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Kurs Ovarialkarzinom verstehen: Lektion 5 von 6

Nachsorge beim Ovarialkarzinom

Nach einer Therapie schließt sich eine längere Phase der Nachsorge an. In dieser Zeit finden regelmäßige Untersuchungen und bei Bedarf weitere Behandlungen statt. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Krankheitsbewältigung und die Frage, wie es um Ihre Lebensqualität bestellt ist. Univ.-Prof. Dr. Alexander Reinthaller erklärt im Video, wie die Nachsorge abläuft und was im Falle eines Rezidivs geschieht.

Video Transkript

Welche Formen der Hämophilie gibt es?

Es gibt zwei Formen von Hämophilie:

  • die Hämophilie A, wo der Faktor VIII vermindert oder fehlend ist,
  • und die Hämophilie B, bei der der Faktor IX vermindert oder fehlend ist.

Im Wesentlichen sind diese zwei Formen in ihrer klinischen Ausprägung vergleichbar. Aber es ist sehr wichtig, dass die Therapie speziell angepasst wird beziehungsweise bestimmte Medikamente angewendet werden, die eben nur für die Hämophilie A beziehungsweise nur für die Hämophilie B wirksam sind.

Welche Schweregrade können auftreten?

Man unterscheidet sowohl bei der Hämophilie A als auch bei der Hämophilie B drei Schweregrade:

  • einerseits die schwere Hämophilie, bei der Faktor VIII beziehungsweise Faktor IX unter 1 Prozent ist, also eigentlich gar nicht vorhanden,
  • dann gibt es, und das sind die selteneren Formen, die mittelschwere Hämophilie oder moderate Form mit Faktorenkonzentrationen 1 bis 5 Prozent,
  • und die leichte über 5 Prozent bis 40 Prozent. Das wäre dann schon darüber der Normalwert.

Wichtig ist hier zu betonen, dass praktisch nur bei der schweren und bei der mittelschweren Form Spontanblutungen auftreten, und dass bei diesen Formen eine primäre vorbeugende Behandlung wichtig ist, während bei der leichten Form Blutungen bei Verletzungen, bei Operationen auftreten.

Der Informationsgrad, den dann Patienten über ihre Erkrankung haben, ist meistens bei der schweren Form besser als bei den leichten Formen.

Wie unterscheiden sich Hämophilie und Von-Willebrand-Syndrom?

Sie unterscheiden sich einmal im klinischen Bild: Die meisten Patienten mit Von-Willebrand-Syndrom (VWS) haben nicht so schwere Formen. Es gibt eine schwere Form des Von-Willebrand-Syndroms, der Typ 3, der ganz ähnlich ist einer schweren Hämophilie A oder B.

Aber vor allem unterscheiden sie sich, indem beim Von-Willebrand-Syndrom der Von-Willebrand-Faktor vermindert ist. Und der Faktor VIII dann je nach Ausprägung des Von-Willebrand-Syndroms kann auch vermindert werden, aber nicht, weil der Faktor VIII vermindert gebildet wird, sondern weil sein Trägerprotein vermindert ist.

Also in der Diagnostik kann man diese beiden Formen, muss man sie auch unterscheiden, und, sehr wichtig, die Therapie ist eine andere: Patienten mit Hämophilie erhalten Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Konzentrate, und Patienten mit Von-Willebrand-Syndrom erhalten Konzentrate, bei denen Von-Willebrand-Faktor enthalten ist.

Gibt es Unterschiede bei der Behandlung der verschiedenen Erkrankungsformen?

Wenn wir die Hämophilie A und die Hämophilie B betrachten, gibt es ganz wesentlich die Notwendigkeit, beim Faktor-VIII-Mangel, also bei der Hämophilie A, Faktor-VIII-Konzentrate zu verwenden, bei der Hämophilie B Faktor-IX-Konzentrate.

Zusätzlich gibt es noch einen Aspekt bei der leichten Form der Hämophilie A, wo man Alternativen, die keine Faktorenkonzentrate sind, verwenden kann, nämlich alternative Behandlungsformen, das Desmopressin, bei dem dann der Faktor VIII aus Endothelzellen freigesetzt wird und für die Gerinnung zur Verfügung steht.

Was ist erworbene Hämophilie?

Erworbene Hämophilie tritt sehr selten auf und interessanterweise eher in höherem Alter beziehungsweise in sehr hohem Alter. Das betrifft Patienten, die ihr Leben lang eine normale Gerinnung hatten und keine Blutungsprobleme, auch nicht nach Operationen. und dann kommt es durch immunologische Vorgänge plötzlich zu einer Verminderung von Faktor VIII, viel seltener von Faktor IX. Und diese Patienten brauchen eine spezielle Therapie, weil die Substitution sehr oft nicht ausreicht.

