2. Verdacht auf Lungenfibrose

Lungenfibrose erkennen

Die ersten Symptome von Lungenfibrose sind oft Atemnot und trockener Husten und bestehen häufig über längere Zeit.

Mögliche Beschwerden bei Lungenfibrose

Bei Lungenfibrose kann es zu verschiedenen Beschwerden kommen. Die häufigsten Symptome bei Lungenfibrose bei rheumatoider Arthritis sind:

  • Atemnot bei Belastung: Am Anfang tritt die Atemnot meist nur bei Anstrengung auf.
  • Atemnot in Ruhe: Wenn die Lungenfibrose fortschreitet, kann sie auch in Ruhe auftreten.
  • Trockener Husten: Es kann zu Husten ohne Auswurf kommen.
  • Abgeschlagenheit: PatientInnen fühlen sich häufig schon bei alltäglichen Tätigkeiten erschöpft.

Andere Ursachen für Atemnot und Husten

Atemnot und Husten können jedoch auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten, wie beispielsweise bei einer Erkältung, Bronchitis, Asthma, Lungenentzündung oder bei einer Herzinsuffizienz. 

Lassen Sie Beschwerden wie Atemnot, Husten oder Abgeschlagenheit stets von Ihren BehandlerInnen abklären. Diese können feststellen, welche Erkrankung verantwortlich ist.

Weitere Informationen zu möglichen Symptomen bei Lungenfibrose finden Sie auch in Kapitel 2 „Symptome von Lungenfibrose“ in unserem Kurs „Lungenfibrose verstehen“.

Beim Arztbesuch

Um eine mögliche Lungenfibrose festzustellen, wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihnen sowohl Fragen stellen als auch Untersuchungen durchführen.

An wen wende ich mich, wenn ich einen Verdacht auf Lungenfibrose habe?

Ein Verdacht auf Lungenfibrose sollte von einer spezialisierten Lungen-Ambulanz oder einer erfahrenen Lungenfachärztin/einem erfahrenen Lungenfacharzt abgeklärt werden. Sie können sich direkt dort vorstellen oder sich von Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt oder Ihrer Rheumatologin/Ihrem Rheumatologen überweisen lassen.

Welche Fragen stellen mir meine BehandlerInnen bei Verdacht auf rheumatoide Arthritis und Lungenfibrose?

Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird Ihnen einige Fragen stellen, um Ihr Risiko abzuschätzen:

  • Vorerkrankungen: Haben Sie andere Erkrankungen der Lunge oder anderer Organe?
  • Familienanamnese: Liegen in Ihrer Familie Erkrankungen vor?
  • Beruf: Sind Sie beruflich Staub ausgesetzt, zum Beispiel als SchreinerIn? Arbeiten Sie mit anderen lungenschädigenden Substanzen?
  • Rauchen:  Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten rauchen Sie pro Tag und wie lange schon?

Wie wird Lungenfibrose festgestellt?

Nach dem Gespräch führt Ihre Ärztin/Ihr Arzt Untersuchungen durch, um die Gesundheit Ihrer Lunge zu überprüfen:

  • Körperliche Untersuchung: Die Lunge wird mit einem Finger locker abgeklopft und mit einem Stethoskop abgehorcht. ÄrztInnen können hören, ob sich das Atemgeräusch der Lunge verändert hat oder Nebengeräusche auftreten.
  • Blutgasanalyse: Im Blut werden Sauerstoff und Kohlendioxid (CO2) bestimmt. Nach einem kleinen Stich ins Ohrläppchen wird eine kleine Menge Blut entnommen. 
  • Geh-Test: Es wird untersucht, wie weit Sie in 6 Minuten gehen können und ob Sie dabei außer Atem kommen.
  • Lungenfunktion: Diese Untersuchung misst den Sauerstoffaustausch in der Lunge. Genauere Information zum Ablauf erhalten Sie unter „Untersuchungen“ im nächsten Abschnitt des Kurses.
  • Röntgen: Es dient dazu, fortgeschrittene Veränderungen zu erkennen.
  • HRCT: Die hochauflösende Computertomographie kann auch frühe Veränderungen zuverlässig feststellen. Diese Untersuchung wird im nächsten Absatz „Untersuchungen“ genau erklärt.
  • Lungenultraschall: Dabei kann die Lunge ohne Strahlenbelastung untersucht werden. 
  • Bronchoskopie: In manchen Fällen kann diese Untersuchung notwendig sein. Dabei wird unter Betäubung eine Kamera in die Luftröhre eingeführt, um das Gewebe zu untersuchen.
  • Biopsie: Selten ist es erforderlich, während der Bronchoskopie ein kleines Stück Gewebe zu entnehmen, um es im Labor zu untersuchen.

Untersuchungen

Die Lungenfunktionsprüfung und die High-resolution computed tomography (HRCT) sind besonders geeignet dafür, Lungenfibrose festzustellen.

Wie funktioniert die Lungenfunktionsprüfung?

Bei der Lungenfunktionsprüfung pusten Sie in ein Mundstück. Das daran angeschlossene Gerät misst den Sauerstoffaustausch in der Lunge. Diese Untersuchung ist nur so gut wie Ihre Mitarbeit. Folgen Sie den Atemkommandos Ihrer Behandlerin/Ihres Behandlers und atmen Sie möglichst tief ein und aus.

Was ist eine High-resolution computed tomography (HRCT) und wann wird sie gemacht? 

HRCT ist Englisch für Dünnschicht-Computertomographie. Es ist genauer als ein gewöhnliches CT, da mehr Bilder angefertigt werden. Die Lunge kann in besonders dünnen Schichten beurteilt werden, die genau angeschaut werden können. Durch diese Untersuchung kann man zwischen frühen und fortgeschrittenen Veränderungen unterscheiden und Entzündungen genau sehen. Insbesondere in Frühstadien ist die HRCT genauer als ein Röntgen. Diese Untersuchung wird auch eingesetzt, um den Verlauf der Lungenfibrose zu beurteilen.

Was passiert bei einer HRCT? 

Eine HRCT wird in radiologischen Einrichtungen, wie zum Beispiel Röntgeninstituten, durchgeführt. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie liegen währenddessen auf dem Bauch auf einem Tisch. Dabei werden viele hochauflösende Bilder der Lunge angefertigt, ähnlich wie im Röntgen. Die Bilder der Untersuchung werden von RadiologInnen interpretiert. 

Kann eine HRCT auch einen auffälligen Befund zeigen, wenn ich keine Beschwerden habe? 

Eine HRCT kann auch dann einen auffälligen Befund ergeben, wenn Sie selbst noch keine Symptome der Lunge wahrnehmen, denn sie kann schon kleinste Veränderungen nachweisen. Die Vorstufe von Lungenfibrose ist die interstitielle Lungenerkrankung (ILD). Aus der ILD muss sich nicht immer eine Lungenfibrose entwickeln. 

Weitere Informationen zur Feststellung von Lungenfibrose finden Sie auch im Kapitel „Diagnose von Lungenfibrose“ in unserem Kurs „Lungenfibrose verstehen“.

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Geprüft Prim.a Dr.in Judith Sautner: Stand März 2023 | Quellen und Bildnachweis

Die Kurse sind kein Ersatz für das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, sondern ein Beitrag dazu, PatientInnen und Angehörige zu stärken und die Arzt-Patienten-Kommunikation zu erleichtern.