitsverlauf beim Gallengangskarzinom

Verlauf und Prognose beim Gallengangskarzinom

Der Krankheitsverlauf bei Gallengangskrebs ist für die Betroffenen sehr unterschiedlich. Ob der Krebs heilbar ist, ist vom Zeitpunkt der Diagnose abhängig. Je früher ein bösartiger Tumor erkannt und behandelt wird, desto besser ist er behandelbar. Um den Krankheitsverlauf und den Therapieerfolg positiv zu beeinflussen, ist es wichtig, dass Sie sich gut ernähren und fit halten. Je fitter Sie in eine Operation oder Chemotherapie starten, desto geringer ist das Risiko für Infektionen oder andere Komplikationen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie sich trotz der Diagnose im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bewegen und viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Dennoch lassen sich Komplikationen nicht immer vollständig verhindern und es besteht manchmal ein gewisses Risiko. Komplikationen sind zum Beispiel:

  • Entzündung der Gallengänge: diese können mit einer antibiotischen Therapie behandelt werden. In manchen Fällen ist es notwendig, dass diese Antibiotika über die Vene gegeben werden und Sie einige Tage im Krankenhaus verbringen müssen.
  • Verengung der Gallengänge und Abflussbehinderung der Galle: kommt es zur Verengung der Gallengänge kann eine ERCP durchgeführt werden und durch einen Stent die Beschwerden gelindert werden. Ein Stent ähnelt einem kleinen Rohr, das den verengten Gallengang aufweitet. Dadurch kann die Galle wieder abfließen und die Beschwerden lassen nach.
Symptomtagebuch
Notieren Sie Symptome, die während der Therapie bei Gallengangskrebs auftreten und berichten Sie Ihrer behandelnden Ärztin/Ihrem behandelndem Arzt. Sie/er kann die Therapie gegebenenfalls anpassen. Download

Wie breitet sich ein Gallengangskarzinom aus und wo bildet es am ehesten Metastasen?

Hat ein Gallengangskarzinom bereits in entfernte Organe gestreut, sind vor allem die Lunge, Knochen oder das Bauchfell betroffen. Metastasen im Bauchfell können durch Flüssigkeitseinlagerungen im Bauchraum (Aszites ) starke Beschwerden auslösen.

Aszites erkennen und behandeln

Bei Lebererkrankungen oder Krebsmetastasen im Bauchraum kann es zu Flüssigkeitseinlagerungen im Bauchraum (Aszites) kommen. Auch im gesunden Zustand wird laufend Bauchwasser gebildet. Wenn bei Krebs vermehrt Bauchwasser produziert wird oder nicht mehr in ausreichender Menge über die Lymphbahnen abfließt, spricht man von Bauchwassersucht. Der Bauchumfang nimmt plötzlich zu und es kann zu Symptomen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Sodbrennen, und Atemnot kommen.

Um die Aszites genauer zu untersuchen, kann die Ärztin/der Arzt eine Punktion durchführen, bei der das Wasser auch gleich abgelassen werden kann. Sollten die Beschwerden wiederholt auftreten, ist es möglich ein Dauerdrainagesystem anzulegen. Auch Medikamente können helfen, die Flüssigkeit zu reduzieren. Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass Sie dennoch genügend Essen und Trinken zu sich nehmen. Falls Sie Probleme damit haben, können DiätologInnen, DiätassistentInnen oder Diplom-ErnährungsberaterInnen Sie mit Tipps unterstützen.

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Geprüft OÄ Dr.in Angela Djanani: Stand August 2023 | AT-9052;05/2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Aszites
Flüssigkeitseinlagerung im Bauchraum.
Chemotherapie
Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
ERCP
(Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie)
Ein Schlauchsystem wird über Mund und Magen in den Anfangsteil des Darms, den Zwölffingerdarm, geführt. Mittels Kamera und Kontrastmittel sind Gallengänge und Bauchspeicheldrüse darstellbar.
Stent
Röhrchen, das dazu dient Gefäße oder Hohlorgane offenzuhalten, wenn diese verengt sind.
Tumor
(„Geschwulst“)
Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.