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Kurs CML verstehen: Lektion 4 von 5

Entnahme von Knochenmark bei CML

Wird bei Ihnen eine CML vermutet oder haben Sie bereits die Diagnose CML erhalten? Nun stehen eine oder mehrere regelmäßige Untersuchungen des Knochenmarks an, vor denen Sie zunächst möglicherweise Angst haben. Doch der kleine Eingriff ist in der Regel schmerzfrei und komplikationslos möglich.

Knochenmarksuntersuchung bei CML

Entnahme von Knochenmark bei CML

Warum benötigt man Knochenmarksuntersuchungen bei CML?

Das Knochenmark ist die Produktionsstätte aller Blutzellen und Knochenmarksuntersuchungen sind wichtig für die Diagnose und Verlaufskontrolle:

Diagnose: Sicherung der Diagnose durch Nachweis des Philadelphia-Chromosoms.

Verlaufskontrolle: Veränderungen der Anzahl von weißen Blutkörperchen und deren Vorläufern weisen auf Verschlechterungen bzw. Therapieerfolge hin.

Biopsie oder Aspiration von Knochenmark?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Methoden zur Entnahme von Knochenmark.

Bei der Knochenmarksbiopsie (Knochenmarksstanze) wird mit einer Hohlnadel ein Stück Gewebe aus dem Knochenmark gestanzt.

Bei der Knochenmarksaspiration (Knochenmarkspunktion) wird mit einer Hohlnadel Flüssigkeit aus dem Knochenmark angesaugt.

Oft werden beide Methoden in einer einzigen Untersuchung durchgeführt.

Wie läuft die Entnahme von Knochenmark ab?

Bei einer Entnahme von Knochenmark liegen Sie meist bequem auf der Seite. Die Probe wird aus dem hinteren Beckenkamm entnommen, selten auch am Brustbein (Sternalpunktion) oder am vorderen Beckenkamm. Zur Entnahme sticht der Arzt mit einer Nadel in den Knochen. Eine lokale Betäubung sorgt dafür, dass Sie keinen Schmerz verspüren. Der gesamte Eingriff dauert maximal 20 Minuten.

Schmerzt die Entnahme?

In der Regel spürt man den Einstich der Nadel höchstens als kurzen und leichten Schmerz. Das Ansaugen der Flüssigkeit bei der Aspiration kann jedoch unangenehm sein und in einzelnen Fällen als ziehender Schmerz spürbar sein. Dieser klingt aber schnell wieder ab.

Was sollte man nach der Entnahme beachten?

Achten Sie nach der Knochenmarksuntersuchung auf folgendes:

  • Haben Sie ein Beruhigungsmittel bekommen, sollten Sie sich im Krankenhaus abholen lassen und nicht selbst Auto fahren.
  • Vermeiden Sie am Tag der Knochenmarksentnahme Sport und starke körperliche Belastungen.
  • Schmerzen sind meist mit einer Prellung (blauer Fleck) vergleichbar. Fragen Sie Ihren Arzt vorab, welche Schmerzmittel Sie bei Bedarf nehmen sollen.
  • Sollte es in den ersten Stunden nach dem Eingriff (leicht) bluten, pressen Sie den Verband fest auf die Wunde.

Mögliche Komplikationen

Die Entnahme von Knochenmark führt nur selten zu Komplikationen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Sie vorher genau über mögliche Risiken aufklären. Dazu gehören unter anderem Blutungen, Infektionen der Wunde und Schmerzen.

Psychische Belastung aufgrund einer Knochenmarksuntersuchung

Knochenmarksuntersuchungen können mit Ängsten verbunden sein:

  • Angst vor der Untersuchung selbst und möglichen Schmerzen.
  • Angst vor dem Ergebnis („Hat die Therapie angeschlagen?“ oder „Habe ich einen Rückfall?“)
  • Unsicherheit durch mehrtägiges Warten auf das Ergebnis

Tipps gegen Unruhe und Ängste

Sprechen Sie mit Ärzten/Ärztinnen und Pflegepersonal über mögliche Erleichterungen

Holen Sie sich Trost und Zuspruch bei Freunden und Familie

Sorgen Sie so weit wie möglich für Ablenkung, bis das Ergebnis da ist – vielleicht mit Ihrer Lieblingsmusik.

Entspannungstechniken können für mehr Gelassenheit sorgen

Wussten Sie schon

Wussten Sie schon, dass das gesamte Knochenmark des Körpers als blutbildendes Organ fungiert und ein Erwachsener im Schnitt 2,6 kg Knochenmark besitzt? Was Ihr Arzt bei der Knochenmarksbiopsie entnimmt, ist also nur eine winzige Probe aus diesem großen Organ.

AT1809888772 | Geprüft OÄin Dr.in Sonja Burgstaller: Stand September 2018

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