Formen von Hämophilie auf den Punkt gebracht

Das wichtigste, wenn wir die zwei Formen von Hämophilie betrachten, einerseits Hämophilie A und Hämophilie B, ist, dass wir unterschiedliche Medikamente für die Behandlung brauchen: Ein Faktor-VIII-Konzentrat würde einem Patienten mit Hämophilie B nichts helfen, und auch umgekehrt. Und das ist nicht nur wichtig, dass das Patienten und deren Angehörigen wissen, dass sollen auch Ärzte wissen, die nicht täglich mit der Hämophilie zu tun haben.

Wenn wir jetzt in Bezug auf die Schweregrade diese Situation betrachten, so kommt es mir vor, dass es manchmal für leichte Hämophile besonders schwierig ist, ihre Erkrankung deutlich zu machen und auch die notwendige Behandlung einzufordern, weil oft das nicht so bekannt ist und nicht so geglaubt wird und nicht so akzeptiert, weil der Patient ja eigentlich gesund aussieht.

So läuft die Nachsorge ab

Nachsorge-Untersuchungen

Nachsorge-Untersuchungen dienen dazu, einen Rückfall (Rezidiv) früh zu erkennen, um sofort eine Therapie einleiten zu können. In den ersten drei Jahren werden meist alle drei bis vier Monate gynäkologische Untersuchungen durchgeführt, in größeren Abständen vielleicht auch eine CT (Computertomographie).

Ob auch Tumormarker bestimmt werden, können Sie gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, denn diese Untersuchung kann für Sie eine erhebliche psychische Belastung darstellen.

Brustkrebs-Vorsorge

Patientinnen mit Eierstockkrebs sollten auf eine regelmäßige Brustkrebsvorsorge achten (Mammographie nach ärztlicher Empfehlung, monatliche Selbstuntersuchung der Brust). Der Hintergrund: Brustkrebs ist der häufigste Tumor der Frau. Das Risiko kann bei Patientinnen mit Eierstockkrebs zusätzlich erhöht sein.

Unterstützung und Betreuung

Nachsorge heißt auch Fürsorge: Sie können bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt alle körperlichen und psychischen Probleme ansprechen und auch psychoonkologische Beratung oder andere Hilfsangebote in Anspruch nehmen.

Weiterführung medizinischer Maßnahmen

Sie werden natürlich auch nach der Krebstherapie weiter medizinisch betreut. Bei Bedarf wird eine Behandlung gegen bestimmte Folgen von Krebs und Therapie durchgeführt, zum Beispiel eine Hormonersatztherapie oder die medikamentöse Therapie von Verdauungsproblemen.

Rehabilitation

Eine Rehabilitation kann helfen, die körperlichen und psychischen Folgen der Krebserkrankung und Therapie besser zu bewältigen. Lassen Sie sich von Ihrer Klinik oder Ihrer Krankenkasse beraten. Falls Sie Kinder haben: Diese können Sie in vielen Reha-Einrichtungen mitbringen.

Tipps für die Zeit der Nachsorge

Die akute Phase der Krebserkrankung ist überwunden, doch auch danach sind die Belastungen groß. Nun müssen Sie die Krankheit bewältigen, Folgen der Therapie überwinden und mit der Nervosität vor der Nachuntersuchung fertig werden. Darum sollten Sie in der Nachsorgezeit ganz bewusst auf sich selbst und Ihre Lebensqualität achten.

Körperliche Nachwirkungen der Therapie überwinden

Im Kapitel „Therapie“ können Sie nachlesen, welche Spätfolgen die Behandlung haben kann. Sprechen Sie alle Probleme unbedingt bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt an. Vieles lässt sich gut behandeln und lindern.

Die Krankheit psychisch bewältigen

Krebs ist immer eine große Belastung. Kurz vor den Nachsorgeterminen sind die Erkrankung und ein möglicher Rückfall immer besonders präsent. Alleine ist das oft schwer zu bewältigen. Scheuen Sie sich nicht, Hilfsangebote wie die psychoonkologische Beratung zu nutzen.

Das können Sie selbst tun

  • Entspannungstechniken: Bewusste Entspannung kann eine Hilfe bei Ängsten, Nervosität und Schlafstörungen sein.
  • Geduld: Geben Sie sich und Ihrem Körper Zeit, den Krebs zu überwinden.
  • Kraft schöpfen: Was macht Ihnen Freude? Wobei entspannen Sie am besten? Planen Sie mehr solcher Aktivitäten.
  • Lebensfreude: Viele Patientinnen berichten davon, dass der Krebs ein Auslöser war, das Leben intensiver wahrzunehmen und bewusst auf mehr Lebensfreude zu achten.
  • Austausch: Sprechen Sie mit anderen Menschen (psychoonkologische Beratung, Betroffene in Selbsthilfegruppen), wenn Ihnen das guttut.
  • Partner, Familie, Freunde: Soziale Kontakte helfen in vielerlei Hinsicht bei der Krankheitsbewältigung. Auch Angehörige können Beratungsangebote in Anspruch nehmen, um mit der Situation besser umgehen zu können.

Geprüft Univ.-Prof. Dr. Alexander Reinthaller: Stand 03.10.2017

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu empowern und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.