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Kurs Behandlung der CML FREIGABE: Lektion 1 von 5

Tyrosinkinasehemmer

Die wichtigste Wirkstoffgruppe zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie (CML) sind die Tyrosinkinasehemmer. Sie wirken dort, wo die CML entsteht: Beim fehlerhaften Eiweiß BCR-ABL, für dessen Bildung das Philadelphia-Chromosom verantwortlich ist. Hier erfahren Sie die wichtigsten Fakten über Tyrosinkinasehemmer und ihre Wirkung.

Was sind Tyrosinkinasehemmer?

Tyrosinkinasehemmer werden auch Tyrosinkinaseinhibitoren (kurz TKI) genannt. Die aktuellen Leitlinien empfehlen den Einsatz von Tyrosinkinasehemmern als Standardtherapie bei allen CML-PatientInnen, bei denen ein Philadelphia-Chromosom vorhanden ist.

Tyrosinkinasehemmer blockieren das Eiweiß BCR-ABL, das für die unkontrollierte Teilung der CML-Zellen verantwortlich ist. Das bedeutet, sie wirken gezielt auf die Leukämiezellen. Man spricht deshalb auch von einer zielgerichteten Therapie.

Wirkungsweise der Tyrosinkinasehemmer

1 Bildung von BCR-ABL in CML-Zellen

Das Philadelphia-Chromosom, eine genetische Veränderung, führt zur Bildung des Eiweißes BCR-ABL.

Tyrosinkinase BCR-ABL

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2 BCR-ABL regt Zellen zur Teilung an

BCR-ABL kommt bei gesunden Menschen nicht vor. Es regt betroffene Zellen zur unkontrollierten Teilung an und macht sie zu Leukämiezellen.

Tyrosinkinase BCR-ABL Unkontrollierte Zellteilung

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Wirkungsweise Tyrosinkinasehemmer bei CML3 Tyrosinkinasehemmer Tyrosinkinase-Hemmerbindet an BCR-ABL

Der Tyrosinkinasehemmer passt in eine Bindestelle von BCR-ABL. Dort dockt normalerweise ein aktivierendes Molekül an, das BCR-ABL Energie liefert.

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4 Aktivierung von BCR-ABL wird verhindert

Durch Blockierung der Bindestelle kann BCR-ABL nicht aktiviert werden. Dadurch wird die Zelle nicht mehr zur unkontrollierten Teilung angeregt.

Tyrosinkinasehemmer bei CML: Keine unkontrollierten Zellteilung

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5 Leukämiezelle vermehrt sich nicht

Fehlt das BCR-ABL-Signal, vermehrt sich die Zelle nicht mehr oder stirbt sogar ab.

STOPP

Tyrosinkinasehemmer: Das sollte man beachten

Was kann bei der regelmäßigen Einnahme helfen?

Tyrosinkinasehemmer werden in Tablettenform verabreicht und müssen ein- oder zweimal täglich eingenommen werden. Für die optimale Wirkung ist besonders wichtig, das Präparat jeden Tag möglichst zur gleichen Zeit anzuwenden.

Tipps: So denken Sie an die Einnahme

  • Stellen Sie sich einen Wecker oder eine Erinnerung im Online-Kalender
  • Nutzen Sie Smartphone-Apps, die Sie an die Einnahme erinnern
  • Platzieren Sie das Medikament an einer Stelle, an der Sie es nicht übersehen können
  • Bitten Sie gegebenenfalls Familienmitglieder, mit auf die regelmäßige Einnahme zu achten

Warum sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig?

Durch regelmäßige Untersuchungen erkennt der Arzt/die Ärztin, ob die Therapie optimal wirkt oder ob Änderungen nötig sind. Mehr dazu erfahren Sie in der Lektion zur Therapiekontrolle bei CML.

Was passiert bei Mutationen und Resistenz-Entwicklung?

Bei einem kleinen Teil der CML-PatientInnen wirken die Medikamente weniger gut als bei anderen. Der Grund kann eine sogenannte Wirkstoff-Resistenz sein. In solchen Fällen kann die Ärztin/der Arzt eine Mutationsanalyse durchführen. Diese zeigt, ob neben dem bereits veränderten BCR-ABL noch weitere genetische Veränderungen (Mutationen) vorliegen. In diesem Fall können je nach Mutation alternative Tyrosinkinasehemmer oder andere Therapien eingesetzt werden.

Können bei Tyrosinkinasehemmern Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auftreten?

Da Tyrosinkinasehemmer gezielt auf die CML-Zellen wirken, haben sie relativ wenige Nebenwirkungen und können langfristig eingesetzt werden.

Folgende Nebenwirkungen können unter anderem auftreten:

  • Verminderung der Blutzellen (Zytopenie)
  • Magen-Darm-Probleme (Erbrechen, Durchfall, Übelkeit)
  • Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme)
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Hautveränderungen (Ausschlag, Juckreiz)
  • Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe
  • Haarausfall

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Damit Ihr Tyrosinkinasehemmer optimal wirken kann, sollten Sie weitere Medikamente nur mit Zustimmung ihres Arztes/Ihrer Ärztin einnehmen. Unter Umständen könnten Wechselwirkungen auftreten, die die Aufnahme des Tyrosinkinasehemmers ins Blut oder seinen Abbau in der Leber verändern.

Wussten Sie schon

Die Einführung der Tyrosinkinasehemmer 2001 führte zu einer Revolutionierung der CML-Therapie. Durch die Behandlung mit Tyrosinkinasehemmern können die meisten CML-PatientInnen heute ein weitgehend normales Leben führen.

Geprüft OÄin Dr.in Sonja Burgstaller: Stand Oktober 2018

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