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Kurs Lymphome verstehen: Lektion 6 von 9

Laborwerte & Befunde bei Lymphomen

Um Lymphome zu diagnostizieren, im Verlauf zu beobachten und Informationen über andere wichtigen Funktionen des Körpers zu erhalten, wird Ihr Arzt immer wieder bestimmte Werte im Labor bestimmen lassen. Sie geben nicht nur Aufschluss über den momentanen Ist-Zustand, sondern sind häufig besonders aussagekräftig, wenn im Laufe der Erkrankung Änderungen der Werte auftreten. Diese können Hinweise auf Veränderungen der Tumormenge, über Erfolg oder Nebenwirkungen einer Therapie oder über das Auftreten von Begleiterkrankungen (zum Beispiel Infektionen) geben.

Im Folgenden finden Sie Erklärungen zu einigen der wichtigsten Blutwerte, die bei Lymphomen häufig bestimmt werden.

Blutbild

Kleines Blutbild

Beim kleinen Blutbild werden das Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) und der Hämatokrit (Anteil der Blutkörperchen am Volumen des Blutes) untersucht. Ist das Hämoglobin vermindert, spricht man von einer Anämie. Außerdem wird die Anzahl der Blutkörperchen bestimmt:

  • Leukozyten: weiße Blutkörperchen, Indikator für die Immunabwehr
  • Erythrozyten: rote Blutkörperchen, verantwortlich für den Sauerstofftransport
  • Thrombozyten: Blutplättchen, verantwortlich für die Blutgerinnung

Großes Blutbild

Zusätzlich zum kleinen Blutbild werden hier Untergruppen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) noch genauer bestimmt:

  • Eosinophile Granulozyten: Eine Erhöhung ist unter anderem typisch bei allergischen Erkrankungen, Parasitenbefall, aber auch bei Hodgkin-Lymphomen.
  • Neutrophile Granulozyten: Unterteilung in segmentkernige und stabkernige neutrophile Granulozyten; der Wert gibt unter anderem Hinweise auf bakterielle Infektionen.
  • Monozyten: Vorläufer der Fresszellen, sind unter anderem bei Infektionen und Autoimmunerkrankungen erhöht.
  • Lymphozyten: Erhöhung z.B. bei viralen Infektionen, Leukämie oder Autoimmunkrankheiten; erniedrigt unter anderem bei Morbus Hodgkin.

Allgemeine Laborwerte

Albumin

Albumin ist ein Bluteiweiß. Der Albuminwert wird zusammen mit Beta-2-Mikroglobulin beim Multiplen Myelom zur Stadieneinteilung nach dem ISS (International Staging System) herangezogen. Ist Albumin im Urin nachweisbar, kann das ein Hinweis auf eine Funktionseinschränkung der Niere sein.

Beta-2-Mikroglobulin

Beta-2-Mikroglobulin ist ein Eiweiß, dass beim Lymphom und Myelom als prognostischer Marker gemessen wird und auch Hinweise auf eine eingeschränkte Nierenfunktion geben kann. Beim Multiplen Myelom ist es Bestandteil der Stadieneinteilung nach dem ISS (International Staging System).

Kreatinin

Kreatinin ist der wichtigste Nierenwert und gibt Aufschluss über die Nierenfunktion.

Blutsenkung

Mit Blutsenkung ist die Geschwindigkeit gemeint, mit der die festen Bestandteile im Blut in einem Teströhrchen nach unten absinken. Änderungen der Blutsenkungsgeschwindigkeit weisen auf eine veränderte Eiweiß-Zusammensetzung im Blut hin.

Immunglobuline (Antikörper)

Antikörper dienen der Immunabwehr und werden auch als Immunglobuline, abgekürzt Ig, bezeichnet. Man unterscheidet die Klassen IgG, IgM, IgA, IgD und IgE, die jeweils unterschiedliche Funktionen im Immunsystem erfüllen.

CRP (C-reaktives Protein)

CRP ist ein Entzündungsmarker. Die Konzentration im Blut kann Hinweise auf die Art und Schwere einer Entzündung geben.

Spezielle Untersuchungen bei Lymphom-Erkrankungen

Immunhistochemie, FACS-Analyse zur Leukozytenimmunphaenotypisierung

Beim Lymphom kann das Blut immunhistochemisch untersucht werden. Dabei werden bestimmte Merkmale auf der Oberfläche der Lymphomzellen nachgewiesen. Diese Oberflächenmerkmale werden immer mit CD und einer Nummer benannt (z. B. CD20 oder CD3)

Molekularbiologie & Chromosomenanalyse

dienen zur Prognose- und Risikoabschätzung

Geprüft Dr. Adalbert Weißmann: Stand 21.03.2018

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.