6. Leben mit einem Gallengangskarzinom

Wie geht es nach der Diagnosestellung für mich weiter?

Nachdem das Gallengangskarzinom festgestellt wurde, wird Ihre Erkrankung in einem Tumorboard vorgestellt. In diesem Board sitzen Expert:innen verschiedener Fachrichtungen, die sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Tumor beschäftigten. Hierzu zählen zum Beispiel Chirurg:innen, Radiolog:innen, Onkolog:innen und Strahlenmediziner:innen. Gemeinsam diskutieren diese, was für Sie die beste Therapie ist und beraten über das weitere Vorgehen.

In vielen Fällen steht am Anfang der Therapie eine operative Entfernung des Tumors und eine anschließende Chemotherapie . Sollte der Tumor nicht operabel sein, stehen mit der Chemotherapie oder einer zielgerichteten Therapie andere Maßnahmen zur Verfügung. Es kann sein, dass eine Strahlentherapie in besonderen Fällen ebenfalls zum Tragen kommt (zum Beispiel als Schmerzbestrahlung oder im Rahmen des Mayo-Protokolls).

Inwieweit die gewählte Therapie Ihren Alltag beeinflusst, ist dabei sehr unterschiedlich. Sollten Sie wenig Beschwerden haben, ist es auch möglich weiterzuarbeiten und an alltäglichen Aktivitäten teilzunehmen. Es ist wichtig, dass Sie sich regelmäßig bei Ihren betreuenden Ärzt:innen vorstellen und die jeweiligen Therapien wahrnehmen.

Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie im Kurs Gallengangskrebs behandeln.

Gibt es psychologische Unterstützungsmöglichkeiten für mich und meine Familie nach der Diagnosestellung?

Es ist zu empfehlen, dass Sie direkt nach der Diagnosestellung eine psychologische Unterstützung anfordern oder Ihre betreuende Ärztin/Ihren betreuenden Arzt darauf ansprechen. Die Psycholog:innen helfen Ihnen dabei die Diagnose zu verarbeiten und Fragen zu klären. Darüber hinaus können diese Sie bei dem Gespräch mit Ihren Angehörigen unterstützen und auch Ihre engsten Familienmitglieder in dieser Zeit begleiten.

Vier Ohren hören mehr als zwei

Es kann hilfreich sein, wenn Sie eine Angehörige/ein Angehöriger zu dem Gespräch im Krankenhaus begleitet. Dies hat den Vorteil, dass Sie sich gegenseitig zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eine Stütze sein können. Sie können bei Ihrer Begleitung nachfragen, wenn Sie Teile des Gesprächs vergessen oder nicht verstanden haben.

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Geprüft OÄ Dr.in Angela Djanani: Stand August 2023 | AT-9052;05/2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.
(Zirkardianer Rhythmus )
Biologisches Phänomen, das in einem Rhythmus von ungefähr 24-Stunden bestimmte körperliche Funktionen beeinflusst.  Ein Beispiel ist der Schlaf-Wach-Zyklus durch die Freisetzung des Schlafhormons.
Chemotherapie
Behandlung mit Medikamenten (Zytostatika), die das Wachstum von Krebszellen hemmen sollen.
Tumor
(„Geschwulst“)
Lokalisierte Vermehrung von Körpergewebe durch unkontrolliertes Wachstum von gutartigen oder bösartigen Zellen. Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und in entfernte Organe streuen. Der Begriff Tumor wird auch verwendet für eine Schwellung von Gewebe z.B. durch Einlagerung von Flüssigkeit im Rahmen von Entzündungsprozessen oder Blutungen.
Tumorboard
Ein Team aus medizinischen Expert:innen und Therapeut:innen verschiedenster Fachrichtungen. Sie treffen sich regelmäßig, um sich über Patient:innen mit einer Krebserkrankung zu auszutauschen und die für die jeweiligen Patient:innen bestmögliche Therapie zu empfehlen.