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Kurs Behandlung der CML: Lektion 3 von 5

Therapiekontrolle bei CML

Während einer CML-Therapie können Ärztin/Arzt und PatientIn durch regelmäßige Untersuchungen mitverfolgen, wie gut die verwendeten Wirkstoffe anschlagen. Werden bestimmte Therapieziele erreicht, stehen die Chancen sehr gut, die Erkrankung dauerhaft kontrollieren zu können.

Video Transkript

Welche Untersuchungen werden zur Therapiekontrolle durchgeführt?

Für die Therapiekontrolle der chronisch-myeloischen Leukämie werden in bestimmten Abständen BCR-ABL-Kontrollen durchgeführt. Das sind Blutuntersuchungen, in denen das Ausmaß von BCR-ABL quantifiziert wird und so im Verlauf der Therapie Ansprechen regelmäßig monitiert wird.

Woran erkennt man, dass die Therapie anschlägt?

Wenn eine Therapie der chronisch-myeloischen Leukämie eingeleitet wird, dann erkennt man sehr leicht im im peripheren Blutbild, dass sich die Werte normalisieren. Außerdem werden auf molekularer Ebene und auf zytogenetischer Ebene der Rückgang der Philadelphia-Chromosomen bzw. der BCR-ABL-Transkripte nachgewiesen.

Warum ist es wichtig, regelmäßig die PCR-Werte bestimmen zu lassen?

Mithilfe der regelmäßigen Bestimmung der BCR-ABL-Transkripte mittels PCR kann man den Therapieerfolg sehr leicht anhand einer peripheren Blutabnahme verfolgen. Wichtig ist es aus diesem Grund, um auch rechtzeitig zu erkennen, falls eine Wirksamkeit des Tyrosinkinasehemmers im Verlauf der Therapie verloren geht.

Was bedeutet ein Anstieg der PCR-Werte?

Wenn die BCR-ABL-Transkripte im peripheren Blut ansteigen, dann kann das ein Hinweis auf eine Progression beziehungsweise auf eine Nicht-mehr-Wirksamkeit der laufenden Therapie sein. In diesem Fall ist es allerdings notwendig, dass in mehreren hintereinander folgenden Untersuchungen diese Werte ansteigen. Ein einmaliger Anstieg bedeutet nicht gleich, dass die Erkrankung wieder zunimmt.

Was bedeutet „PCR negativ”?

Wenn in der PCR-Untersuchung die BCR-ABL-Transkripte nicht mehr nachgewiesen werden können, dann bedeutet das das Ende, ein sehr tiefes Ansprechen durch die Tyrosinkinasehemmer-Therapie erreicht worden ist. Es bedeutet nicht, dass gar keine Leukämiezellen mehr im Körper vorhanden sind. Es bedeutet, dass nur mehr so wenige vorhanden sind, dass man sie mit dieser Methode nicht mehr nachweisen kann.

Was bedeutet „Progress“ und welche Untersuchungsergebnisse können darauf hindeuten?

Ein „Progress“ bedeutet eine Zunahme der Erkrankung. Es kann einerseits im peripheren Blut dazu kommen, dass sich die Werte verschlechtern unter einer laufenden Therapie. Andererseits wird der Progress durch einen Anstieg der BCR-ABL-Transkripte im peripheren Blut auf molekularer Ebene nachgewiesen.

Auf den Punkt gebracht

  • Es ist wichtig, den Erfolg der Therapie regelmäßig zu kontrollieren.
  • Dadurch kann entsprechend reagiert werden, falls während der Therapie Anpassungen notwendig werden.

Warum ist die Therapiekontrolle so wichtig?

Therapiekontrolle bei CML Medikamentenwirkung

Die Therapiekontrolle zeigt, ob die Medikamente optimal wirken.

Therapiekontrolle bei CML Progress erkennen

Ein Progress (Fortschreiten der Erkrankung) kann sofort erkannt werden.

Therapiekontrolle bei CML Prognose

Es kann überprüft werden, ob die Patientin/der Patient bestimmte Therapieziele (siehe Lektion “Phasen der Remission”) erreicht hat und gibt dadurch Auskunft über die Prognose.

Welche Untersuchungsmethoden werden eingesetzt?

Bei der Therapie einer CML bessert sich die Erkrankung idealerweise innerhalb weniger Monate stufenweise. Mit Anschlagen der Therapie werden immer feinere Nachweismethoden verwendet, um die sinkenden Werte noch messen zu können:

  • Hämatologische Untersuchung (Blut): Das Blutbild liefert Zahl und Anteil der verschiedenen Blutkörperchen
  • Zytologische Untersuchung (Knochenmark): Nachweis des Philadelphia-Chromosoms und Untersuchung der Zellen im Knochenmark
  • Molekularbiologische Untersuchung (Blut oder Knochenmark): Bestimmung der BCR-ABL-Last, schon kleinste Zahlen von Leukämiezellen sind dadurch nachweisbar

Im Kurs „CML verstehen“ können Sie weitere Details zu diesen Untersuchungsmethoden erfahren.

Progress: Das Fortschreiten der CML

Die Tyrosinkinasehemmer sind so gut wirksam, dass der Großteil der PatientInnen ein langes Leben mit hoher Lebensqualität führen kann. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Verschlechterung kommen. Man spricht dann vom Fortschreiten der CML oder von einem sogenannten Progress (manchmal auch Progression genannt).

Welche Untersuchungsergebnisse können auf einen Progress der CML hindeuten?

Ihr Ärzteteam erkennt einen Progress bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen. Anzeichen können unter anderem sein:

  • Steigende Zahl der weißen Blutkörperchen
  • Bestimmte Änderungen im Blutbild (Gesamtzahl und Anteile der Blutzellen)
  • Nachweis weiterer genetischer Veränderungen bei der Knochenmarksuntersuchung
  • Starker oder wiederholter Anstieg von BCR-ABL

Welche Anzeichen für einen Progress kann ich selbst bemerken?

Es gibt bestimmte Symptome, bei denen Sie am besten Ihre Ärztin/Ihren Arzt informieren sollten. Diese Beschwerden können mit einem Progress zusammenhängen, aber auch völlig harmlose Ursachen haben. Dies sollte aber sicherheitshalber immer die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt klären.

Beispiele für mögliche Anzeichen eines Progresses sind unter anderem:

  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Erschöpfung und abnehmende Leistungsfähigkeit
  • Schmerzen im Bauchbereich (durch vergrößerte Milz)
  • Schmerzen in Muskeln oder Knochen
  • Flecken oder Knoten auf der Haut oder dem Zahnfleisch (durch Einlagerung von Leukämiezellen bilden sich sogenannte Chlorome)

Was kann ich selbst beitragen?

Damit die Therapie optimal wirkt und ein möglicher Progress früh erkannt wird, können Sie selbst einiges tun:

  • Nehmen Sie Medikamente regelmäßig in der verordneten Menge ein und beachten Sie die Anweisungen Ihrer Ärztin/Ihres Arztes zur Einnahme
  • Sprechen Sie bei jeder Veränderung mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt
  • Nehmen Sie Termine für Kontrolluntersuchungen wahr
  • Achten Sie auf sich selbst und sorgen Sie für ausreichend Bewegung, eine gesunde Ernährung, Entspannung und ein normales Körpergewicht

Wussten Sie schon

.., dass bei früher Diagnose der Großteil der CML-PatientInnen eine nahezu normale Lebenserwartung hat? Regelmäßige Kontrolluntersuchungen zeigen, ob bestimmte Meilensteine (Remissionen) erreicht wurden, die mit dem bestmöglichen Langzeitverlauf verbunden sind.

AT1811921702 | Geprüft OÄin Dr.in Sonja Burgstaller: Stand Oktober 2018

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